Aktualisiert: 10. Juli 2026
Was für ein Tag. Am 9. August 1981 öffneten sich über Frankfurt die Schleusen des Himmels. 109,7 mm Niederschlag fielen innerhalb von 24 Stunden – bis heute der absolute Spitzenwert an der offiziellen DWD-Station Frankfurt/Main. Wer an diesem Sonntag in der Stadt war, wird sich erinnern: Keller liefen voll, die Mainbrücken waren nur noch schwer passierbar, der Regen stand buchstäblich auf den Straßen. Das ist mehr als die durchschnittliche Regenmenge eines gesamten Augustmonats an nur einem Tag.
109,7 mm
höchste gemessene 24‑h‑Niederschlagsmenge seit 1935
Seit dem 1. Juli 1935 werden in Frankfurt an der DWD‑Wetterstation (Indikativ 01420) täglich die Regenmengen erfasst. Die lückenlose Messreihe reicht mittlerweile über neun Jahrzehnte. Jeder Extremregen wird hier mitprotokolliert – und kein anderer Tag hat den 9. August 1981 jemals übertroffen.
Mehr als 50 mm an einem Tag sind in Frankfurt die Ausnahme, doch sie kommen immer wieder vor. Die Top 5:
| Datum | Niederschlag (mm) |
|---|---|
| 9. August 1981 | 109,7 |
| 6. Juli 1999 | 82,7 |
| 21. August 1966 | 75,9 |
| 4. Juli 1975 | 64,2 |
| 16. August 2023 | 62,5 |
Der Rekord vom August 1981 liegt also bis heute unangefochten an der Spitze. Auch der zweitplatzierte Juli 1999 mit 82,7 mm bleibt deutlich zurück – der Abstand beträgt mehr als 27 mm, so viel wie ein normaler Regentag im Frühherbst.
Obwohl Gewitter im Sommer oft schlagartig Rekorde erzeugen, zeigt die monatliche Aufschlüsselung eine klare Spitze im Spätsommer. Die folgende Tabelle gibt für jeden Monat des Jahres den höchsten jemals registrierten Tageswert wieder:
| Monat | Höchster Tagesniederschlag (mm) |
|---|---|
| Januar | 33,1 |
| Februar | 25,1 |
| März | 32,4 |
| April | 32,7 |
| Mai | 45,1 |
| Juni | 55,3 |
| Juli | 82,7 |
| August | 109,7 |
| September | 45,8 |
| Oktober | 34,6 |
| November | 32,6 |
| Dezember | 38,4 |
Der August sticht mit Abstand hervor. Der Juli ist mit 82,7 mm der zweitstärkste, gefolgt vom Juni mit 55,3 mm. In den Wintermonaten wird selbst an den regenreichsten Tagen die 40‑mm‑Marke kaum geknackt – typisch für den gemäßigten mitteleuropäischen Winter, wo Regen seltener in extremen Mengen fällt.
Sechs der zehn höchsten Tageswerte der gesamten Messreihe fallen in die Sommermonate Juni, Juli und August. Der Herbst (September bis November) liegt dagegen deutlich zurück: Der beste Herbsttag ist der 2. Juni 1961 mit 55,3 mm – der ist aber streng genommen noch Frühsommer. Der höchste Herbstwert stammt aus dem September mit 45,8 mm. Das zeigt, dass in Frankfurt die heftigsten Regenfälle aus sommerlichen Gewittern stammen, die sich nach Hitzeperioden explosionsartig entladen.
Der Rekordtag des 9. August 1981 fällt genau in diese Kerbe: Vor dem Unwetter hatte eine Hitzewelle über Südwestdeutschland gelegen, die Energie für die Wolkenbildung war enorm. Innerhalb weniger Stunden kippte die Situation und der Regen prasselte mit einer Intensität herunter, die selbst erfahrene Meteorologen überraschte. Die 109,7 mm – das entspricht etwa 109 Litern pro Quadratmeter – sind eine Wassermasse, die sich auf einer normalen Hausdachfläche von 100 Quadratmetern auf über 10.000 Liter summiert, fast ein kleiner Swimmingpool in 24 Stunden.
Seit 1981 hat es viele heftige Niederschläge gegeben, aber keiner kam an diesen Wert heran. Der nächste Kandidat auf der Liste ist der 6. Juli 1999 mit 82,7 mm – das sind immerhin fast 27 mm weniger. Selbst der jüngste extreme Tag aus dem Sommer 2023 (16. August, 62,5 mm) liegt noch weit unter dem Rekord. Es scheint, als ob die Konstellation von feucht-warmer Luftmasse, langer Andauer und genauem Schwerpunkt über der Stadt nur selten so perfekt zusammenkommt.
Auch der bislang letzte vollständige Messzeitraum reicht bis zum 6. Juli 2026 – der Rekord blieb bis dahin unangetastet. Ob der Klimawandel hier in Zukunft neue Rekorde hervorbringt, wird die nächste Dekade zeigen. Nach den Regeln der Physik gilt: Je wärmere Luft, desto mehr Wasserdampf kann sie aufnehmen. Ein Temperaturanstieg erhöht daher theoretisch das Potenzial für extreme Niederschläge. In Frankfurt liegen die Rekorde aber bisher eindeutig im 20. Jahrhundert – ob das Zufall ist, werden langfristige Messreihen erst noch herausfinden müssen.
Alle Werte dieser Seite basieren auf den offiziellen Tageswerten der Wetterstation Frankfurt/Main des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Kennung 01420. Die Datenreihe beginnt am 1. Juli 1935 und wird bis heute täglich fortgeführt (letzter Stand: 6. Juli 2026). Die Referenzstation ist Teil des deutschen Klimareferenznetzes und unterliegt der GeoNutzV‑Lizenz; die Daten sind am Climate Data Center des DWD abrufbar. Ausgewertet wurden nur Tage mit gültigen Niederschlagsmessungen (Werte nie inventarisiert). Wer den absoluten Spitzenwert selbst nachrechnen möchte: Das JSON‑Dokument der Tabelle zeigt einen SQL‑Befehl, der genau diesen einen Tag aus 91 Jahren filtert.
Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center, Station Frankfurt/Main (Indikativ 01420), Tageswerte der Niederschlagshöhe. Lizenz: GeoNutzV.
Daten abgerufen am 10. Juli 2026.
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