Stärkste jemals gemessene Windböe in Kiel

Aktualisiert: 2026-07-10

Am 13. Januar 1993 tobte ein Orkan über Kiel, der eine Böe von 41,2 m/s (148 km/h) an der Wetterstation Kiel-Holtenau hinterließ. Das ist bis heute der absolute Rekord – kein einziger Sturm in den folgenden 33 Jahren hat diese Marke auch nur erreicht. Der 13. Januar 1993 markiert damit den windigsten Moment in Kiel seit Beginn der instrumentellen Aufzeichnung 1974.

Doch nicht nur dieser Spitzenwert macht den 13. Januar 1993 besonders. Auch der Folgetag, der 14. Januar 1993, brachte mit 38,1 m/s die zweithöchste Böe der gesamten Messreihe. Zwei aufeinanderfolgende Tage mit Orkanböen dieser Stärke sind in Kiel äußerst selten. Zum Vergleich: Mit 41,2 m/s würde ein Auto auf der Brücke ins Schwanken geraten; ein Mensch hätte ohne festen Halt keine Chance, stehen zu bleiben.

Jahresrekorde: Wie extrem war jedes einzelne Jahr?

Die folgende Tabelle zeigt die höchste gemessene Windböe pro Jahr – vom Start 1974 bis zum laufenden Jahr 2026. Deutlich zu sehen: Die 1990er-Jahre waren das windigste Jahrzehnt, mit mehreren Jahren über 35 m/s. Seit 2013 sind die Jahresmaxima deutlich niedriger; die 41,2 m/s von 1993 sind bis heute unerreicht.

197426.3198028.8198628.3199229.3199823.7200431.4201530.2202127.3202621.84122
Jahresreihe · Quelle: DWD

Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.

JahrMaximale Böe (m/s)
197636,0
198335,0
199036,5
199341,2
199935,0
200537,0
201421,8
Viento maximo historico · 1974–2026 (48 anios) — pasa el raton sobre cada barra

Die fünf heftigsten Sturmtage in Kiel

Nur an fünf Tagen seit 1974 wurden Böen von 36 m/s oder mehr registriert. Der Spitzenreiter vom Januar 1993 liegt mit deutlichem Abstand vor den anderen vier Extremereignissen:

1. 13. Januar 1993 – 41,2 m/s
2. 14. Januar 1993 – 38,1 m/s
3. 8. Januar 2005 – 37,0 m/s
4. 26. Januar 1990 – 36,5 m/s
5. 3. Januar 1976 – 36,0 m/s

Der 8. Januar 2005 ist der einzige Rekord des 21. Jahrhunderts in diesem Quintett – und liegt mit 37,0 m/s immer noch deutlich hinter dem Jahrhundertorkan von 1993.

Monatsrekorde: Wann im Jahr tobt der Wind am stärksten?

Die Tabelle zeigt die höchste jemals in jedem Monat gemessene Böe. Der Januar dominiert erwartungsgemäß, aber auch Mai und Dezember können extreme Werte liefern.

MonatRekordböe (m/s)
Januar41,2
Februar35,0
März31,4
April30,9
Mai35,0
Juni26,2
Juli22,6
August28,3
September31,4
Oktober31,0
November30,9
Dezember34,5

Im Juli erreicht der Wind mit 22,6 m/s sein jährliches Minimum – das ist weniger als die Hälfte des Januar-Rekords. Die Monate Juni, Juli und August sind die mit Abstand ruhigsten; kein einziger Sommertag schafft es jemals in die Top 10 der stärksten Böen.

Was bedeuten 41,2 m/s für Kiel?

Eine Böe von 41,2 m/s entspricht der Stärke 12 auf der Beaufort-Skala – Orkan. Auf freiem Feld kann ein solcher Wind Bäume entwurzeln, Dächer abdecken und selbst Lkw zum Umkippen bringen. Dass dieser Wert seit 1993 unerreicht bleibt, zeigt: Solche Extreme sind in Kiel nicht die Regel, sondern treten statistisch nur etwa einmal in dreißig Jahren auf. Die Messreihe der Station Kiel-Holtenau dokumentiert diesen Rekord lückenlos seit dem 1. Januar 1974.

Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center – Station Kiel-Holtenau (Indikativ 02564). Lizenz: GeoNutzV. Die Daten umfassen Tagesmaxima der Windböe von 1974 bis einschließlich 6. Juli 2026. Der Rekord vom 13. Januar 1993 stammt aus dem offiziellen Stationsarchiv, das ab 1974 vollständig vorliegt.

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