Wärmesumme der Anbausaison in Hamburg

Aktualisiert: 2026-09-27

Wer in Hamburg Tomaten, Mais oder Sonnenblumen anbaut, hat es in der warmen Jahreszeit im Mittel mit 2687,6 Wärmesumme in Gradtagen während der Anbausaison von April bis September zu tun. In guten Jahren reicht der gesammelte Wärmefond bis 3166,8, in kühlen Jahren sinkt er auf 2323,8.

Die Wärmesumme ist der ehrlichste Klimawert für Gärtner und Landwirte: Sie addiert die mittleren Tagestemperaturen über die sechs Monate der Vegetationsperiode. Kühle Nächte und trübe Regentage, wie sie an der Elbe häufig vorkommen, drücken den Wert; sonnige Hochsommertage treiben ihn nach oben. Die DWD-Station Hamburg-Neuwiedenthal liegt nur 4 m über dem Meeresspiegel, dort wird das für den Anbau maßgebliche Temperaturgeschehen der Hansestadt aufgezeichnet.

Wärmesumme der Anbausaison in Hamburg im Überblick

KennwertWärmesumme (Gradtage)
Mittelwert der Anbausaison April–September2687,6
Niedrigster Jahreswert der Reihe2323,8
Höchster Jahreswert der Reihe3166,8
Jahre in der Auswertung62

Ausgewertet wurden 62 Jahre, aus der Zeit vom 1. Januar 1963 bis zum 31. Dezember 2024. Zwischen dem kühlsten und dem wärmsten dieser Jahre liegt an der Station Hamburg-Neuwiedenthal eine Spanne von 843 Gradtagen. Das ist anschaulich gerechnet der Unterschied zwischen einem Sommer, in dem jede einzelne Tagesdurchschnittstemperatur spürbar niedriger ausfällt, und einem, in dem der Standort über den gesamten Sechsmonatszeitraum hinweg Wärme auf Vorrat sammelt.

Hamburg im Vergleich zu den wärmsten Standorten Deutschlands

Wo Hamburg steht, zeigt ein Blick auf die wärmsten Ackerbaustandorte der Republik. Die höchsten mittleren Wärmesummen der Anbausaison erreichen im Bundesvergleich:

StationBundeslandWärmesumme (Gradtage)
Waghäusel-KirrlachBaden-Württemberg3407,0
MannheimBaden-Württemberg3334,0
Stuttgart (Schnarrenberg)Baden-Württemberg3263,0
WormsRheinland-Pfalz3257,0
Offenbach-WetterparkHessen3221,0

Die Spitze führt Waghäusel-Kirrlach in Baden-Württemberg mit 3407,0 Gradtagen an, gefolgt von Mannheim mit 3334,0 und Stuttgart (Schnarrenberg) mit 3263,0. Diese Werte stammen aus den wärmsten Becken- und Tallagen Südwestdeutschlands, wo heiße Sommerluft sich staut. Hamburg liegt mit seinem Mittel von 2687,6 Gradtagen deutlich unter diesem Niveau – ein Zeichen für den mildernden Einfluss von Nordsee und Elbmündung, der das Temperaturniveau der Hansestadt über die Saison hinweg dämpft.

Für den Hamburger Anbau bedeutet das: Die Wärme reicht zuverlässig für robustes Gemüse, Kartoffeln und winterharte Kulturen, während wärmeliebende Sonderkulturen wie im Südwesten weniger sichere Bedingungen vorfinden. Der Blick auf die Unterschiede zwischen Minimum und Maximum der langen Reihe bleibt die wichtigste Orientierung, wenn es um die Frage geht, mit welchen Schwankungen über die Jahre zu rechnen ist.

Warum der Standort an der Elbe das Ergebnis prägt

Neuwiedenthal liegt im Süden der Stadt nahe der Elbmarschen. Das flache, wassernahe Gelände sorgt dafür, dass sich die Temperaturen im Frühjahr langsamer aufbauen und im Herbst früher zurückgehen. Deshalb zählt nicht der einzelne Hitzetag, sondern die Summe – sie macht sichtbar, wie viel Wärme über eine ganze Saison zusammenkommt. Erst über diesen langen Zeitraum von sechs Monaten zeigt sich, welches Potenzial ein Anbaujahr in Hamburg tatsächlich mit sich bringt.

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center. Station Hamburg-Neuwiedenthal, Auswertung der Anbausaison April bis September, Zeitraum 1963–2024.

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Rechtliche Hinweise und Datenquelle

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