Aktualisiert: 2026-07-23
Wer in München wohnt oder einen Besuch plant, kennt die lauen Sommerabende – und manchmal auch die Wolkenbrüche, die die U-Bahn-Schächte fluten. Doch wie oft fallen innerhalb eines einzigen Tages mehr als 20 Millimeter Regen, und welche Jahre brachten die heftigsten Schauer? Die offiziellen Daten der DWD-Station München-Stadt (Indikativ 03379) geben präzise Antworten – von 1954 bis in die Gegenwart.
Das absolute Rekordereignis seit Beginn der Messreihe 1954 stammt vom 7. August 1978. Damals fielen an einem einzigen Tag 101,6 mm Niederschlag. Dieser Wert – mehr als ein durchschnittlicher Monatsregen in München an einem Tag – steht seit nunmehr 48 Jahren ungebrochen. Das spanische Tief „Doña“ brachte damals eine Gewitterlage, die die Isar anschwellen ließ und Straßen in Bäche verwandelte.
Nur an wenigen Tagen wurde die 80‑mm‑Marke geknackt. Die Spitzenreiter im Überblick:
Alle fünf Ereignisse fanden zwischen Mai und August statt – die Gewittersaison zeigt hier ihre ganze Wucht. Die Konzentration auf die Sommermonate ist kein Zufall, wie die monatliche Verteilung zeigt.
Als Starkregen gelten Tage mit mindestens 20 mm Niederschlag, als torrenziell solche ab 50 mm. Die Tabelle zeigt den durchschnittlichen monatlichen Anteil pro Jahr – gemittelt über die gesamte Periode:
| Monat | Tage mit ≥ 20 mm (∅ pro Jahr) | Tage mit ≥ 50 mm (∅ pro Jahr) |
|---|---|---|
| Januar | 0,2 | 0,0 |
| Februar | 0,3 | 0,0 |
| März | 0,3 | 0,0 |
| April | 0,3 | 0,0 |
| Mai | 1,1 | 0,2 |
| Juni | 1,6 | 0,1 |
| Juli | 1,5 | 0,1 |
| August | 1,6 | 0,1 |
| September | 0,8 | 0,0 |
| Oktober | 0,4 | 0,0 |
| November | 0,3 | 0,0 |
| Dezember | 0,2 | 0,0 |
Die Werte zeigen deutlich: Von Mai bis August treten im Schnitt 1,1 bis 1,6 Starkregentage pro Monat auf – der Hochsommer ist die klassische Zeit für Gewittergüsse. Torrenzielle Tage (≥ 50 mm) sind dagegen seltene Ausnahmen, die ausschließlich in den Monaten Mai bis August vorkommen, mit maximal 0,2 Tagen im Mai.
Wie viele Tage pro Jahr die 20‑mm‑Marke übertroffen wird, schwankt teils stark. Das Jahr 1964 brachte mit 16 Tagen die bisher höchste Anzahl. Knapp dahinter folgen 1966 mit 15 Tagen und die Jahre 1981, 2002, 2007, 2018 sowie 2020 mit je 14 Tagen. Die vollständige Reihe – von 1954 bis 2026 – zeigt, dass sowohl ruhige als auch extrem niederschlagsreiche Jahre zur Münchner Normalität gehören.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Tage mit ≥ 20 mm | Höchster Tageswert (mm) |
|---|---|---|
| 1955 | 12 | 86,7 |
| 1957 | 8 | 92,4 |
| 1978 | 9 | 101,6 |
| 1979 | 11 | 85,6 |
| 1986 | 6 | 25,2 |
| 2000 | 11 | 97,9 |
| 2011 | 8 | 91,5 |
Betrachtet man die gesamte Spanne von 1954 bis 2026, so fällt auf, dass die Jahre mit den meisten Starkregentagen (≥ 14) ziemlich gleichmäßig über die Dekaden verteilt sind: 1964, 1966, 1981, 2002, 2007, 2018 und 2020. Eine eindeutige Zunahme ist aus den Zahlen nicht abzulesen – die natürliche Schwankung bleibt hoch. Der Rekordwert von 101,6 mm aus dem Jahr 1978 ist bis heute unerreicht.
Übers Jahr gesehen bringt es München im Durchschnitt auf etwa 8 bis 10 Tage mit mindestens 20 mm Regen – wobei der Großteil auf die warme Jahreshälfte entfällt. Wer im Juli oder August eine Reise plant, sollte statistisch gesehen mit etwa einem solchen Tag pro Monat rechnen. Ein Wolkenbruch mit über 50 mm ist dagegen ein seltenes Ereignis, das nicht jedes Jahr vorkommt.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center, Station München-Stadt (Indikativ 03379).
Zeitreihe 1954–2026. Ausgewertet wurden tägliche Niederschlagssummen. Die Klassifikation „Starkregen“ (≥ 20 mm) und „torrenziell“ (≥ 50 mm) folgt den DWD-Kenntagen.
Lizenz: GeoNutzV. Die aktuellste Messung stammt vom 20. Juli 2026.
Rechtliche Hinweise und Datenquelle
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