Aktualisiert: 10. Juli 2026
41,0 m/s
Spitzenböe am 20. November 1973 – der absolute Rekord seit Beginn der Messreihe 1934.
An jenem Herbsttag raste der Wind mit 148 km/h über die Wetterstation Dresden-Klotzsche. Eine Böe, die Bäume knickte und Dächer abdeckte. Bis heute – über fünf Jahrzehnte später – wurde dieser Wert nie wieder erreicht. Die zweithöchste gemessene Böe liegt bei 34,3 m/s (2007), also rund 16 % darunter. Der Rekord von 1973 steht einsam an der Spitze.
Seit 1973 zeigt die jährliche Spitzenböe eine leichte Wellenbewegung, aber keinen eindeutigen Anstieg. In den 1970er Jahren gab es mit 41,0 m/s den Ausreisser, danach pendelten die Jahresmaxima meist zwischen 20 m/s und 30 m/s. Auffällig: In den 1990er und 2000er Jahren traten häufiger Böen über 30 m/s auf (1992: 31,5 m/s; 1993: 33,5 m/s; 2007: 34,3 m/s; 2018: 33,8 m/s; 2021: 33,1 m/s). Die 2010er Jahre brachten mit 33,8 m/s (2018) noch einen starken Wert, doch seit 2020 bleibt die höchste Böe unter 34 m/s – das bisherige Jahr 2026 verzeichnet mit 19,9 m/s die niedrigste Spitze der ganzen Reihe.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Höchste Böe (m/s) | Mittlere Windgeschwindigkeit (m/s) |
|---|---|---|
| 1987 | 27,0 | 3,0 |
| 1992 | 31,5 | 4,9 |
| 1993 | 33,5 | 4,8 |
| 1994 | 28,5 | 4,8 |
| 1995 | 28,3 | 4,6 |
| 1998 | 27,8 | 4,6 |
| 1999 | 27,0 | 4,4 |
Betrachtet man ganze Dekaden, zeigt sich, dass die 1970er Jahre mit dem Rekord von 41,0 m/s deutlich herausragen. Danach fiel das Jahrzehntmaximum auf 30,0 m/s (1980er) und stieg in den 1990ern auf 33,5 m/s. Die 2000er erreichten mit 34,3 m/s fast wieder das Niveau der 1990er, die 2010er lagen bei 33,8 m/s. Die laufende Dekade 2020–2029 steht bisher bei 33,1 m/s (2021). Die mittlere Windgeschwindigkeit über alle Jahre schwankt dabei nur wenig zwischen 3,3 m/s (1980er) und 4,3 m/s (1990er und 2000er).
| Dekade | Höchste Böe (m/s) | Mittlere Windgeschwindigkeit (m/s) |
|---|---|---|
| 1970–1979 | 41,0 | 3,5 |
| 1980–1989 | 30,0 | 3,3 |
| 1990–1999 | 33,5 | 4,3 |
| 2000–2009 | 34,3 | 4,3 |
| 2010–2019 | 33,8 | 4,0 |
| 2020–2029 | 33,1 | 4,1 |
Neben dem Rekordjahr 1973 gab es vier weitere Jahre mit Böen über 33 m/s – das sind die stärksten Ausreisser der modernen Messreihe:
Alle diese Jahre liegen nach 1990, mit Ausnahme des Jahrhundertrekords von 1973. Das deutet darauf hin, dass schwere Sturmereignisse in den letzten drei Jahrzehnten nicht seltener geworden sind – auch wenn der absolute Spitzenwert von 1973 bis heute unerreicht blieb.
Eine Böe von 20 m/s (72 km/h) entspricht bereits der Stärke 8 auf der Beaufort-Skala – stürmischer Wind, der Zweige bricht und das Gehen erschwert. Der Rekord von 41,0 m/s (148 km/h) liegt im Bereich eines schweren Sturms (Beaufort 10–11). Zum Vergleich: Die mittlere Windgeschwindigkeit in Dresden beträgt über das ganze Jahr gemittelt etwa 3,9 m/s (14 km/h) – ein schwacher bis mässiger Wind. Die Spitzenböen sind also kurze, heftige Ausbrüche, die im Schnitt nur an wenigen Tagen pro Jahr auftreten.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center – Station Dresden-Klotzsche (Indikativ 01048, 51°07′N 13°45′O, 227 m ü. NHN). Messreihe vom 1. Januar 1934 bis 6. Juli 2026. Die Werte stammen aus den täglichen Windmessungen (höchste Böe und Tagesmittel). Der Rekord vom 20. November 1973 ist der absolute Höchstwert seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Jahr-für-Jahr-Tabelle sowie die Dekadenübersicht basieren auf denselben konsolidierten Rohdaten.
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