Actualizado: 2026-07-10
Das Jahr 2022 war für München eines der trockeneren seit Beginn der Messungen an der DWD-Station München-Stadt (Kennung 03379). Die verfügbaren Aufzeichnungen reichen vom 1. Juni 1954 bis zum 6. Juli 2026, doch der Fokus liegt hier auf dem kompletten Kalenderjahr 2022, verglichen mit dem langjährigen Durchschnitt der Periode 1991–2020. Die Abweichung von fast -110 mm ist kein Randphänomen – sie entspricht etwa der Regenmenge eines durchschnittlichen November an der Station.
Der Deutsche Wetterdienst berechnet für jede Klimastation sogenannte Normalwerte, die auf einer 30-jährigen Referenzperiode basieren. Für München-Stadt liegt der mittlere Jahresniederschlag der Jahre 1991 bis 2020 bei 939,7 mm. Im Jahr 2022 registrierte die Station dagegen nur 830,3 mm – das sind 109,4 mm weniger oder umgerechnet ein Minus von knapp 12 Prozent. Wer in München lebt, erinnert sich an den Sommer 2022: viele Sonnenstunden, lange Trockenphasen und eine Hitzewelle im Juli, die den Boden austrocknen ließ. Die Zahlen bestätigen diesen Eindruck.
Um die Schwankungen besser zu verstehen, lohnt der Blick auf das Folgejahr 2023. Hier zeigen sich extreme Unterschiede zwischen den Monaten: Während der Januar mit 18,3 mm fast völlig trocken blieb (das ist weniger als ein normaler Regentag im Winter), brachte der August 184,2 mm und der November 183,1 mm. Zwei Monate mit jeweils fast 200 mm – das ist mehr als die Hälfte des gesamten Jahresniederschlags von 2022. Die folgende Tabelle zeigt die monatlichen Summen für 2023:
| Monat | Niederschlag (mm) |
|---|---|
| Januar | 18,3 |
| Februar | 34,9 |
| März | 48,6 |
| April | 112,0 |
| Mai | 83,4 |
| Juni | 54,5 |
| Juli | 95,4 |
| August | 184,2 |
| September | 35,6 |
| Oktober | 45,9 |
| November | 183,1 |
| Dezember | 117,6 |
Einige Monate stechen hervor: Der April fiel mit 112,0 mm bereits recht nass aus, aber der August und der November übertrafen dies mit fast 185 mm beziehungsweise 183 mm deutlich. Der Januar hingegen brachte nur 18,3 mm – das ist ein Extremwert, der in einem einzelnen Monat weniger Niederschlag zeigt als mancher einzelne Tag in einem nassen Monat. Der September und Oktober blieben mit 35,6 mm und 45,9 mm ebenfalls unterdurchschnittlich.
Die Differenz von -109,4 mm zwischen 2022 und dem Mittel 1991–2020 mag auf den ersten Blick nicht dramatisch wirken – München bekommt im Schnitt fast 940 mm Regen im Jahr. Doch wer die monatlichen Werte betrachtet, erkennt, wie ungleichmäßig die Verteilung ist. In einem „normalen" Jahr verteilt sich der Niederschlag relativ gleichmäßig über die zwölf Monate, mit einem leichten Schwerpunkt im Sommer. 2022 dagegen blieben mehrere Monate hinter den Erwartungen zurück, sodass die Gesamtsumme deutlich niedriger ausfiel. Das Defizit entspricht etwa der Regenmenge, die in München im Durchschnitt in sechs bis acht Wochen fällt – eine plausible Vorstellung für die Dauer einer ausgeprägten Trockenperiode.
Für Mieter und Hausbesitzer, die einen Garten bewirtschaften, oder für Stadtplaner, die sich mit der Wasserversorgung der Isar-Metropole befassen, sind solche Abweichungen relevant. Ein Jahr mit 830,3 mm bedeutet weniger Grundwasserneubildung, trockenere Böden und einen höheren Bewässerungsbedarf für Grünflächen. Wer nach München zieht oder eine Reise plant, kann anhand dieser Daten einschätzen: Die Stadt ist im Schnitt gut mit Regen versorgt, doch einzelne Jahre wie 2022 zeigen, dass auch hier Trockenheit möglich ist – und zwar eine, die 109,4 mm unter dem langjährigen Mittel liegt.
Datenquelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center (CDC). Station: München-Stadt (Kennung 03379). Zeitreihe: 1954-06-01 bis 2026-07-06. Normalwert 1991–2020. Lizenziert unter GeoNutzV. Niederschlagssummen gerundet auf eine Dezimalstelle. Keine Daten außerhalb des genannten Zeitraums verwendet.
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