Aktualisiert: 10. Juli 2026
Orkanböe am 3. Dezember 1999 – An der DWD-Station List auf Sylt wurde an diesem Tag die höchste jemals gemessene Windböe registriert: 51,0 m/s (184 km/h). Das entspricht der Stärke eines schweren Orkans, wie er auf der Nordsee nur alle paar Jahrzehnte auftritt. Die Böe blieb bis heute ungeschlagen – seit über 26 Jahren hat kein Sturm diesen Wert mehr erreicht.
Gemessen wurde die Rekordböe um 18:00 UTC, die Windrichtung wurde nicht überliefert. Der Tag war Teil eines schweren Dezember-Orkans, der an der gesamten deutschen Nordseeküste Schäden verursachte.
Seit Beginn der Messungen am 1. Januar 1937 bis zum 6. Juli 2026 liefert die Station List auf Sylt (Indikativ 03032) eine der längsten und vollständigsten Windreihen Deutschlands. Die folgenden Daten zeigen die stärksten Böen, aufgeschlüsselt nach Jahren, Monaten und den absoluten Spitzenwerten.
Von den zehn stärksten jemals registrierten Böen ereigneten sich neun zwischen Oktober und Februar. Die Liste zeigt, dass die extreme Böe von 1999 mit deutlichem Abstand führt.
| Datum | Böe (m/s) | Richtung |
|---|---|---|
| 3. Dezember 1999 | 51,0 | — |
| 3. Januar 1976 | 45,3 | — |
| 17. Oktober 1967 | 44,3 | — |
| 16. Februar 1962 | 44,0 | — |
| 7. Oktober 1981 | 43,9 | — |
Zum Vergleich: Die Böe vom 3. Januar 1976 erreichte 45,3 m/s (163 km/h) – ebenfalls ein schwerer Orkan, aber immerhin 5,7 m/s schwächer als der Rekord. Die weiteren Spitzenwerte liegen dicht beieinander: Die Böen von 1967 und 1962 unterscheiden sich nur um 0,3 m/s.
Die folgende Tabelle zeigt die stärkste jemals gemessene Böe für jeden Monat. Deutlich zu erkennen: Die Wintermonate Dezember bis Februar dominieren, während die Sommermonate Juni und Juli die niedrigsten Maximalböen aufweisen.
| Monat | Rekordböe (m/s) |
|---|---|
| Januar | 45,3 |
| Februar | 44,0 |
| März | 36,8 |
| April | 40,1 |
| Mai | 35,5 |
| Juni | 32,9 |
| Juli | 32,9 |
| August | 37,1 |
| September | 39,6 |
| Oktober | 44,3 |
| November | 41,7 |
| Dezember | 51,0 |
Besonders auffällig: Der Juni und Juli teilen sich mit 32,9 m/s das gleiche Monatsmaximum. Im Dezember liegt der Rekord mit 51,0 m/s fast 6 m/s über dem zweitstärksten Monat (Januar, 45,3 m/s).
Die nachfolgende Tabelle zeigt für jedes Jahr die höchste gemessene Böe. Die Werte stammen aus der vollständigen Tagesreihe der Station List auf Sylt und umfassen den Zeitraum von 1950 bis zum laufenden Jahr 2026. Die Jahre 1937 bis 1949 sind in der Gesamtstatistik enthalten, werden hier aber nicht einzeln ausgewiesen, da sie lückenhaft sind.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Max. Böe (m/s) |
|---|---|
| 1962 | 44,0 |
| 1967 | 44,3 |
| 1976 | 45,3 |
| 1981 | 43,9 |
| 1999 | 51,0 |
| 2013 | 43,7 |
| 2018 | 27,6 |
Die Jahre 1962, 1967, 1976, 1981, 1983, 1999 und 2013 stechen mit Böen über 42 m/s hervor. Besonders bemerkenswert: Das Jahr 1999 übertrifft mit 51,0 m/s alle anderen um mindestens 5,7 m/s. Seither gab es nur 2013 mit 43,7 m/s einen nennenswerten Ausreißer nach oben.
Eine Böe von 51,0 m/s (184 km/h) entspricht der Kategorie Orkan (Stärke 12) auf der Beaufort-Skala. Solche Windgeschwindigkeiten treten auf Sylt im Durchschnitt nur etwa alle 30 bis 50 Jahre auf. Die nächststärkere Böe (45,3 m/s) liegt noch im Bereich schwerer Orkane – der Sprung zum Rekord ist außergewöhnlich groß.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center, CDC. Lizenz: GeoNutzV.
Station: List auf Sylt (Indikativ 03032). Messzeitraum: 1. Januar 1937 bis 6. Juli 2026.
Die Daten sind offizielle Tageswerte der DWD-Klimastation, aufbereitet durch histoclima.de. Alle angegebenen Werte stammen aus der vollständigen Reihenprüfung des DWD.
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