Aktualisiert: 2026-07-10
Das extremste Jahr seit 1954: Im Hitzesommer 2003 fiel die mittlere relative Luftfeuchtigkeit auf 67,4 % – der niedrigste Jahreswert der gesamten Münchner Messreihe. Das sind etwa fünf Prozentpunkte unter dem langjährigen Mittel. Für gelagertes Holz bedeutet das eine erhöhte Rissgefahr: Die Luft saugt dem Holz Feuchtigkeit, es schwindet schneller. Der feuchteste Jahresmittelwert stammt aus dem Jahr 2001 mit 79,3 % – ein Spitzenwert, der in über siebzig Jahren nicht wieder erreicht wurde.
Für die Konservierung von Holz ist die Luftfeuchtigkeit entscheidend. Im Münchner Klima (Station München-Stadt, DWD-Kennung 03379) schwankt die mittlere relative Feuchte von Jahr zu Jahr. Die folgende Tabelle zeigt jeden Jahresmittelwert von 1985 bis 2026 – ein Ausschnitt aus der Reihe, die am 1. Juni 1954 beginnt und bis zum 6. Juli 2026 reicht. Die Spanne reicht von 67,4 % (2003) bis 79,3 % (2001). Das ist eine Differenz von rund zwölf Prozentpunkten – für Holz ein erheblicher Unterschied.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Relative Feuchte (%) |
|---|---|
| 1987 | 75,9 |
| 1995 | 75,8 |
| 1996 | 76,7 |
| 2000 | 76,5 |
| 2001 | 79,3 |
| 2002 | 75,4 |
| 2003 | 67,4 |
Ein Jahr wie 2023 zeigt, wie stark die Luftfeuchtigkeit zwischen den Jahreszeiten schwankt. Im Juni, mit einer Mitteltemperatur von 20,0 °C, fällt die relative Feuchte auf 55,1 % – das ist für Münchner Verhältnisse sehr trocken und kann bei ungeschütztem Holz schnell zu oberflächlichen Rissen führen. Im November dagegen klettert die Luftfeuchte auf 77,0 %, im Januar auf 76,7 %. Wer Holz lagert, sollte diese Spitzen kennen: Die Sommer fallen oft unter 70 %, die Winter liegen meist über 75 %.
| Monat | Temperatur (°C) | Niederschlag (mm) | Relative Feuchte (%) | Sonnenschein (h) | Bewölkung (Achtel) |
|---|---|---|---|---|---|
| Jan | 3,4 | 0,6 | 76,7 | 1,8 | 7,1 |
| Feb | 3,4 | 1,2 | 73,4 | 4,2 | 5,9 |
| Mrz | 7,1 | 1,6 | 67,7 | 4,4 | 6,9 |
| Apr | 8,0 | 3,7 | 71,9 | 4,1 | 6,7 |
| Mai | 14,0 | 2,7 | 70,7 | 6,6 | 5,8 |
| Jun | 20,0 | 1,8 | 55,1 | 11,1 | 3,7 |
| Jul | 21,0 | 3,1 | 61,7 | 7,8 | 5,5 |
| Aug | 20,1 | 5,9 | 70,3 | 7,2 | 5,3 |
| Sep | 18,2 | 1,2 | 70,7 | 9,2 | 3,7 |
| Okt | 13,3 | 1,5 | 70,2 | 5,4 | 6,1 |
| Nov | 6,0 | 6,1 | 77,0 | 2,3 | 6,8 |
| Dez | 4,5 | 3,8 | 75,9 | 2,5 | 6,7 |
Die optimale relative Luftfeuchtigkeit zur Konservierung von Holz liegt meist zwischen 50 und 65 %. In München sinken die Monatsmittel im Juni auf 55,1 % und im Juli auf 61,7 % – das sind für einige Wochen ideale Bedingungen, besonders in Kombination mit viel Sonne. Allerdings steigt die Luftfeuchte in den Herbst- und Wintermonaten regelmäßig über 75 %. Wer über Jahre hinweg Holz trocken lagern will, muss gerade von November bis Februar mit Werten über 75 % rechnen, die Schimmel- und Pilzwachstum begünstigen. Das Jahr 2001 mit 79,3 % war ein Extremfall – ein ganzer Winter unter Dauerfeuchte.
Der trockenste Sommer seit Aufzeichnungsbeginn war das Jahr 2003 mit 67,4 % im Mittel – ein Wert, der zwar unter der 70-Prozent-Schwelle liegt, aber für nordische Hölzer wie Fichte oder Kiefer noch keine akute Rissbildung bedeuten muss. Dennoch: Wer empfindliche Hölzer (etwa Ahorn oder Buche) lagert, sollte in Jahren mit unter 70 % Jahresmittel wie 2026 (68,0 %), 2022 (69,8 %) oder 1998 (69,6 %) besonders auf kontrollierte Umgebungsbedingungen achten.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center. Station München-Stadt (Kennung 03379). Zeitreihe der mittleren relativen Luftfeuchtigkeit (Tagesmittel → Jahresmittel) von 1954-06-01 bis 2026-07-06. Die Monatswerte in der Tabelle beziehen sich auf das Kalenderjahr 2023. Alle Angaben ohne Gewähr. Lizenz: GeoNutzV.
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