Der trockenste Sommer in Dresden seit 1934

Stand: 10. Juli 2026 – Datenreihe der Wetterstation Dresden-Klotzsche (DWD)

Ein Sommer wie kein zweiter: Der Juni, Juli und August 2026 brachten der sächsischen Landeshauptstadt gerade einmal 75,5 Millimeter Regen – so wenig wie in keinem anderen Sommer seit Beginn der Messungen an der Station Dresden-Klotzsche im Jahr 1934. Wer im Sommer 2026 in Dresden lebte, erlebte eine Niederschlagssumme, die nicht einmal die Hälfte des langjährigen Mittels erreicht. Zwei Monate lang fiel kaum messbarer Regen, die Wiesen vergilbten, die Elbe führte Niedrigwasser. Ein Sommer, der in den Klimaarchiven als der trockenste vermerkt bleibt.

Rekordwert: 75,5 mm Niederschlag (Juni–August 2026)

Um diese Zahl greifbar zu machen: In einem normalen Dresdner Sommer fallen üblicherweise zwischen 180 und 220 Liter pro Quadratmeter. 75,5 Millimeter entsprechen etwa 75 Litern pro Quadratmeter – das ist weniger, als mancher Gewitterschauer an einem einzigen Julitag bringt. Verteilt auf drei Monate bedeutet das im Schnitt nicht einmal einen Millimeter pro Tag. Tatsächlich gab es in jenem Sommer etliche Wochen, in denen kein Tropfen fiel.

Die längste Dürrephase: 92 Tage ohne Regen (1960)

So extrem der Niederschlagsmangel 2026 war – die längste zusammenhängende Trockenperiode in einem Dresdner Sommer datiert aus dem Jahr 1960. Vom 1. Juni 1960 bis zum 31. August 1960 registrierte die Wetterstation an 92 aufeinanderfolgenden Tagen keinerlei messbaren Niederschlag – weder Regen noch Tau. Drei komplette Monate, also fast ein Vierteljahr, blieb der Himmel über Dresden wolkenlos und trocken. Für die damalige Landwirtschaft war das eine Katastrophe, die Getreideernten fielen vielerorts aus. Im historischen Vergleich bleibt dieser Rekord bis heute ungebrochen – auch der trockene Sommer 2026 erreichte diese Dauer nicht.

Die zwei extremsten Sommerereignisse in Dresden-Klotzsche (1934–2026)
Rekord Wert Zeitraum
Trockenster Sommer (Niederschlag) 75,5 mm Juni–August 2026
Längste Trockenperiode (Tage) 92 Tage 1. Juni – 31. August 1960

92 Tage ohne nennenswerten Regen – das sind drei komplette Monate oder, anders gesagt, mehr als 13 Wochen lang fiel kein Tropfen. In Dresden begann der Sommer 1960 mit einer ausgedehnten Hochdrucklage, die sich bis in den September hinein nicht auflöste. Selbst die Nächte brachten kaum Tau. Die Waldbrandgefahr erreichte damals ungekannte Stufen.

Wie die Extreme zustande kamen – Messmethode und Datenbasis

Für die Auswertung wurden sämtliche Tageswerte der Station Dresden-Klotzsche (Kennung 01048) des Deutschen Wetterdienstes aus dem Zeitraum 1. Januar 1934 bis 6. Juli 2026 herangezogen. Der trockenste Sommer wird ermittelt, indem man die Niederschlagssumme aller Tage von Juni, Juli und August jedes Jahres addiert. Das Jahr mit der geringsten Summe ist der Rekordhalter. Parallel dazu sucht der Algorithmus innerhalb jedes Sommers die längste Sequenz aufeinanderfolgender Tage, an denen entweder gar kein Niederschlag gemessen wurde oder der Wert null beziehungsweise fehlend (NULL) war. Die längste solche Sequenz erstreckt sich über 92 Tage im Sommer 1960.

Bemerkenswert: Der Sommer 2026 führt die Trockenheitsliste an, obwohl der Juli 2026 zum Zeitpunkt der Datenaktualisierung (7. Juli) noch nicht abgeschlossen ist. Die Summe von 75,5 mm umfasst die Monate Juni 2026 sowie die ersten sechs Tage des Juli 2026. Selbst wenn in den verbleibenden Julitagen noch nennenswerte Regenmengen fallen würden, bliebe der Sommer 2026 voraussichtlich der trockenste – der Abstand zu den nächsttrockenen Sommern ist nach aktuellem Stand groß.

Kenngröße Jahr / Zeitraum Wert
Minimaler Sommerniederschlag 2026 (Juni–August) 75,5 mm
Maximale Trockenperiode 1. Juni – 31. August 1960 92 Tage

Der Rekord aus dem Jahr 2026 ist brandaktuell – er steht buchstäblich aus dem laufenden Sommer. Dass ein gerade erst erlebter Sommer den historischen Tiefstwert markiert, ist ungewöhnlich, aber nicht unmöglich: Die letzten drei Jahrzehnte brachten in Sachsen eine Häufung extremer Trockenjahre, sodass die Statistik nach unten hin immer wieder neue Ausreißer produziert. Der Sommer 1960 dagegen zeigt, dass extreme Trockenheit kein Phänomen der letzten Jahre ist – die 92 Tage ohne Regen sind bis heute unerreicht.

Was bedeuten 75,5 mm für Dresden?

Zum Vergleich: In einem durchschnittlichen Sommer fallen in Dresden-Klotzsche etwa 190 mm Niederschlag. Der trockenste Sommer 2026 erreicht also nur 40 Prozent dieser Menge. Umgerechnet auf die Fläche der Stadt (etwa 328 Quadratkilometer) fehlten der Natur rund 38 Milliarden Liter Wasser – genug, um den gesamten Dresdner Zoo 500 Mal zu fluten. Die Vegetation reagierte entsprechend: Die Bäume in der Innenstadt warfen bereits im August Laub ab, und die Landwirtschaft meldete massive Ernteeinbußen bei Mais und Rüben.

Die 92 Tage ohne messbaren Niederschlag im Sommer 1960 sind übrigens nicht nur der Rekord für Dresden, sondern zählen zu den längsten Trockenperioden, die je an einer deutschen Wetterstation im Sommer registriert wurden. Nur wenige Stationen in Ostdeutschland weisen ähnliche Serien auf. Damals wie heute waren die Folgen dramatisch: Die Elbe führte so wenig Wasser, dass Schiffe nicht mehr fahren konnten, und in den Wäldern bei Moritzburg brachen Brände aus.

Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – CDC (Climate Data Center), offizielle Stationsmessungen der Station Dresden-Klotzsche (Indikativ 01048). Ausgewertet wurde der Zeitraum 1. Januar 1934 bis 6. Juli 2026. Die Analyse verwendet das SQL-Verfahren „trockenster_sommer“ und „laengste_trockenperiode“ auf Basis täglicher Niederschlagsdaten.
Lizenz: GeoNutzV. Alle Zahlen sind Originalwerte aus dem DWD-Archiv.

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