Wind und Kitesurfen in Kiel: Die verlässlichsten Monate und wie oft der Wind wirklich zieht

Aktualisiert: 10. Juli 2026
Daten der DWD-Station Kiel-Holtenau (Kennung 02564) – Zeitreihe 1974–2026

Kiel liegt an der Ostsee, zwischen Förde und offener See – das macht die Bedingungen zum Kitesurfen, Windsurfen und Segeln so konstant. Doch wie oft weht der Wind wirklich stark genug? Und wann ist die beste Zeit fürs Foilen oder große Sprünge? Die offizielle DWD-Station Kiel-Holtenau misst seit 1974. Aus diesen fünf Jahrzehnten haben wir die mittlere Windgeschwindigkeit und die Tage mit mittlerem Wind ≥ 5 m/s ausgewertet. Das entspricht etwa 18 km/h oder 10 Knoten – Untergrenze für gut kontrollierbares Kiten mit 9–12 m² Schirm. Hier die Fakten, direkt aus den Rohdaten.

An 89,6 Tagen im Jahr weht der Wind im Mittel mit mindestens 5 m/s. Das ist fast 12 Wochen pro Jahr mit nutzbarem Starkwind – kein Monat ohne Chance. Der Januar ist der beständigste Monat: im langjährigen Mittel 5,3 m/s Durchschnittswind. In diesem einen Monat liegt die mittlere Böe bei 14,0 m/s – das entspricht gut 50 km/h. Für erfahrene Kiter die Zeit für große Sprünge, für Einsteiger eher der Monat für kleinere Schirme oder wellengeschützte Spots.

Wer einen Kurs plant oder die Ausrüstung auf den Monat abstimmen will: Die folgende Tabelle zeigt die mittlere Windgeschwindigkeit und die durchschnittliche Böe für jeden Monat, basierend auf dem gesamten Jahr 2023 (das jüngste vollständige Kalenderjahr der Serie). Die Daten sind Mittelwerte der täglichen Aufzeichnungen – daraus liest man, wann der Wind am konstantesten und wann am lauesten ist.

Monatliche Windmittel und Böen (Datenbasis 2023)

Monat Mittlere Windgeschw. (m/s) Mittlere Böe (m/s)
Januar5,213,8
Februar4,711,7
März4,512,7
April4,511,5
Mai4,210,3
Juni3,810,0
Juli4,212,4
August3,69,7
September3,28,9
Oktober4,512,4
November4,511,6
Dezember5,314,0

Der Dezember ist der windigste Monat des Jahres 2023 – mit einem Mittel von 5,3 m/s und Böen von 14,0 m/s. Dicht gefolgt vom Januar (5,2 m/s, Böen 13,8 m/s). Die ruhigsten Monate sind August (3,6 m/s) und September (3,2 m/s). Für Kitesurfer bedeutet das: Die beste Zeit für konstante Winde liegt von November bis Februar. Wer wärmere Tage bevorzugt, findet im Mai, Juli und Oktober immerhin noch Mittelwinde um 4,2 bis 4,5 m/s – oft mit thermischer Komponente am Nachmittag.

Durchschnittliche Windtage pro Jahr: 89,6 – was heißt das für die Sportsaison?

Die Station Kiel-Holtenau registriert im langjährigen Mittel 89,6 Tage pro Jahr mit einer Windgeschwindigkeit von 5 m/s oder mehr. Das sind rund 3 Monate Starkwind – verteilt über das ganze Jahr. In diesen knapp 90 Tagen lässt sich in Kiel garantiert kiten, segeln oder windsurfen. Wer also einen Wochenendtrip plant: Die Wahrscheinlichkeit, einen Tag mit nutzbarem Wind zu erwischen, liegt rechnerisch bei etwa 25 % an einem beliebigen Tag. In den Wintermonaten steigt die Trefferquote auf 40–50 %.

Die Auswertung umfasst den kompletten Zeitraum von 1. Januar 1974 bis 6. Juli 2026 – mehr als 50 Jahre zusammenhängende Messreihe. Die mittlere Windgeschwindigkeit des beständigsten Monats (Januar) liegt bei 4,7 m/s im langjährigen Schnitt – das ist der Wert, der die Grundlage für die obige Jahreszahl bildet.

Hintergrund der Daten – was wird gemessen?

Die hier gezeigten Werte stammen von der offiziellen Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Kiel-Holtenau. Gemessen wird die mittlere Windgeschwindigkeit (velmedia) in 10 Metern Höhe über Grund, sowie die maximale Böe (racha) im jeweiligen Messzeitraum. Die Schwelle von 5 m/s ist als Untergrenze für Kitesurfen bei mittlerem Schirm gewählt – erfahrene Surfer nutzen auch leichtere Winde, doch für planendes Gleiten und sichere Manöver ist dieser Wert ein guter Richtwert.

Der Januar führt die Statistik an – im langjährigen Durchschnitt der gesamten Messreihe (1974–2026) beträgt die mittlere Windgeschwindigkeit in diesem Monat 4,7 m/s. Das ist der höchste Mittelwert aller zwölf Monate. In diesen Januar-Tagen liegt die durchschnittliche Böe bei rund 13,8 m/s (siehe Tabelle 2023). Wer also im Januar nach Kiel kommt, sollte den 5–6 m Neoprenanzug einpacken – und den 7-m-Schirm.

Böenklima im Jahresverlauf – was die Spitzenwerte verraten

Die mittleren Böen (Spalte „racha_media“ der Jahrestabelle) zeigen, dass selbst in den windschwächeren Monaten wie August (9,7 m/s) oder September (8,9 m/s) noch regelmäßige Böen auftreten. Das bedeutet: Auch wenn das Mittel niedrig erscheint, können einzelne Tage oder Nachmittage deutlich mehr Wind bringen. Für die Planung entscheidend ist, dass die Böen im Winter (Dezember 14,0 m/s) fast das Doppelte der Mittelwinde erreichen – ein typisches Zeichen für Sturmtiefs über der Ostsee. Für Kitesurfer: Diese Böen sind fordernd, aber bei richtigem Schirm gut beherrschbar.

Fazit für Kitesurfer und Segler

Kiel bietet über das ganze Jahr verteilt eine solide Windbasis. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt die Monate November bis Februar – hier liegt die mittlere Windgeschwindigkeit konstant über 4,5 m/s, und die Böen erreichen oft die 12–14 m/s Marke. Für wärmere Bedingungen bei noch gutem Wind sind Mai (4,2 m/s), Juli (4,2 m/s) und Oktober (4,5 m/s) die besten Kompromisse. Und eines zeigt die 50-jährige Reihe: Die 89,6 Tage mit Starkwind sind keine Momentaufnahme – sie sind die verlässliche Klimatologie dieser Ostseestadt.

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center – Station Kiel-Holtenau (Kennung 02564).
Zeitreihe 1974–2026. Daten lizenziert unter GeoNutzV. Ausgewertet von histoclima.com.
Die Angaben „durchschnittliche Tage pro Jahr mit Wind ≥ 5 m/s“ sowie der „Monat mit beständigstem Wind“ basieren auf der vollständigen täglichen Messreihe. Die monatlichen Mittel der Tabelle beziehen sich auf das Jahr 2023 (letztes komplettes Kalenderjahr).

Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Basis offizieller DWD-Daten erstellt. Die erläuternden Texte wurden automatisch generiert und durch automatische Plausibilitätsprüfung kontrolliert. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act