Actualizado: 2026-07-10
25,7 °C
Mindesttemperatur in der wärmsten Nacht seit Beginn der Messung.
In der Nacht zum 26. Juli 2019 sank das Thermometer auf dem Frankfurter Messgelände (Station 01420) nicht unter diesen Wert – die höchste jemals registrierte Minimumtemperatur. Es war keine gewöhnliche Sommernacht, sondern eine, die selbst um 5 Uhr morgens noch 25,7 °C anzeigte. Die Luft stand, die Innenstadt heizte nach. Für Frankfurt, das im weltweiten Vergleich nicht als Hitzehotspot gilt, ein einsamer Rekord.
Eine Tropennacht liegt vor, wenn die Temperatur zwischen 20 Uhr abends und 6 Uhr morgens nicht unter 20 °C fällt. In Frankfurt treten sie ausschließlich in den Sommermonaten auf – und selbst dort sind sie selten. Die Tabelle zeigt, wie viele solcher Nächte durchschnittlich pro Jahr in jedem Monat fallen:
| Monat | Tropennächte pro Jahr (Mittel) |
|---|---|
| Mai | 0,0 |
| Juni | 0,3 |
| Juli | 0,5 |
| August | 0,4 |
Der Juli ist der Spitzenreiter – aber mit durchschnittlich einer halben Nacht pro Jahr. Das bedeutet: Statistisch gesehen gibt es alle zwei Jahre eine einzige Tropennacht im Juli. Der Juni und August liegen nahe beieinander. Im Mai ist die 20-Grad-Marke in Frankfurt noch nie erreicht worden (0,0). Die tropischen Nächte sind hier also eine echte Rarität, kein alltägliches Phänomen.
Wenn die Nacht nicht unter 23 °C abkühlt, spricht man bereits von einer „heißesten Nacht“ des Jahres. Die folgende Rangliste zeigt die fünf höchsten jemals gemessenen Minimumtemperaturen an der Station Frankfurt/Main:
| Datum | Minimumtemperatur (°C) |
|---|---|
| 26.07.2019 | 25,7 |
| 26.06.2026 | 25,5 |
| 25.06.2026 | 23,7 |
| 04.08.2003 | 23,5 |
| 04.07.2015 | 23,5 |
Auffällig: Die beiden höchsten Werte stammen aus dem Jahr 2026 (Juni) und 2019 (Juli). Die Rekordnacht von 2019 liegt nur 0,2 °C vor dem Juni 2026 – ein extrem knapper Vorsprung. Der Sommer 2003, berüchtigt für seine Hitzewelle, taucht mit 23,5 °C auf Platz 4 und 5 auf. Aber die wirklich extremen Nächte über 25 °C sind in Frankfurt Einzelereignisse.
Blickt man auf die Jahressummen, fällt ein Jahr besonders aus der Reihe. Die Tabelle unten führt alle Jahre seit 1935 mit der Anzahl tropischer Nächte auf. Die Werte springen – und 2026 ragt mit 11 Nächten weit heraus. Zum Vergleich: 2015 brachte es auf 8 Nächte, 1994 und 2003 auf je 7. In vielen Jahren gab es gar keine (0).
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Tropennächte (≥20 °C) | Heiße Nächte (≥25 °C) |
|---|---|---|
| 1935 | 0 | 0 |
| 1936 | 0 | 0 |
| 1937 | 0 | 0 |
| 1938 | 1 | 0 |
| 2019 | 4 | 1 |
| 2026 | 11 | 1 |
Die Jahressummen zeigen eine klare Zunahme in den letzten zwei Jahrzehnten. Vor 1990 gab es nur vereinzelt Jahre mit mehr als 2 Tropennächten. Seit 2010 treten häufiger Jahre mit 4 oder mehr Nächten auf. Das Jahr 2026 markiert mit 11 Nächten einen neuen Höchststand – das ist fast so, als ob der gesamte Juli (31 Nächte) zu mehr als einem Drittel aus tropischen Nächten bestanden hätte. Die Spalte „Heiße Nächte“ (≥25 °C) zeigt nur zweimal den Wert 1 (2019 und 2026) – Nächte, in denen es selbst um 3 Uhr morgens noch 25 °C oder mehr hatte.
Wenn man 11 Tropennächte auf einen Zeitraum von zwei Wochen konzentriert denkt: Das entspricht mehr als einer Woche ohne Abkühlung unter 20 °C. Für Frankfurt, dessen Sommer normalerweise gemäßigt sind, ein deutlicher Fingerzeig, wie sich Hitzewellen verändern können.
In der Tabelle fehlen die Jahre 1946 und 1947 – für diese liegen keine vollständigen Daten vor. Auch 1945 endet die Messreihe im Juli, daher ist die Jahressumme nicht aussagekräftig. Alle anderen Jahre seit 1935 sind lückenlos erfasst.
Datenquelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center. Station Frankfurt/Main (Indikativ 01420). Zeitreihe vom 01.07.1935 bis 06.07.2026. Datengüte: geprüft und freigegeben. Die Berechnung der Tropennächte (tmin ≥ 20 °C) erfolgt nach DWD-Kennwertdefinition. Lizenz: GeoNutzV.
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