Aktualisiert: 10. Juli 2026
Am 14. Juli 2021 fiel in Köln innerhalb von 24 Stunden eine Niederschlagsmenge von 153,5 mm(das ist der höchste je an der DWD-Station Köln-Stammheim gemessene Tageswert). Der Regen dieser einen Juli-Nacht übertraf den bisherigen Spitzenwert aus dem Jahr 2017 um mehr als das Eineinhalbfache – ein Jahrhundertregen, wie ihn die Aufzeichnungen seit 1945 nicht gesehen haben.
153,5 mm auf einen Schlag – das entspricht etwa der durchschnittlichen Regenmenge von drei bis vier gesamten Sommermonaten in Köln. Wer den 14. Juli 2021 in der Stadt erlebt hat, wird sich erinnern: Keller liefen voll, Bäche traten über die Ufer, und die Kanalisation kämpfte mit dem Wassermassen. Es war kein gewöhnlicher Sommerregen, sondern ein Extremereignis, das in der Klimageschichte der Domstadt heraussticht.
Der Rekordtag thront mit weitem Abstand an der Spitze. Platz zwei und drei sind ebenfalls beachtlich, aber schon nach wenigen Monaten oder Jahren folgen die anderen Spitzenereignisse. Hier die Top 5 (aus insgesamt zehn erfassten Extremtagen der Station Köln-Stammheim):
| Rang | Datum | Niederschlag (mm) |
|---|---|---|
| 1 | 14. Juli 2021 | 153,5 |
| 2 | 19. Juli 2017 | 95,0 |
| 3 | 30. August 1968 | 91,3 |
| 4 | 2. Juni 1961 | 68,8 |
| 5 | 29. Juni 2005 | 68,3 |
Schon der zweitplatzierte Regen vom Juli 2017 – ebenfalls ein Hochwasserereignis – bringt es auf 95,0 mm. Doch der Rekord von 2021 ist fast so massiv wie Platz zwei und drei zusammen. Der älteste Wert in den Top 5 stammt aus dem Sommer 1961 und hielt sich 56 Jahre lang als Nummer vier – bis die letzten Jahre noch heftigere Niederschläge hervorbrachten.
Die folgende Tabelle zeigt den höchsten jemals in einem Monat gemessenen Tageswert – für jeden Monat einzeln. Der Juli dominiert mit Abstand, doch auch August und Juni kennen ergiebige Güsse:
| Monat | Rekord (mm) |
|---|---|
| Januar | 29,3 |
| Februar | 40,4 |
| März | 32,8 |
| April | 27,9 |
| Mai | 59,3 |
| Juni | 68,8 |
| Juli | 153,5 |
| August | 91,3 |
| September | 44,2 |
| Oktober | 37,8 |
| November | 43,8 |
| Dezember | 29,7 |
Interessant: Der Mai liegt mit 59,3 mm vor Juni und ist damit der viertstärkste Monat – das zeigt, dass auch späte Frühjahrsgewitter enorme Mengen abstürzen lassen können. Die Wintermonate hingegen (Januar, November bis März) bleiben gemäßigt; der meiste Regen fällt in Köln traditionell im Sommerhalbjahr.
Der Tagesrekord von 153,5 mm ist gerade einmal fünf Jahre alt. Er stammt aus dem Hochwasser-Sommer 2021, der weite Teile Nordrhein-Westfalens traf. Die alten Sommerrekorde – 91,3 mm vom August 1968 und 68,8 mm vom Juni 1961 – waren über Jahrzehnte die Messlatte. Seit 2017 (95,0 mm) und vor allem 2021 haben sich die Extreme jedoch deutlich nach oben verschoben. Ob dieser Rekord lange bestehen bleibt? Die Klimaforschung rechnet in Köln mit einer Zunahme von Starkregenereignissen. Der 14. Juli 2021 könnte in einigen Jahren nur noch der Zweite auf der Liste sein – oder noch länger Spitze bleiben.
Alle Werte basieren auf den täglichen Niederschlagsmessungen der DWD-Station Köln-Stammheim (Indikativ 02968), ausgewertet für den Zeitraum 1. Januar 1945 bis 31. August 2024. Datenquelle: DWD Climate Data Center (CDC), lizenziert unter GeoNutzV. Die Auswertung zeigt die 24-Stunden-Summen (Rohdaten 7:00 Uhr UTC bis 6:59 Uhr UTC). Die Tabelle der Monatsrekorde enthält genau einen Wert pro Kalendermonat – den höchsten jemals registrierten Tagesniederschlag in diesem Monat.
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