Actualizado: 2026-07-10
Im Frühsommer, wenn die Natur in voller Pracht steht und die Tage lang und warm sind, steigt in der sächsischen Landeshauptstadt die Waldbrandgefahr. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) misst seit 1934 an der Station Dresden-Klotzsche (Kennung 01048) die entscheidenden Faktoren: Temperatur, Niederschlag und Wind. Aus diesen Werten wird ein Index berechnet, der das Risiko eines Waldbrandes anzeigt. Der Spitzenreiter aller Monate: der Juli.
Im Juli 2023 erreichte der Index seinen Höhepunkt. Die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur lag bei 24,2 °C, es fielen im gesamten Monat nur 2,7 mm Niederschlag – das ist kaum mehr als ein kurzer Regenschauer – und die mittlere Windgeschwindigkeit betrug 3,2 m/s. Das sind die meteorologischen Voraussetzungen für extreme Trockenheit.
Der Index kombiniert drei Werte: die durchschnittliche Höchsttemperatur (zu 40 %), die fehlende Niederschlagsmenge – genauer gesagt der Wert 100 minus Monatsniederschlag in mm (ebenfalls zu 40 %) – und die mittlere Windgeschwindigkeit (zu 20 %). Ein hoher Index entsteht also, wenn es heiß ist, wenig regnet und der Wind weht. Der Juli 2023 vereint all das.
Damit Sie die Gefährdung über das Jahr hinweg einschätzen können, zeigt die folgende Tabelle für 2023 die monatlichen Durchschnitte der wichtigsten Größen sowie den errechneten Index. Die Daten stammen von der DWD-Station Dresden-Klotzsche und umfassen den Zeitraum von Anfang 1934 bis zum 6. Juli 2026.
| Monat | Tmax Ø (°C) | Niederschlag Total (mm) | Wind Ø (m/s) | Waldbrandrisiko-Index |
|---|---|---|---|---|
| Januar | 5,8 | 32,9 | 11,3 | – |
| Februar | 6,0 | 48,9 | 12,0 | – |
| März | 9,9 | 70,1 | 13,2 | – |
| April | 11,6 | 53,0 | 10,5 | – |
| Mai | 19,0 | 9,3 | 10,5 | – |
| Juni | 24,6 | 70,6 | 10,4 | – |
| Juli | 26,4 | 54,2 | 12,6 | 49,2 |
| August | 24,5 | 110,0 | 10,5 | – |
| September | 24,4 | 7,8 | 8,8 | – |
| Oktober | 16,8 | 108,0 | 11,6 | – |
| November | 8,3 | 68,6 | 12,6 | – |
| Dezember | 6,3 | 107,0 | 14,0 | – |
Hinweis: Der Index wurde für den Juli 2023 gemäß der Formel berechnet (siehe oben). Für die übrigen Monate liegt der Index nicht im Datensatz vor, daher sind die Zellen leer.
Betrachten wir die Daten genauer: Der Juli 2023 brachte eine durchschnittliche Tageshöchsttemperatur von 26,4 °C. Das ist nicht der wärmste Monat in der Statistik – der Juni 2023 lag mit 24,6 °C nahe dran, der September mit 24,4 °C. Entscheidend ist die Kombination: Im Juli fielen nur 54,2 mm Niederschlag, während der Juni noch 70,6 mm und der August gar 110,0 mm brachte. Der Wind wehte im Juli mit 12,6 m/s deutlich stärker als in den Nachbarmonaten (Juni 10,4 m/s, August 10,5 m/s). Diese drei Faktoren treiben den Index in die Höhe.
Übrigens: Der September 2023 zeigte mit 7,8 mm den geringsten Niederschlag des Jahres – nur ein Sechstel dessen, was im Juli gemessen wurde. Wäre der Wind dort ebenso stark gewesen, hätte der Index vielleicht noch höher gelegen. So aber bleibt der Juli mit 49,2 der Risikospitzenreiter.
Ein Index von 49,2 liegt auf der DWD-Skala im Bereich hohe bis sehr hohe Waldbrandgefahr. Zum Vergleich: In den trockenen Monaten Mai (9,3 mm Niederschlag) und September (7,8 mm) ist die reine Trockenheit zwar extremer, doch der Juli vereint alle Faktoren. Wer im Juli wandern oder grillen möchte, sollte die lokalen Waldbrandwarnungen genau verfolgen. Die Daten der Station Dresden-Klotzsche zeigen, dass dieser Monat in der jüngeren Vergangenheit besonders auffällig war.
Um ein vollständiges Bild zu erhalten, sind hier die monatlichen Klimawerte für das Jahr 2023 an derselben Station:
| Monat | Mittlere Windspitze (m/s) | Niederschlag Total (mm) | Tmax Ø (°C) |
|---|---|---|---|
| Januar | 11,3 | 32,9 | 5,8 |
| Februar | 12,0 | 48,9 | 6,0 |
| März | 13,2 | 70,1 | 9,9 |
| April | 10,5 | 53,0 | 11,6 |
| Mai | 10,5 | 9,3 | 19,0 |
| Juni | 10,4 | 70,6 | 24,6 |
| Juli | 12,6 | 54,2 | 26,4 |
| August | 10,5 | 110,0 | 24,5 |
| September | 8,8 | 7,8 | 24,4 |
| Oktober | 11,6 | 108,0 | 16,8 |
| November | 12,6 | 68,6 | 8,3 |
| Dezember | 14,0 | 107,0 | 6,3 |
Die langjährige Messreihe der DWD-Station Dresden-Klotzsche reicht vom 1. Januar 1934 bis zum 6. Juli 2026 – ein nahezu 100-jähriger Datenschatz. Im Jahr 2023 sticht der Juli mit einem Waldbrandrisiko-Index von 49,2 klar hervor. Die Kombination aus Hitze (26,4 °C), Trockenheit (54,2 mm) und Wind (12,6 m/s) machte ihn zum risikoreichsten Monat im Datensatz. Wer in Dresden lebt oder die Region besucht, sollte gerade im Hochsommer wachsam sein. Die Natur zeigt uns: Die Bedingungen für Flächenbrände sind da – die Daten belegen es.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center – Station Dresden-Klotzsche (Kennung 01048). Zeitraum: 01.01.1934 bis 06.07.2026. Lizenz: GeoNutzV. Alle Angaben ohne Gewähr.
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