Aktualisiert: 2026-07-10 · Daten vom Deutschen Wetterdienst (DWD) – Station Hamburg-Fuhlsbüttel
Am 3. Januar 1976 jagten Sturmböen mit durchschnittlich 15,1 m/s über Hamburg, und es regnete. Es war der windigste Tag mit Niederschlag seit Bestehen der Aufzeichnungen – und zugleich der windigste aller Tage, ob mit oder ohne Regen. Seit einem halben Jahrhundert hat kein einziger Sturm diesen Rekord geknackt.
Der Deutsche Wetterdienst hat für die Station Hamburg-Fuhlsbüttel Daten von Januar 1936 bis Juli 2026 ausgewertet. Die Frage: Sind Regentage auch die windigeren? Die Antwort liefert ein direkter Vergleich:
An Tagen mit Niederschlag erreichte die mittlere Windgeschwindigkeit über den gesamten Zeitraum 4,5 m/s. An allen Tagen zusammen – ob Regen, Sonne oder Schnee – lag der Durchschnitt bei 4,0 m/s. Der Unterschied mag unscheinbar klingen, doch er bedeutet: An Regentagen weht der Wind im Schnitt um mehr als 10 % stärker. Regen und Wind treten in Hamburg deutlich häufiger gemeinsam auf, als es der Zufall erwarten ließe.
Das spiegelt die typische Wetterlage wider: Tiefdruckgebiete über der Nordsee schaufeln feuchte Luft heran und sorgen gleichzeitig für böigen Wind – eine Kombination, die Hamburg besonders aus dem Westen kennt.
Der stürmischste Tag mit Regen war – wie schon eingangs erwähnt – der 3. Januar 1976 mit einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von 15,1 m/s. Das ist fast Windstärke 7 auf der Beaufort-Skala, schon eine kräftige Brise. Überraschenderweise war dieser Tag nicht nur der windigste unter den Regentagen, sondern auch der windigste Tag überhaupt im gesamten Messzeitraum. Der Rekordwert für alle Tage, ob nass oder trocken, beträgt ebenfalls 15,1 m/s – und fällt auf dasselbe Datum. Es war also ein Ausnahmetag, der Maßstäbe setzte, die bis heute unerreicht blieben.
Ein Blick auf das Jahr 2023 (das letzte vollständige Kalenderjahr im Datensatz) zeigt, wie sich Regen und Wind über die Monate verteilen:
| Monat | Niederschlag (mm/Tag im Mittel) | Windgeschw. (m/s im Mittel) |
|---|---|---|
| Januar | 3,0 | 6,1 |
| Februar | 2,1 | 4,2 |
| März | 3,1 | 4,6 |
| April | 1,4 | 4,4 |
| Mai | 0,5 | 4,2 |
| Juni | 1,9 | 3,4 |
| Juli | 4,6 | 4,1 |
| August | 2,6 | 3,3 |
| September | 0,7 | 3,2 |
| Oktober | 4,5 | 4,2 |
| November | 2,5 | 4,6 |
| Dezember | 4,4 | 4,8 |
Der Januar sticht deutlich hervor: Mit 6,1 m/s im Mittel war er 2023 der mit Abstand windigste Monat und brachte zugleich mit 3,0 mm pro Tag mäßig viel Regen. Der Juli war zwar der regenreichste Monat des Jahres (4,6 mm/Tag), doch der Wind blieb mit 4,1 m/s moderat. Der September zeigte die ruhigste Kombination: nur 0,7 mm Regen und 3,2 m/s Wind – ein typischer Spätsommermonat an der Elbe.
Auffällig: Die Monate mit den höchsten Windmittelwerten (Januar mit 6,1 und Dezember mit 4,8 m/s) sind auch die mit hohen Niederschlagsmengen. Die winterlichen Monate bringen also nicht nur Kälte, sondern auch die unruhigste Witterung. Im Mai dagegen traf wenig Regen (0,5 mm/Tag) auf mäßigen Wind (4,2 m/s).
Die Auswertung über 90 Jahre bestätigt, was viele Hamburger aus eigener Erfahrung kennen: Wenn es regnet, weht fast immer auch eine frische Brise. Mit 4,5 m/s an Regentagen gegenüber 4,0 m/s an allen Tagen ist der Unterschied zwar nicht dramatisch, aber messbar und stabil. Der stürmischste Rekordtag – der 3. Januar 1976 mit 15,1 m/s – zeigt, dass die stärksten Winde in Hamburg meist von Niederschlag begleitet werden. Das gilt für das ganze Jahr, aber besonders in den Herbst- und Wintermonaten, wenn Tiefdruckgebiete das Wetter bestimmen.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center, Station Hamburg-Fuhlsbüttel (Kennung 01975). Messzeitraum: 1. Januar 1936 bis 6. Juli 2026. Alle Angaben basieren auf der offiziellen Stationsmessung der durchschnittlichen Windgeschwindigkeit (m/s) und der täglichen Niederschlagssumme (mm). Berechnung nach den Kenntage-Kriterien des DWD (Niederschlag > 0 mm gilt als Regentag). Die Auswertung wurde im Juli 2026 erstellt und ist unter histoclima.com abrufbar.
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