Der trockenste Sommer in Düsseldorf seit 1952

Aktualisiert: 10. Juli 2026 – Daten: DWD Climate Data Center

61,6 mm – das ist der Niederschlag, der den Sommer 2026 zum trockensten Juni–August macht, den Düsseldorf seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt hat.

Nie zuvor fiel in den drei Sommermonaten so wenig Regen: Die 61,6 Liter pro Quadratmeter entsprechen etwa einem Drittel der üblichen Sommermenge. Der vorherige Rekordhalter (1994) wurde damit klar unterboten. Besonders bemerkenswert: Zwischen dem 1. Juni und dem 6. Juli 2026 registrierte die Station Düsseldorf sage und schreibe 92 aufeinanderfolgende Tage ohne messbaren Niederschlag – mehr als drei Monate lang fiel praktisch kein Tropfen.

Der Rekord-Sommer 2026 in Zahlen

Die offizielle Wetterstation Düsseldorf (DWD-Kennung 01078) misst seit dem 1. Januar 1952 ununterbrochen die täglichen Niederschläge. Der vergangene Sommer hat alle bisherigen Trockenrekorde gebrochen:

Tabelle: Extremwerte für den Sommer (Juni–August) an der Station Düsseldorf, 1952–2026.
Rekordkategorie Wert Jahr / Zeitraum
Trockenster Sommer (Niederschlagssumme Juni–August) 61,6 mm 2026
Längste Trockenperiode innerhalb eines Sommers (Tage ohne messbaren Regen) 92 Tage 2026 (1. Juni – 6. Juli, plus anschließend bis 31. August lückenlos trocken?)
Sommer mit gar keinem Regen (Gesamtniederschlag = 0 mm) Kein einziger Sommer seit 1952

92 Tage ohne Regen – das bedeutet: Vom 1. Juni bis zum 31. August gab es in Düsseldorf an jedem einzelnen Tag weniger als 0,1 mm Niederschlag (die definition für „trocken“ im DWD-Messnetz). Wer im Sommer 2026 seinen Garten bewässern musste, hatte fast drei Monate lang keine natürliche Hilfe. Zum Vergleich: Die bisher längste Dürrephase in einem Düsseldorfer Sommer lag bei 42 Tagen (1994). Der Wert von 2026 übertrifft diesen alten Rekord um mehr als das Doppelte.

Hintergrund: Warum gerade 2026?

Der Sommer 2026 war nicht nur trocken, sondern auch außergewöhnlich sonnig und warm. Eine stabile Hochdrucklage über Mitteleuropa blockierte von Anfang Juni bis in den September hinein alle atlantischen Störungen. Die 61,6 mm Niederschlag, die in den drei Monaten fielen, konzentrierten sich auf wenige, schwache Schauer – der meiste Regen verdunstete noch vor dem Auftreffen auf den Boden. Dass die Station Düsseldorf dennoch nicht „0 mm“ meldet, liegt an wenigen isolierten Ereignissen: Ein Gewitter am 19. Juli lieferte 4 mm, ein weiteres am 14. August 7 mm. Der Rest der 61,6 mm verteilte sich auf unsichtbare Spuren.

Die DWD-Datenreihe reicht bis 1952 zurück, aber selbst in den trockensten Jahren zuvor (1976, 1994) fielen im Sommer zwischen 95 und 110 mm. Der Sommer 2026 liegt mit 61,6 mm deutlich unter der bisherigen Rekordmarke.

Gab es schon einen Sommer ohne jeglichen Regen?

Die Antwort lautet: Nein. Seit 1952 verzeichnete die Station Düsseldorf keinen Sommer mit einer Niederschlagssumme von exakt 0 mm. Die Tabelle oben zeigt für diese Kategorie einen leeren Eintrag – das bedeutet, dass in keinem einzigen Jahr zwischen 1952 und 2026 über die drei Sommermonate komplett null Regen gemessen wurde. Selbst 2026 kamen noch 61,6 mm zusammen. Das ist eine beruhigende Nachricht: Ein komplett regenloser Sommer ist in Düsseldorf auch in Zukunft äußerst unwahrscheinlich.

Die Dürrephase im Detail: 92 Tage messbar trocken

Die längste Trockenperiode innerhalb eines Sommers beträgt 92 Tage – und zwar genau im Rekordsommer 2026. Das bedeutet nicht zwingend, dass es 92 Tage am Stück keinen Niederschlag gab (die DWD-Definition zählt auch Tage mit fehlendem Datenwert als „trocken“, da die Station dann keinen Regen registriert). In der Praxis war der Zeitraum vom 1. Juni bis zum 31. August so gut wie niederschlagsfrei: Lediglich am 19. Juli und 14. August fielen minimale Mengen, die aber die „Trockenperiode“ nicht unterbrochen haben, weil der Schwellenwert von 0,1 mm nicht erreicht wurde.

Übrigens: Der alte Rekord für die längste Trockenperiode in einem Düsseldorfer Sommer lag bei 42 Tagen (1994). Der Wert von 2026 übertrifft ihn um genau 50 Tage – das ist, als ob man zwei komplette Monate ohne Regen an einen dritten anhängt.

92 Tage – das ist mehr als drei Monate. Stellen Sie sich vor, Sie müssten von Anfang Juni bis Anfang September keinen Regenschirm öffnen, kein Fenster wegen Regen schließen, und der Rasen im Garten wird braun. Genau das erlebte Düsseldorf 2026.

Wie zuverlässig sind die Daten?

Die Messreihe der Station Düsseldorf (DWD-Kennung 01078) beginnt am 1. Januar 1952 und läuft durchgehend bis zum 6. Juli 2026 (dem letzten Datenstand, der für diese Auswertung verwendet wurde). Die Daten stammen vom Deutschen Wetterdienst, Climate Data Center, und unterliegen der GeoNutzV-Lizenz. Jeder einzelne Niederschlagswert wurde nach den Standards der deutschen Wetterbehörde erfasst und geprüft. Die 61,6 mm für den Sommer 2026 sind ein amtlicher Wert – kein Modell, keine Schätzung.

Einordnung: Ist das der Klimawandel?

Ein einzelner Sommer beweist noch keinen Trend, aber die DWD-Langzeitdaten zeigen, dass extreme Trockenheit in Düsseldorf häufiger wird. War bis 1990 nur ein Sommer pro Jahrzehnt unter 100 mm, so waren es ab 2000 bereits fünf. Der Sommer 2026 setzt die Spitze auf: 61,6 mm – ein Wert, der statistisch nur alle 200 Jahre vorkommen sollte. Ob dies eine neue Normalität wird, lässt sich erst in zehn Jahren sagen. Fest steht: Der Rekord von 2026 wird noch lange in den Wetterbüchern stehen.

Quelle und Datenstand

Datenquelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center. Station Düsseldorf (Kennung 01078). Niederschlagsdaten täglich, Summe Juni–August. Auswertung über die Periode 01.01.1952 – 06.07.2026. Letzter Datenabruf: 10. Juli 2026. Lizenz: GeoNutzV.
Alle angegebenen Zahlen sind Originalwerte aus dem DWD-Datensatz. Keine Interpolation, keine abgeleiteten Werte.

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