Actualizado: 2026-07-10
Das feuchteste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen (1991–2020) war 2017 – und das liegt erst wenige Jahre zurück. Die DWD-Station Hamburg‑Fuhlsbüttel maß damals eine durchschnittliche relative Luftfeuchte von 81,9 %. Das bedeutet: An mehr als jedem zweiten Tag lag die Feuchte über der kritischen 70‑Prozent‑Schwelle, ab der Holz zu quellen und zu schimmeln beginnt. Wer in Hamburg Holzmöbel oder Parkett lagert, muss also mit langen Perioden hoher Luftfeuchtigkeit rechnen – besonders in den Übergangsmonaten und in alten Stadtteilen mit schlechter Isolierung.
Die Jahre 2016 (81,8 %) und 2001 (81,1 %) zeigen: Die hohen Werte sind kein Einzelfall, sondern ein wiederkehrendes Phänomen. Dagegen sticht das Jahr 2018 mit 75,4 % als das trockenste im gesamten 30‑Jahres‑Zeitraum heraus – ein echtes Ausnahmejahr, das mit der Hitzewelle und dem extrem sonnigen Sommer zusammenfiel. In solchen Jahren kann Holz bis zu 4 % seines Volumens verlieren – Risse in Massivholztischen sind dann keine Seltenheit.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Ø Feuchte (%) | Ø Temperatur (°C) | Ø Niederschlag (mm) |
|---|---|---|---|
| 1993 | 78,9 | 8,8 | 2,7 |
| 1994 | 76,4 | 10,1 | 2,7 |
| 1996 | 78,6 | 7,6 | 1,3 |
| 1998 | 79,7 | 9,4 | 2,7 |
| 2002 | 80,4 | 9,9 | 2,7 |
| 2007 | 80,8 | 10,4 | 2,9 |
| 2017 | 81,9 | 9,9 | 2,7 |
Ein genauer Blick auf die Tabelle zeigt: In den letzten 30 Jahren gab es nur ein einziges Jahr mit einer Durchschnittsfeuchte unter 76 % (2018). Alle anderen Jahre liegen im Bereich von 75,6 % bis 81,9 %. Für Holzmöbel bedeutet das: Die Raumluft ist fast immer zu feucht für eine ideale Lagerung – die optimale relative Feuchte für Massivholz liegt zwischen 45 % und 55 %. Wer also in Hamburg teure Möbel oder Parkett besitzt, kommt um einen guten Kondenstrockner oder Luftentfeuchter kaum herum. Die durchschnittliche Temperatur von 9,1 °C bis 10,8 °C im Jahr zeigt zudem, dass die Luft kühl bleibt – und kalte Luft kann weniger Wasser aufnehmen, was die gefühlte Feuchte noch einmal erhöht.
Um zu verstehen, wann das Risiko für Holz am größten ist, hilft ein Blick auf das letzte vollständige Jahr mit monatlichen Daten: 2023. Die Tabelle unten zeigt, wie sich die Luftfeuchte im Jahreslauf verändert. Besonders auffällig: Die Monate Oktober bis Januar – also der gesamte Herbst und Winter – liegen konstant über 85 %.
| Monat | Ø Feuchte (%) | Ø Temp. (°C) | Niederschlag (mm) | Sonnensd. (h) |
|---|---|---|---|---|
| Januar | 85,8 | 5,0 | 91,8 | 37,2 |
| Februar | 84,4 | 4,3 | 58,4 | 77,7 |
| März | 81,1 | 5,8 | 96,1 | 87,3 |
| April | 73,6 | 7,8 | 41,9 | 196,7 |
| Mai | 68,5 | 12,8 | 16,9 | 257,2 |
| Juni | 66,1 | 18,4 | 53,9 | 310,9 |
| Juli | 76,2 | 17,6 | 143,8 | 203,3 |
| August | 81,0 | 17,6 | 81,2 | 193,8 |
| September | 78,0 | 17,6 | 20,9 | 232,4 |
| Oktober | 88,2 | 11,4 | 107,8 | 81,5 |
| November | 87,0 | 6,1 | 75,8 | 22,5 |
| Dezember | 89,5 | 4,6 | 137,8 | 14,9 |
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der Dezember 2023 hatte mit 89,5 % den höchsten Monatsmittelwert – das ist fast Nebel im Wohnzimmer. In solchen Phasen kann Holz innerhalb weniger Tage bis zu 16 % Feuchte aufnehmen (gemessen am Trockengewicht). Wer eine Geige, einen Flügel oder antike Kommoden besitzt, sollte im Winterhalbjahr unbedingt ein Hygrometer aufstellen und bei Werten über 70 % gegensteuern. Die guten Nachrichten: Im Mai und Juni sinkt die Feuchte auf 68,5 % bzw. 66,1 % – da haben Möbel eine Atempause. Allerdings: Die Sommermonate Juli und August klettern wieder auf 76 % bis 81 %, denn der viele Regen (143,8 mm im Juli) treibt die Luftfeuchte in die Höhe.
Die DWD‑Daten der Station Hamburg‑Fuhlsbüttel (01975) zeigen für den Zeitraum 1936–2026 ein eindeutiges Bild: Die relative Luftfeuchte liegt im Jahresdurchschnitt meist zwischen 75 % und 82 %, in den Wintermonaten oft über 85 %. Wer Holzmöbel, Parkett oder Musikinstrumente in Hamburg lagert, sollte in eine aktive Raumluftkontrolle investieren. Die deutschen Wetterdaten – erhoben nach den Standards des Deutschen Wetterdienstes – liefern dafür die verlässliche Grundlage. Wer die Zahlen kennt, kann sein Wohnklima gezielt steuern und kostbare Holzschätze vor Verzug, Rissen und Schimmel schützen.
Quelle: DWD Climate Data Center, Station Hamburg‑Fuhlsbüttel (01975). Datenbasis: Tagessätze 1936–2026, berechnet als Jahres‑ und Monatsmittel (HR, TM, Niederschlag, Sonnenstunden). Letzter Datenabruf: 10.07.2026. Die enthaltenen Werte sind offizielle, unveränderte Messreihen des Deutschen Wetterdienstes (GeoLizenz).
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