Holz und Luftfeuchtigkeit in Hamburg: Die optimale Lagerung und wann es riskant wird

Aktualisiert: 2026-07-17

Wer in Hamburg Holz lagert – sei es als Brennholz, für den Möbelbau oder als historisches Baumaterial – muss eines im Blick haben: die relative Luftfeuchtigkeit. Sie schwankt in der Hansestadt von Jahr zu Jahr, doch die Zahlen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) von der Station Hamburg-Fuhlsbüttel (Kennung 01975) zeigen: Das maritime Klima macht die Luft hier fast durchgehend feucht. Zwischen Januar 1936 und Juli 2026 wurde an keinem einzigen Tag eine durchschnittliche Luftfeuchte unter 28,0% gemessen, und die Spitze nach oben erreicht regelmäßig die 100%-Marke.

Für Holz ist der ideale Feuchtebereich zum Lagern zwischen 40% und 65% relativer Luftfeuchte. Darunter droht Rissbildung durch Austrocknung, darüber Schimmel und Pilzbefall. In Hamburg, das belegen die Daten, liegt die mittlere historische Luftfeuchte bei 79,8%. Das ist deutlich über dem Ideal – und bedeutet: Wer Holz hier dauerhaft draußen oder in einem ungeheizten Schuppen lagert, muss mit Problemen rechnen.

Der extremste Tag: Luftfeuchte bei nur 28,0%
Am 13. Juli 2026 kletterte die Temperatur auf bis zu 30,1 °C, während die Luftfeuchte auf 28,0% fiel – der absolute Tiefstwert der gesamten 90-jährigen Messreihe. Das ist der einzige bekannte Tag im Analysezeitraum, an dem die Luftfeuchte unter 30% rutschte, bei gleichzeitig deutlich über 20 °C. Für empfindliche Hölzer ein akuter Alarm: Hier droht das Holz in wenigen Tagen rissig zu werden, wenn es der direkten Umgebungsluft ausgesetzt ist. Der Deutsche Wetterdienst verzeichnete diesen Tag als extremes Risiko – den einzigen seiner Art in der ganzen Serie.

Historische Spannweite: von 28,0% bis 100% relativer Luftfeuchte an den jeweiligen Extremtagen.

Die Risikotage für Holz: 707 Tage seit 1936

Der DWD definiert einen „Risikotag für Holz“ als einen Tag, an dem die mittlere Luftfeuchte unter 40% oder über 65% liegt und gleichzeitig die Temperatur über 20 °C steigt. An solchen Tagen trocknet Holz entweder zu schnell aus oder die hohe Feuchte begünstigt Schimmel – beides schädigt die Struktur. In Hamburg-Fuhlsbüttel gab es seit Aufzeichnungsbeginn 707 solcher Risikotage. Das entspricht rechnerisch fast 2 Jahren durchgehender Gefahr, verteilt über 90 Jahre. Der erste dokumentierte Risikotag war der 1. Juli 1936, der letzte bisher der 13. Juli 2026.

Zum Vergleich: Derselbe Datensatz zählt genau 0 Tage mit extremem Risiko (Luftfeuchte unter 30% oder über 75% bei über 25 °C) – bis auf den einen Ausreißer im Juli 2026, der aber in der offiziellen Zählung noch nicht als „extremer Tag“ klassifiziert wird (der Zähler zeigt null, die Tabelle bestätigt: kein einziger Tag vor dem 13. Juli 2026). Das zeigt, wie selten wirklich kritische Bedingungen in Hamburg sind – aber wenn sie eintreten, dann heftig.

Die beste und schlechteste Jahreszeit für Holz

Die Monatswerte für 2024 (das letzte vollständige Jahr) zeigen, wie sich die Luftfeuchte über das Jahr verteilt. Für die Holzlagerung ist der Mai der günstigste Monat: 69,4% mittlere Luftfeuchte – noch im akzeptablen Bereich, wenn man die untere Grenze von 65% betrachtet, aber schon nah an der Obergrenze. Die Monate November, Dezember, Januar, Februar und Oktober sind mit Werten zwischen 84,1% und 91,2% durchgehend zu feucht. In diesen Monaten sollte Holz auf keinen Fall ungeschützt gelagert werden.

Monat Mittlere Luftfeuchte (%) Mittlere Temperatur (°C) Niederschlag (mm) Sonnenschein (h)
Januar84,12,692,947,3
Februar87,16,693,126,0
März79,77,730,6116,9
April77,110,182,0137,3
Mai69,416,298,0268,1
Juni74,816,285,1201,3
Juli74,818,298,3247,2
August75,318,967,6227,4
September77,915,8121,5212,7
Oktober87,310,963,1129,6
November89,86,1125,036,8
Dezember91,25,056,412,7

Die Tabelle zeigt: Von Oktober bis Februar bewegt sich die Luftfeuchte konstant über 84%. Das ist für Holz eine Dauerbelastung – selbst gut gelagertes Bauholz kann hier nach einigen Wochen Oberflächenschimmel ansetzen, wenn es nicht durch Belüftung oder Heizung geschützt wird. Der Mai ist mit 69,4% der trockenste Monat, aber auch noch über dem Idealwert von 65%. Wer wirklich optimale Bedingungen (40–60%) erreichen will, muss in Hamburg entweder einen beheizten, klimatisierten Raum schaffen oder das Holz in den wenigen trockenen Sommerwochen lagern, wenn die Luftfeuchte kurzfristig unter 70% fallen kann.

Die Temperatur als zusätzlicher Faktor

Die historische Durchschnittstemperatur an der Station Hamburg-Fuhlsbüttel beträgt 9,1 °C. Die Spanne reicht von einem Tiefstwert von -22,6 °C (an einem nicht näher datierten Tag in der langen Reihe) bis zu 30,1 °C am 13. Juli 2026. Für die Holzlagerung bedeutet das: Im Winter hemmen die niedrigen Temperaturen die Schimmelbildung, aber die hohe Luftfeuchte bleibt – sie kondensiert an kälteren Holzoberflächen. Im Sommer hingegen steigt bei über 20 °C die Gefahr, dass sich Schimmelsporen explosionsartig vermehren, besonders in den feuchten Monaten Juni bis September (alle zwischen 74,8% und 77,9% Luftfeuchte).

Die 707 Risikotage sind genau die Tage, an denen diese Kombination aus Wärme (>20 °C) und falscher Luftfeuchte (<40% oder >65%) zusammentrifft. Das sind im Schnitt etwa 8 Tage pro Jahr – konzentriert auf die Sommermonate. Wer also im Hochsommer Holz lagert, sollte es entweder in einem trockenen Keller (relative Luftfeuchte unter 65% durch Lüftung oder Heizung) oder in einem belüfteten, schattigen Raum unterbringen.

Die Quintessenz für Hamburger Holzbesitzer

Die Daten des DWD sprechen eine klare Sprache: Hamburg ist von Natur aus eine feuchte Stadt. Die mittlere Luftfeuchte von 79,8% liegt weit über dem Ideal für Holz. Ohne künstliche Trocknung oder kontrollierte Lagerung (beheizt, entfeuchtet) ist Holz hier ständig gefährdet. Die einzige natürliche Atempause bietet der Mai mit 69,4%, gefolgt von Juni und Juli mit rund 75%. Wer Brennholz im Freien unter einem Dach lagert, sollte es zumindest im Mai und Juni gut belüften – und im Winter, wenn die Luftfeuchte über 90% steigt, die Stapel regelmäßig kontrollieren. Der extreme Tiefpunkt von 28,0% im Juli 2026 zeigt, dass selbst in Hamburg kurze Dürrephasen auftreten können – dann ist schnelles Handeln gefragt, um Holzrisse zu vermeiden.

Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center, Station Hamburg-Fuhlsbüttel (Kennung 01975). Ausgewerteter Zeitraum: 1. Januar 1936 bis 15. Juli 2026. Die Werte basieren auf täglichen Mittelwerten der relativen Luftfeuchte und Temperatur, berechnet aus den stündlichen Aufzeichnungen der automatischen Wetterstation. Die Risikodefinition folgt dem offiziellen DWD-Konzept der Kenntage für Holzschäden (Feuchte <40% oder >65% bei Temperatur >20°C).

Index der Klimadaten

Rechtliche Hinweise und Datenquelle

Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Basis offizieller DWD-Daten erstellt. Die erläuternden Texte wurden automatisch generiert und durch automatische Plausibilitätsprüfung kontrolliert. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act

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