Aktualisiert: 2026-08-24
Am 28. Oktober 2013 wurde an der Station Leuchtturm Kiel die höchste jemals gemessene Windböe der Messreihe registriert: 46,9 m/s. Das entspricht einer Orkanböe, wie sie an der Ostseeküste nur bei schweren Herbststürmen auftritt. Kein anderer Tag im Zeitraum von 1998 bis 2026 erreichte diesen Wert – die Böe vom Oktober 2013 bleibt der unangefochtene Spitzenreiter der gesamten verfügbaren Serie.
Stärkste Windböe im gesamten Messzeitraum
Wer in Kiel lebt oder die Förde besucht, kennt die plötzlich auffrischenden Winde. Doch die Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigen: Am 28.10.2013 tobte ein Orkan, der selbst für die stürmische Ostsee außergewöhnlich war. Die Böe von 46,9 m/s wurde an der Station Leuchtturm Kiel aufgezeichnet – das ist mehr als jedes andere Ereignis in den vergangenen 28 Jahren. Zum Vergleich: Die nächsten Werte in der Rangliste liegen deutlich darunter.
Die vollständige Liste der stärksten Böen zeigt, wie selten extreme Ereignisse sind. Die folgenden fünf Tage markieren die Spitzenwerte der gesamten Messreihe (1998–2026):
| Datum | Böe (m/s) |
|---|---|
| 2013-10-28 | 46,9 |
| 2005-01-08 | 42,9 |
| 2002-01-28 | 41,8 |
| 2002-02-26 | 41,6 |
| 2013-12-05 | 40,5 |
Diese Auswahl umfasst die höchsten Messwerte aus den Top-10-Daten. Auffällig: Drei der fünf extremsten Böen ereigneten sich in den Wintermonaten Januar und Februar – die Zeit der klassischen Orkantiefs über der Ostsee.
Die folgende Tabelle zeigt die höchste jemals gemessene Böe für jeden Monat. Deutlich erkennbar: Die stärksten Winde treten von Oktober bis März auf, wobei der Oktober mit 46,9 m/s den absoluten Spitzenwert hält.
| Monat | Rekordböe (m/s) |
|---|---|
| Januar | 42,9 |
| Februar | 41,6 |
| März | 39,3 |
| April | 32,9 |
| Mai | 33,9 |
| Juni | 32,2 |
| Juli | 33,3 |
| August | 31,3 |
| September | 31,9 |
| Oktober | 46,9 |
| November | 34,4 |
| Dezember | 40,5 |
Die Sommermonate bleiben mit Werten um 31 m/s deutlich moderater – eine typische Verteilung an der deutschen Ostseeküste. Der Oktober sticht mit 46,9 m/s besonders hervor, da er den höchsten Monatswert überhaupt darstellt.
Die folgende Tabelle listet die höchste Böe jedes einzelnen Jahres von 2001 bis 2026. Sie zeigt, wie variabel die Intensität von Jahr zu Jahr sein kann und dass extreme Ereignisse wie 2002, 2005 oder 2013 nicht die Regel sind.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Max. Böe (m/s) |
|---|---|
| 2002 | 41,8 |
| 2003 | 29,4 |
| 2004 | 39,3 |
| 2005 | 42,9 |
| 2013 | 46,9 |
| 2015 | 40,2 |
| 2022 | 39,2 |
Besonders bemerkenswert ist das Jahr 2013: Mit 46,9 m/s erreichte es nicht nur den höchsten Jahreswert, sondern markiert auch das absolute Maximum der Serie. Die Jahre 2005 (42,9 m/s) und 2002 (41,8 m/s) folgen mit etwas Abstand. Hingegen blieben 2003 und 2014 mit jeweils 29,4 m/s vergleichsweise ruhig – immerhin ein Unterschied von über 17 m/s zum Rekordjahr.
Eine Böe von 46,9 m/s entspricht weit mehr als der doppelten Windgeschwindigkeit eines schweren Sturms. Solche Werte treten in Kiel normalerweise nur alle paar Jahrzehnte auf. Laut DWD ist dieser Messwert umso bemerkenswerter, da die Station unmittelbar an der Kieler Förde liegt und damit den vollen Einfluss der Ostsee abbekommt. Für Segler und Bewohner der Küste ist der 28. Oktober 2013 bis heute ein Referenzdatum für extreme Herbststürme.
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Station Leuchtturm Kiel, Zeitraum 1998–2026.
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