Wind und Regen in Hamburg: Wie hängt das zusammen?

Aktualisiert: 2026-09-28

An Regentagen zieht der Wind über Hamburg mit einer mittleren Geschwindigkeit von 4,5 m/s dahin, an Trockentagen sind es nur 3,47 m/s. Der Unterschied klingt klein, ist aber über die gesamte Messreihe hinweg erstaunlich konstant. Diese Zahl entstammt 14.134 Regentagen und 12.153 Trockentagen, die an der Station Hamburg-Fuhlsbüttel ausgewertet wurden.

Mittlere Windgeschwindigkeit an Regentagen bzw. an Trockentagen – DWD, Station Hamburg-Fuhlsbüttel

Die Frage "Ist es in Hamburg windig, wenn es regnet?" lässt sich also mit einem klaren Ja beantworten. Der Wind ist an Regentagen stärker. Um wie viel, das zeigen die DWD-Daten der Station Hamburg-Fuhlsbüttel für den Zeitraum 1951 bis 2024. Die Messreihe reicht zwar bis zum 1. Januar 1936 zurück und bis zum 31. Dezember 2025, doch nur vollständige Jahre fließen in die Mittelwerte ein.

Am deutlichsten zeigt sich der Unterschied bei den Böen. An Regentagen erreichen die Böen im Mittel 12,24 m/s. An Trockentagen sind es 9,48 m/s. Das ist kein Zufall: Regen fällt in Hamburg fast immer aus durchziehenden Tiefdruckgebieten, und die bringen Wind mit. Wer bei Regen vor die Tür tritt, spürt nicht nur die Nässe, sondern auch deutlich mehr Luftbewegung.

Wind und Regen im Monatsverlauf

Der Zusammenhang wird noch anschaulicher, wenn man die einzelnen Monate betrachtet. In Hamburg ist der Wind im Winterhalbjahr am stärksten, während die Niederschlagsmengen im Sommer ihren Höhepunkt erreichen und danach zum August hin wieder zurückgehen. Die folgende Tabelle zeigt die mittlere Niederschlagsmenge pro Tag und die mittlere Windgeschwindigkeit für jeden Monat.

Monat Mittlerer Niederschlag (mm) Mittlere Windgeschwindigkeit (m/s)
Januar2,04,6
Februar1,84,5
März1,74,5
April1,54,1
Mai1,93,8
Juni2,53,6
Juli2,63,6
August2,53,4
September2,33,6
Oktober2,03,9
November2,24,3
Dezember2,34,5

Was fällt auf? Der windigste Monat in Hamburg ist der Januar mit einer mittleren Windgeschwindigkeit von 4,6 m/s. Am ruhigsten ist es im August mit 3,4 m/s. Und die niederschlagsreichsten Monate – Juli mit 2,6 mm sowie Juni und August mit jeweils 2,5 mm – gehören gleichzeitig zu den windärmsten. Das liegt daran, dass der Sommerregen in Hamburg oft aus Schauern und Gewittern fällt, die lokal begrenzt sind und nicht zwangsläufig mit großflächigem Starkwind einhergehen. Die stürmischen Tage dagegen konzentrieren sich auf die kalten Monate: Von November bis März liegt die mittlere Windgeschwindigkeit bei 4,3 m/s bis 4,6 m/s.

Der scheinbare Widerspruch löst sich, wenn man genauer hinsieht: Im Monatsmittel fällt der meiste Regen im Sommer, aber die Verbindung zwischen Wind und Regen zeigt sich im Tagesvergleich, nicht im Monatsmittel. An einzelnen Regentagen – egal in welchem Monat – ist der Wind über Hamburg stärker als an trockenen Tagen. Dieser Zusammenhang ist in den Daten über den gesamten Zeitraum von 1951 bis 2024 sichtbar.

Was der Vergleich der Tage verrät

Die Auswertung der DWD-Daten für Hamburg-Fuhlsbüttel stützt sich auf eine sehr große Zahl von Einzeltagen. 14.134 Regentage und 12.153 Trockentage wurden gegenübergestellt. Das Ergebnis ist eindeutig: An Regentagen weht der Wind in Hamburg im Mittel mit 4,5 m/s, an Trockentagen mit 3,47 m/s. Bei den Böen ist der Abstand noch größer: 12,24 m/s an Regentagen gegenüber 9,48 m/s an trockenen Tagen.

Für den Alltag in Hamburg heißt das: Wer an einem Regentag unterwegs ist, muss nicht nur mit Nässe rechnen, sondern auch mit spürbar mehr Wind. Der Regenschirm wird zum Risiko, die Jacke zur besseren Wahl. Und wer wissen will, wann es in Hamburg am windigsten ist, findet die Antwort in den Wintermonaten – unabhängig davon, ob gerade Regen fällt oder nicht.

Bemerkenswert ist, dass die Station Hamburg-Fuhlsbüttel nur 11 m über dem Meeresspiegel liegt. Trotzdem reichen die Unterschiede zwischen Regen- und Trockentagen aus, um sich im langjährigen Mittel klar abzuzeichnen. Das liegt an der offenen Lage der Stadt nahe der Nordsee: Tiefdruckgebiete ziehen hier häufig durch und bringen Regen und Wind im Paket.

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center. Station Hamburg-Fuhlsbüttel. Auswertungszeitraum 1951–2024.

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Rechtliche Hinweise und Datenquelle

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