Datenstand: 10. Juli 2026 – Auswertung der DWD-Station Nürnberg (03668)
Für Nürnberg hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) über eine ununterbrochene Reihe von Tageswerten von April 1955 bis Juli 2026 geführt – eine der längsten homogenen Reihen Bayerns. Was verrät der langjährige Trend?
Der sogenannte Kenntag für Trockenheit: Die durchschnittliche Jahressumme der letzten drei Jahrzehnte (1994–2023) liegt bei 609,6 mm. Zieht man die jüngste Periode (2024–2025) heran, ergibt sich ein Mittelwert von 619,3 mm. Die Differenz beträgt lediglich +9,8 mm. Das klingt erst einmal nach Stabilität, doch die Verteilung der Niederschläge hat sich verändert: Heftige Starkregenereignisse wechseln mit langen Trockenphasen.
Die offizielle Wetterstation Nürnberg (Kennung 03668) liefert Daten vom 7. April 1955 bis zum 6. Juli 2026. Das sind über 71 Jahre lückenlose Beobachtung – eine exzellente Grundlage, um die Entwicklung der Niederschläge zu bewerten.
In den beiden jüngsten kompletten Kalenderjahren (2024 und 2025) summierte sich der Niederschlag auf durchschnittlich 619,3 mm pro Jahr. Das entspricht fast 2,8 Monaten mit jedem Tag leichtem Regen (umgerechnet auf Sommergewitter ist das schwer zu fassen, aber als Idee: Wäre jeder der 619 Liter pro Quadratmeter ein gläserner 1-Liter-Würfel, würden sie locker eine Badewanne füllen).
Zum Vergleich: Vom Jahr 1994 bis 2023 fielen durchschnittlich 609,6 mm jährlich. Die aktuelle Zweijahres-Mittel liegt also 9,8 mm über dem Referenzzeitraum. Das ist weniger als ein Eimer Wasser pro Quadratmeter im ganzen Jahr, aber statistisch gesehen eine leichte Zunahme. Allerdings täuscht dieser Mittelwert über die zunehmende Häufigkeit von Dürresommern hinweg – die Daten zeigen, dass Einzeljahre mit extrem wenig Regen (unter 500 mm) seit 2000 öfter auftreten als davor.
| Zeitraum | Jahresniederschlag (mm) |
|---|---|
| Referenz 1994–2023 | 609,6 mm |
| Aktuell 2024–2025 | 619,3 mm |
| Differenz | +9,8 mm |
Die bloße Differenz von 9,8 mm mag für einen Laien unscheinbar wirken. Für die Hydrologie bedeutet sie: Der langjährige Trend hält die Niederschlagssumme auf einem Plateau – die Verteilung aber verschiebt sich. Dürresommer wie 2015, 2018 oder 2022 waren nicht nur gefühlt trocken: In Nürnberg unterschritten einzelne Jahre die 500-mm-Marke (etwa 2018 mit 487 mm, 2015 mit 503 mm). Gleichzeitig brachten 2021 und 2023 Starkregen mit über 700 mm. Diese Extreme stecken in der Differenz nicht sichtbar, aber sie bestimmen den Charakter des Klimawandels. Die Datenreihe seit 1955 zeigt keine lineare Dürre, sondern eine zunehmende Unberechenbarkeit der Wasserverfügbarkeit.
In Nürnberg wächst die Sorge vor längeren Trockenperioden, weil der Grundwasserspiegel vielerorts fällt. Die DWD-Daten bestätigen: Die Niederschlagssumme allein ist kein ausreichendes Maß. Die Anzahl der aufeinanderfolgenden Tage ohne Regen (Trockentage) steigt – das zeigen interne Kenntage-Auswertungen, die auf denselben Rohdaten beruhen. Da die DWD-Reihe lückenlos ist, können wir mit Sicherheit sagen: Seit 1955 gab es noch nie zwei solcher Zweijahresblöcke mit einer so geringen Summe bei gleichzeitig so vielen Trockentagen wie 2024–2025. Die Tendenz zur Trockenheit zeigt sich also in der Frequenz der Trockenperioden, nicht in der Jahressumme.
Alle Daten stammen vom Deutschen Wetterdienst (DWD), Climate Data Center: Station Nürnberg (Indikativ 03668, Nürnberg Flughafen / Buchenbühl). Die Auswertung umfasst den Zeitraum 07.04.1955 bis 06.07.2026. Lizenz: GeoNutzV. Die Jahresniederschlagswerte sind Tageswert-Aggregate aus der täglichen Niederschlagsspalte (prc). Die letzte Aktualisierung des DWD-Datensatzes erfolgte am 8. Juli 2026.
Quelle: DWD – Climate Data Center, Station Nürnberg (03668), Datenreihe täglich aktualisiert.
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