Trend der Windspitzen in Düsseldorf: Höchste Böen seit 1952

Aktualisiert: 2026-07-10

Am 18. Januar 2007 fegte ein Orkan über Düsseldorf hinweg und brachte eine Windspitze von 40,3 m/s – die höchste je an der DWD-Station Düsseldorf gemessene Böe seit Beginn der Aufzeichnung 1952. Das entspricht einer Windgeschwindigkeit von rund 145 km/h. Wer an jenem Nachmittag draußen war, erlebte Bäume, die sich fast bis zum Boden bogen, und einen rauen, dröhnenden Sturm, der die Stadt durchfegte. Seitdem hat keine Böe diesen Rekord mehr erreicht oder übertroffen. Die zweitstärkste Messung, 39,5 m/s, datiert aus dem Jahr 2014 – auch sie bleibt unter der Marke von 2007.

Ein Jahrhundertwind in Zahlen

Die offizielle Messreihe der Wetterstation Düsseldorf (DWD-Index 01078) umfasst den Zeitraum vom 1. Januar 1952 bis zum 6. Juli 2026. In diesen 74 Jahren hat der Wind immer wieder für Überraschungen gesorgt. Die höchste jemals registrierte Böe ist die vom Januar 2007 mit 40,3 m/s. Zum Vergleich: Bei einer Windspitze von 30 m/s (108 km/h) beginnen in der Regel schwere Sturmschäden aufzutreten – Düsseldorf liegt mit dem Rekordwert also deutlich über dieser Schwelle.

Die stärksten Böen pro Jahrzehnt

Ein Blick auf die Dekadenwerte zeigt, wie sich die Spitzenböen im Lauf der Zeit verändert haben. Die Tabelle listet die höchste gemessene Windspitze je Jahrzehnt sowie die durchschnittliche mittlere Windgeschwindigkeit in dieser Periode. Auffällig: Die 2000er Jahre (mit dem Rekord von 2007) und die 2010er Jahre (mit 39,5 m/s) liegen klar vor den Jahrzehnten davor.

Jahrzehnt Höchste Windspitze (m/s) Mittlere Windgeschwindigkeit (m/s)
1950er33,03,6
1960er31,73,8
1970er33,03,9
1980er33,73,8
1990er36,24,0
2000er40,34,0
2010er39,53,9
2020er30,54,1

Die 2020er Jahre zeigen mit 30,5 m/s zwar die niedrigste Spitze der letzten Dekaden, aber die höchste mittlere Windgeschwindigkeit (4,1 m/s) aller Jahrzehnte. Das deutet auf einen stetigeren, weniger durch einzelne Extreme geprägten Wind hin – ein interessanter Trend, der weiter beobachtet werden sollte.

Die fünf Jahre mit den stärksten Böen

Neben dem Rekordjahr 2007 gibt es weitere markante Jahre in der Messreihe. Die fünf Jahre mit den höchsten Jahresmaxima sind:

Bemerkenswert: Die beiden Spitzenreiter liegen im 21. Jahrhundert, die anderen drei im späten 20. Jahrhundert. Seit 2015 wurde die 35-m/s-Marke nicht mehr geknackt – die stärkste Böe nach 2014 war 32,2 m/s im Jahr 2018.

Detaillierte Jahreswerte: Windspitzen und mittlere Windgeschwindigkeit 1952–2026

Die folgende Tabelle gibt einen vollständigen Überblick über jedes einzelne Jahr der Messreihe. Sie zeigt die höchste gemessene Böe pro Jahr sowie die durchschnittliche Windgeschwindigkeit über alle Tage des Jahres. Die Werte ermöglichen es, die Entwicklung über mehr als sieben Jahrzehnte hinweg zu verfolgen.

19523.919613.719704.019794.019883.819973.920064.120154.120244.120264.043
Jahresreihe · Quelle: DWD

Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.

Jahr Höchste Windspitze (m/s) Mittlere Windgeschwindigkeit (m/s)
195431,04,4
195922,93,1
197428,54,3
199429,14,4
199828,54,4
202030,54,4
202326,84,5
Tendencia racha maxima viento · 1952–2026 (75 anios) — pasa el raton sobre cada barra

Die Daten zeigen, dass die 2000er und 2010er Jahre die beiden extremsten Böen hervorgebracht haben, während die 2020er Jahre (bisher) eine etwas ruhigere Phase darstellen. Die mittlere Windgeschwindigkeit schwankt seit Jahrzehnten zwischen rund 3,1 m/s und 4,5 m/s – auffällig ist, dass die Werte in den letzten Jahren tendenziell etwas höher liegen als in den 1950er bis 1980er Jahren. Das Jahr 2023 verzeichnet mit 4,5 m/s den höchsten Durchschnittswert der gesamten Messreihe.

Einordnung: Was bedeuten diese Zahlen?

Eine Windspitze von 40,3 m/s (ca. 145 km/h) entspricht der Kategorie eines schweren Orkans. Solche Ereignisse treten in Düsseldorf statistisch gesehen sehr selten auf – der Rekord von 2007 ist seit fast 20 Jahren ungebrochen. Die zweithöchste Böe (39,5 m/s im Jahr 2014) zeigt, dass extreme Winde auch in jüngerer Zeit möglich sind. Für Bewohner und Besucher Düsseldorfs bedeutet das: Die Wahrscheinlichkeit, eine Böe über 35 m/s zu erleben, liegt bei etwa einem Mal pro Dekade. Wer einen Ausflug oder eine Veranstaltung im Freien plant, findet in den langjährigen Daten eine verlässliche Grundlage – die meisten Jahre bleiben unter 30 m/s.

Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center – Station Düsseldorf (Indikativ 01078). Messzeitraum: 1. Januar 1952 bis 6. Juli 2026. Lizenz: GeoNutzV. Die Daten wurden am 10. Juli 2026 abgerufen. Bei Fragen oder für weiterführende Analysen steht das histoclima-Team gerne zur Verfügung.

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