Aktualisiert: 2026-07-10
Rekordhitze in der Hansestadt: Im Jahr 2018 erreichte die nutzbare Wärmesumme in Hamburg-Fuhlsbüttel den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Summe aller Tage von April bis September, an denen die Tagesmitteltemperatur über 5 °C lag, ergab 2157,9 Gradtage. Das ist mehr als jeder andere Sommer seit 1936 – ganzer fast 100 Gradtage über dem Durchschnitt der letzten Dekaden. Wer 2018 in Hamburg den Sommer im Garten verbrachte, erlebte eine der wärmsten Vegetationsperioden des Jahrhunderts.
Die nutzbare Wärmesumme (auch Wachstumsgradtage, engl. growing degree days) ist ein Maß dafür, wie viel Wärme Pflanzen in der Hauptwachstumszeit zwischen April und September zur Verfügung steht. Berechnet wird sie als Summe der täglichen Überschüsse über 5 °C: für jeden Tag mit einer Tagesmitteltemperatur über 5 °C wird die Differenz (tmed – 5) gezählt. Liegt die Temperatur darunter, fließt nichts in die Summe ein. Die offiziellen Daten stammen von der DWD-Station Hamburg-Fuhlsbüttel (Indikativ 01975), die seit 1936 ununterbrochen misst.
Von den 91 Jahren zwischen 1936 und 2026 stechen zwei Jahre besonders hervor – eines als Rekordhalter, ein weiteres als kühlster Sommer.
„2157,9 Gradtage – das entspricht einer ganzen Sommerhälfte mit Tagen über 25 °C.” Wer die Zahl ins Verhältnis setzen will: Im langjährigen Mittel (1936–2026) liegt die Wärmesumme bei rund 1650 Gradtagen. 2018 übertraf diesen Wert um mehr als 500 Gradtage – also um die Energie von etwa 20 zusätzlichen warmen Juniwochen.
Die Tabelle zeigt die vollständige Reihe der nutzbaren Wärmesummen für jede Anbausaison (April bis September) an der Station Hamburg-Fuhlsbüttel. Die Daten sind nach Jahren sortiert, die Spalte Wärmesumme enthält den Wert in Gradtagen.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Wärmesumme (Gradtage) |
|---|---|
| 1947 | 1945,0 |
| 1999 | 1935,7 |
| 2003 | 1947,4 |
| 2006 | 1974,7 |
| 2018 | 2157,9 |
| 2024 | 1998,7 |
| 2026 | 876,0 |
Hinweis: Das Jahr 2026 enthält nur Daten bis zum 6. Juli, daher ist der Wert vorläufig.
Acht DWD-Wetterstationen im Stadtgebiet Hamburg erfassen ebenfalls die Wärmesumme. Den Spitzenwert über den gesamten Messzeitraum (1936–2026) hält die Station Hamburg-Fuhlsbüttel mit insgesamt 235094,6 Gradtagen – das sind mehr als doppelt so viele wie die Station Hamburg-Neuwiedenthal (172670,3). Die folgende Liste zeigt die fünf Stationen mit der höchsten kumulierten Wärmesumme (alle Daten von April bis September):
| Station | Nutzbare Wärmesumme gesamt (Gradtage) |
|---|---|
| Hamburg-Fuhlsbüttel | 235094,6 |
| Hamburg-Neuwiedenthal | 172670,3 |
| Hamburg-Wandsbek | 143833,8 |
| Hamburg-Bergedorf | 125908,6 |
| Hamburg-Kirchwerder | 117755,1 |
Die nutzbare Wärmesumme ist nicht nur ein Klimaindikator, sondern auch ein praktisches Werkzeug für Landwirte, Gärtner und alle, die wissen wollen, ob der Sommer in Hamburg genug Wärme für Tomaten, Wein oder Mais geliefert hat. Mit einem Mittelwert um 1650 Gradtage liegt die Stadt im nordeuropäischen Durchschnitt. Die Extreme der letzten Jahrzehnte – vor allem die Spitzenwerte nach 2000 – zeigen jedoch, dass sich die Anbausaison allmählich erwärmt: Fünf der zehn wärmsten Jahre der gesamten Messreihe fielen nach 2010. 2018 bleibt der unangefochtene Spitzenreiter, gefolgt von 2006 (1974,7 Gradtage) und 2024 (1998,7 Gradtage). Der kälteste Sommer 1962 mit 1285,5 Gradtagen ist heute kaum mehr vorstellbar – damals war der Juli verregnet und kühl, heute dominiert die Wärme.
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center, Daten der Station Hamburg-Fuhlsbüttel (Indikativ 01975). Die Wärmesumme wurde auf Basis der täglichen Tagesmitteltemperatur (tmed) für die Monate April bis September berechnet. Zeitreihe: 1936 bis 2026 (letzter vollständiger Monat: Juni 2026). Lizenz: GeoNutzV. Weitere Informationen unter www.dwd.de/CDC.
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