Aktualisiert: 2026-08-14
Am 3. Januar 1976 fegte der heftigste Windstoß über die Messgeräte der Station Leipzig/Halle, der in der gesamten verfügbaren Datenreihe erfasst wurde. Dieser Wert markiert bis heute den absoluten Höhepunkt der Böenstatistik – und die letzte dokumentierte Gelegenheit, bei der Leipzig an einem einzelnen Tag eine solche Wucht erlebte. Gut vier Jahrzehnte davor herrschte noch die typische winterliche Großwetterlage, die solche Orkanböen begünstigt.
Die Frage, ob die extremsten Windspitzen in Leipzig im Laufe der Jahrzehnte zugenommen haben, lässt sich anhand der offiziellen Messdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für die Station Leipzig/Halle präzise beantworten. Der untersuchte Zeitraum erstreckt sich vom 1. Januar 1934 bis zum 12. August 2026. Die Antwort lautet: Gemessen an den jährlichen Höchstwerten der Böen hat die Stärke der extremen Windspitzen in Leipzig nicht kontinuierlich zugenommen. Die höchsten jemals registrierten Spitzen stammen aus den 1970er- und 1980er-Jahren.
In der Rangliste der jährlichen Höchstwerte stechen vor allem zwei Jahre hervor, in denen Böen von 37,0 m/s gemessen wurden: 1976 und 1984. Beide Werte liegen deutlich über den Spitzenreitern der folgenden Jahrzehnte. Die fünf stärksten Jahresmaxima im gesamten Beobachtungszeitraum sind:
| Jahr | Maximale Windspitze (m/s) | Durchschnittliche Windgeschwindigkeit (m/s) |
|---|---|---|
| 1976 | 37,0 | 4,2180790960452 |
| 1984 | 37,0 | 4,70335195530726 |
| 2018 | 35,7 | 4,10812324929972 |
| 2019 | 34,3 | 4,32657534246575 |
| 1978 | 34,0 | 4,40084507042253 |
Bemerkenswert ist die Verteilung: Drei dieser fünf Jahresrekorde fallen in die 1970er-Jahre, ein weiterer in die 1980er-Jahre. Erst 2018 und 2019 erreichen wieder zwei Jahre das obere Ende der Skala. Der Spitzenwert von 35,7 m/s im Jahr 2018 und 34,3 m/s im Jahr 2019 zeigt zwar, dass extreme Böen auch in jüngerer Zeit auftreten können – sie bleiben jedoch unter den Rekordwerten der 1970er- und 1980er-Jahre.
Am anderen Ende der Statistik stehen Jahre, in denen die stärkste Böe gerade einmal die Marke von 19,0 m/s erreichte. Das Jahr 1987 war in dieser Hinsicht das windschwächste des gesamten Messzeitraums. Auch in den jüngsten Jahren fanden sich auffallend milde Böenmaxima:
| Jahr | Maximale Windspitze (m/s) | Durchschnittliche Windgeschwindigkeit (m/s) |
|---|---|---|
| 1987 | 19,0 | 3,79342857142857 |
| 2026 | 20,9 | 3,77207207207207 |
| 2012 | 22,5 | 4,03989071038251 |
| 2025 | 22,8 | 3,88980716253444 |
| 1988 | 23,0 | 4,03746478873239 |
Auffällig ist, dass gleich zwei der fünf windschwächsten Jahre – 2025 mit 22,8 m/s und das laufende Jahr 2026 mit bisher 20,9 m/s – in die jüngste Vergangenheit fallen. Das Jahr 2026 zeigt bislang die zweitniedrigste maximale Windspitze der gesamten Serie. Auch 2012 mit 22,5 m/s ordnet sich in diese Reihe der besonders ruhigen Jahre ein.
Betrachtet man die Daten nicht nach einzelnen Jahren, sondern nach Jahrzehnten, so bestätigt sich der Eindruck: Die beiden Jahrzehnte mit den höchsten Windspitzen waren die 1970er- und die 1980er-Jahre. In beiden Dekaden wurde eine maximale Böe von 37,0 m/s gemessen. Die vollständige Übersicht der Jahrzehnte zeigt folgendes Bild:
| Jahrzehnt | Höchste Windspitze (m/s) | Durchschnittliche Windgeschwindigkeit (m/s) |
|---|---|---|
| 1970er | 37,0 | 4,346882399368587 |
| 1980er | 37,0 | 4,409473684210526 |
| 1990er | 34,0 | 4,44050842774247 |
| 2000er | 32,2 | 4,3490201490477505 |
| 2010er | 35,7 | 4,067508232711306 |
| 2020er | 30,9 | 4,1311074243052675 |
Die 2020er-Jahre weisen mit einer bisherigen Höchstspitze von 30,9 m/s den niedrigsten Wert aller ausgewiesenen Jahrzehnte auf. Dieser Wert liegt deutlich unter dem Rekordniveau von 37,0 m/s aus den 1970er- und 1980er-Jahren. Selbst das vergleichsweise windige 2010er-Jahrzehnt erreichte mit 35,7 m/s nicht ganz das Spitzenniveau der 1970er/80er.
Alle verfügbaren Jahreswerte von 1972 bis 2026 zeigt die folgende Tabelle. Sie verdeutlicht, dass es keine kontinuierliche Zunahme der Windspitzen gibt – vielmehr schwanken die Maxima von Jahr zu Jahr erheblich: Zwischen den Jahren mit 37,0 m/s und einem Minimum von 19,0 m/s im Jahr 1987 liegen Welten.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Maximale Windspitze (m/s) | Durchschnittliche Windgeschwindigkeit (m/s) |
|---|---|---|
| 1972 | 33,0 | 5,95555555555556 |
| 1983 | 29,0 | 4,88133704735376 |
| 1985 | 25,0 | 4,76918767507003 |
| 1990 | 33,0 | 4,99805555555556 |
| 1992 | 34,0 | 4,72206703910615 |
| 1993 | 34,0 | 4,73424657534247 |
| 2014 | 23,5 | 3,66767123287671 |
Die Datenreihe zeigt eindrucksvoll: Eine generelle Zunahme der extremsten Windspitzen ist für Leipzig nicht feststellbar. Während in den 1970er- und 1980er-Jahren Böen von 37,0 m/s auftraten, blieben die jüngsten Jahre – mit Ausnahme von 2018 und 2019 – deutlich darunter. Interessant ist auch, dass die durchschnittliche Windgeschwindigkeit über die Jahrzehnte relativ stabil blieb, wobei die 2010er-Jahre mit 4,067508232711306 m/s den niedrigsten Mittelwert aufweisen.
Für alle, die sich über das aktuelle Windgeschehen in Leipzig informieren möchten oder genaue Hintergründe zu einem bestimmten Jahr suchen: Die vollständige Auswertung basiert auf den offiziellen Messdaten des Deutschen Wetterdienstes, der an der Station Leipzig/Halle seit 1934 kontinuierlich Windgeschwindigkeit und -spitzen erfasst.
Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Station Leipzig/Halle
Messzeitraum: 1. Januar 1934 bis 12. August 2026
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