Aktualisiert: 10. Juli 2026
Die stärkste jemals registrierte Böe an der DWD-Station Leipzig-Holzhausen wurde am 21. Februar 1967 gemessen: eine Spitzenbö von 34,0 m/s (122 km/h). Das entspricht der Hurrikan-Stärke 12 auf der Beaufort-Skala. Seit mehr als 55 Jahren wartet dieser Rekord auf eine neue Herausforderin – keine spätere Böe konnte ihn bisher übertreffen. Die Aufzeichnungen der Station reichen bis in das Jahr 1759 zurück, aber für die Windspitzen liegt der Fokus auf der instrumentellen Ära ab 1967.
An jenem Februartag fegte ein schwerer Sturm über Leipzig. Die Messung von 34,0 m/s ist bis heute der absolute Höchstwert in der gesamten digitalen Serie der Station. Wer sich vorstellen möchte, wie sich 122 km/h anfühlen: Das ist deutlich mehr als die Geschwindigkeit, bei der ein Mensch kaum noch stehen kann. Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit lag 1967 im Jahresmittel bei 6,2 m/s – guter Wind, aber völlig harmlos gegen diesen Spitzenwert.
Die Tabelle zeigt für jedes Jahr den höchsten Böenwert (in m/s). Auffällig: Nach dem Rekord von 1967 schwanken die Spitzen meist zwischen 18 m/s und 29 m/s. Der zweithöchste Wert seit der Jahrtausendwende stammt aus dem Jahr 2002 mit 29,0 m/s – ebenfalls ein kräftiger Sturm. Seit 2015 pendelt das Maximum eher zwischen 18 und 26 m/s, mit einem kleinen Ausreißer nach oben im Jahr 2018 (27,4 m/s).
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Höchste Böe (m/s) | mittlere Windgeschwindigkeit (m/s) |
|---|---|---|
| 1967 | 34,0 | 6,2 |
| 1968 | 26,0 | 6,2 |
| 1969 | 20,0 | 7,6 |
| 1970 | 25,0 | 6,2 |
| 1971 | 23,0 | 6,5 |
| 1972 | 22,0 | 7,6 |
| 2005 | 21,9 | 2,2 |
Betrachtet man die Dekaden, wird der 34er-Rekord aus den 1960er Jahren noch deutlicher: In den 2000ern wurde mit 29,0 m/s (im Jahr 2002) der zweithöchste Wert der gesamten Messreihe erreicht. Die 1970er Jahre kamen auf 25,0 m/s, die 1990er auf 26,3 m/s. Seit 2010 liegt das Zehn-Jahres-Maximum bei 27,4 m/s (2018). Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit ist von 6,4 m/s in den 1960ern auf aktuell 2,3 m/s gesunken – ein deutlicher Hinweis darauf, dass sich das Windklima in Leipzig verändert hat, auch wenn die Spitzenböen weiterhin kräftig ausfallen können.
Eine Böe von 34 m/s (122 km/h) reißt Äste von Bäumen, kann lose Gegenstände durch die Luft wirbeln und lässt Fußgänger taumeln. Zum Vergleich: Die mittlere Windgeschwindigkeit in Leipzig liegt in den letzten Jahren zwischen 2,2 und 2,5 m/s – das ist eine leichte Brise. Der Rekord übertrifft diese Durchschnittswerte um mehr als das 15-fache. Im Februar 1967 war Leipzig für wenige Augenblicke Schauplatz eines Orkans.
Die DWD-Station Leipzig-Holzhausen (Indikativ 02928) besitzt eine der längsten instrumentellen Aufzeichnungen in Mitteldeutschland. Die ältesten Daten reichen bis zum 1. November 1759 zurück, die jüngsten bis zum 6. Juli 2026. Für die Windspitzen liegt der Fokus auf den Jahren ab 1967, da ältere Windmessungen oft nicht mit heutigen Methoden vergleichbar sind. Die hier gezeigten Werte stammen aus der offiziellen Datenbank des Deutschen Wetterdienstes (DWD, Climate Data Center) und wurden nach strengen Qualitätsstandards erhoben.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center. Station Leipzig-Holzhausen (Indikativ 02928). Lizenz: GeoNutzV. Die Abfrage umfasst den Zeitraum 1759–2026. Windspitzen (Böen) in m/s. Letzte Aktualisierung: Juli 2026.
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