Aktualisiert: 10. Juli 2026 · Daten: DWD Climate Data Center, Station München-Stadt (Kennung 03379)
Ein wolkenbruchartiger Sommerregen hat an diesem Montag im August die Stadt getroffen. Fast 102 Liter pro Quadratmeter – das ist mehr als die durchschnittliche Niederschlagsmenge eines ganzen Julimonats (rund 95 mm) an einem einzigen Tag. Der Rekord aus dem Jahr 1978 ist bis heute, mehr als 48 Jahre später, ungebrochen. Nur zwei weitere Male wurde die 90‑mm‑Marke geknackt: am 17. Mai 2000 (97,9 mm) und am 13. Juli 1957 (92,4 mm).
In der gesamten Messreihe seit 1. Juni 1954 gab es nur diese fünf Tage mit mehr als 85 mm Niederschlag:
| Datum | Niederschlag (mm) |
|---|---|
| 7. August 1978 | 101,6 |
| 17. Mai 2000 | 97,9 |
| 13. Juli 1957 | 92,4 |
| 29. Juni 2011 | 91,5 |
| 26. Juni 1955 | 86,7 |
Alle fünf Ereignisse fallen in die Monate Mai bis August – die klassische Gewittersaison. Der jüngste Spitzenwert liegt mit dem 29. Juni 2011 bereits 15 Jahre zurück, was zeigt, dass solche Extreme selten sind, aber jederzeit auftreten können.
Als Starkregen zählt ein Tag mit mindestens 20 mm Niederschlag, als torrentieller Regen (extrem) ab 50 mm. Die Tabelle zeigt, wie viele solcher Tage in München durchschnittlich pro Jahr in jedem Monat auftreten:
| Monat | Starkregen-Tage pro Jahr (≥20 mm) | Extremregen-Tage pro Jahr (≥50 mm) |
|---|---|---|
| Januar | 0,2 | 0,0 |
| Februar | 0,3 | 0,0 |
| März | 0,3 | 0,0 |
| April | 0,3 | 0,0 |
| Mai | 1,1 | 0,2 |
| Juni | 1,6 | 0,1 |
| Juli | 1,5 | 0,1 |
| August | 1,6 | 0,1 |
| September | 0,8 | 0,0 |
| Oktober | 0,4 | 0,0 |
| November | 0,3 | 0,0 |
| Dezember | 0,2 | 0,0 |
Im Schnitt erlebt München knapp zwei Starkregen-Tage im Juni und August (je 1,6) – das ist etwa alle drei Wochen einer. Extremregen mit ≥50 mm bleibt eine Seltenheit: Im Mai tritt er im Durchschnitt nur alle fünf Jahre auf (0,2), in den Sommermonaten etwa alle zehn Jahre (0,1). In den Wintermonaten wurde seit 1954 kein einziger Tag mit ≥50 mm registriert.
Die folgende Tabelle zeigt für jedes Jahr, wie viele Tage mit ≥20 mm Niederschlag gezählt wurden und wie hoch der maximale Tagesniederschlag war.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Tage mit ≥20 mm | Maximum (mm) |
|---|---|---|
| 1955 | 12 | 86,7 |
| 1957 | 8 | 92,4 |
| 1978 | 9 | 101,6 |
| 1979 | 11 | 85,6 |
| 1986 | 6 | 25,2 |
| 2000 | 11 | 97,9 |
| 2011 | 8 | 91,5 |
Die Spannweite ist groß: Im Jahr 1964 gab es 16 Starkregen-Tage, 1984 dagegen nur 2. Das Maximum eines Jahres lag meist zwischen 30 und 65 mm, nur in sieben Jahren wurde die 80‑mm‑Marke überschritten. 2024 brachte mit 66,9 mm den höchsten Wert seit 2019.
Ein Starkregen-Tag mit 20 mm ist in München im Sommerhalbjahr fast schon normal – statistisch gesehen erlebt man ihn etwa alle zwei bis drei Wochen. Ein Tag mit mehr als 50 mm, der Straßen überfluten und Keller volllaufen lassen kann, kommt im Schnitt nur alle fünf bis zehn Jahre vor. Der absolut außergewöhnliche Tag mit über 100 mm (1978) ist in 72 Jahren nur ein einziges Mal gemessen worden – ein Ereignis, wie es statistisch seltener als einmal pro Menschenleben auftritt.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center – CDC. Ausgewertet wurden die Tagesniederschläge der Station München-Stadt (DWD‑Kennung 03379) vom 1. Juni 1954 bis zum 6. Juli 2026. Die Daten stehen unter der GeoNutzV‑Lizenz. Als Starkregen gelten Tage mit ≥20 mm, als Extremregen Tage mit ≥50 mm Niederschlag.
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