Aktualisiert: 2026-08-14
Wer in Leipzig die Ostertage plant – ob Spaziergang in die Auenlandschaft, Ausflug ins Umland oder die Suche nach Ostereiern im heimischen Garten – stößt früher oder später auf dieselbe Frage: Wie wahrscheinlich ist eigentlich Regen? Die Antwort liefern die Messdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für die Station Leipzig-Holzhausen. Die Auswertung umfasst einen Zeitraum von 1759 bis 2026 – eine beeindruckend lange Datenreihe von mehr als zwei Jahrhunderten, die eine belastbare Aussage über das Osterwetter in der sächsischen Metropole erlaubt.
Die Regenwahrscheinlichkeit bezieht sich auf den Anteil der Tage mit messbarem Niederschlag (mehr als 0 Millimeter) innerhalb des Zeitraums, in dem Ostern überhaupt stattfinden kann. Da das Osterfest zwischen Ende März und Ende Mai liegt, wurden genau diese Wochen in die Berechnung einbezogen. Das Ergebnis: An 43,0% der betrachteten Tage fiel in Leipzig messbar Niederschlag. Anders ausgedrückt – wer also zum Osterfest auf trockenes Wetter hofft, liegt mit seiner Erwartung rechnerisch knapp daneben, denn Regen ist die etwas häufigere Variante.
Interessant wird das Bild, wenn man die monatlichen Niederschlagssummen über die gesamte Messreihe betrachtet. Wichtig ist dabei: Die Zahlen in der folgenden Tabelle sind kumulierte Gesamtsummen über alle Jahre der Messperiode (1759–2026), nicht etwa monatliche Durchschnittswerte oder Jahresmittel. Der März bringt über die Jahrhunderte hinweg insgesamt 80,6 Millimeter Niederschlag – das ist die aufsummierte Menge aller Messtage in diesem Monat über die gesamte Datenreihe. Der April folgt mit 47,3 Millimetern, der Mai mit 8,1 Millimetern. Diese Werte sind nur im direkten Vergleich der Monate untereinander aussagekräftig und spiegeln die unterschiedliche Repräsentativität der einzelnen Monate innerhalb des Osterzeitraums wider. Es handelt sich nicht um typische monatliche Niederschlagsmengen eines einzelnen Jahres.
Die folgende Tabelle zeigt die kumulierten Niederschlagssummen für jeden Monat über die gesamte Messperiode von 1759 bis 2026 an der Station Leipzig-Holzhausen. Es handelt sich dabei ausdrücklich um Gesamtsummen über die komplette Datenreihe, nicht um durchschnittliche Monatswerte einzelner Jahre. Ein niedriger Wert wie im Mai bedeutet daher nicht, dass der Mai ein trockener Monat ist, sondern nur, dass in der langen Messreihe weniger Mai-Tage erfasst wurden – etwa weil Ostern seltener in den Mai fällt und die Berechnung nur den möglichen Osterzeitraum (Ende März bis Ende Mai) berücksichtigt.
| Monat | Gesamtniederschlag (mm) |
|---|---|
| Januar | 41,6 |
| Februar | 46,0 |
| März | 80,6 |
| April | 47,3 |
| Mai | 8,1 |
| Juni | 55,7 |
| Juli | 49,0 |
| August | 100,4 |
| September | 13,4 |
| Oktober | 103,9 |
| November | 97,0 |
| Dezember | 115,1 |
Die 43,0% Regenwahrscheinlichkeit sind kein Grund zur Sorge, aber auch kein Freifahrtschein für trockene Feiertage. Sie bedeuten schlicht: An fast jedem zweiten Tag innerhalb des möglichen Osterzeitraums hat es in Leipzig historisch geregnet. Der März selbst – der häufigste Ostertermin – weist mit 80,6 Millimetern Gesamtsumme über alle Jahre hinweg eine bemerkenswerte Niederschlagsmenge auf. Das liegt nicht daran, dass der März ein besonders verregneter Monat wäre, sondern daran, dass die Messreihe über Jahrhunderte zusammengerechnet enorme Gesamtsummen produziert – schließlich handelt es sich um mehrere hundert Jahre Klimageschichte. Zudem ist der März der Monat, in dem Ostern am häufigsten stattfindet, sodass hier besonders viele Messtage in die Auswertung einfließen.
Ein Blick auf die Verteilung zeigt zudem die jahreszeitlichen Kontraste: Während der August über die gesamte Serie 100,4 Millimeter und der Oktober 103,9 Millimeter anhäufen, bringt der Mai gerade einmal 8,1 Millimeter zusammen. In den insgesamt 115,1 Millimetern des Dezembers spiegelt sich die häufigere und teils anhaltende Winter-Niederschlagsaktivität wider. Für die Osterfrage heißt das zusammengefasst: Die Zahlen sind Gesamtsummen über die gesamte Datenreihe und nicht als typische Monatsmittel zu verstehen. Die Gesamtwahrscheinlichkeit von 43,0% gilt für den gesamten möglichen Osterzeitraum gleichermaßen – eine verlässliche Aussage über einzelne Monate lässt sich aus diesen kumulierten Werten nur bedingt ableiten.
Wer seine Osterfeiertage in Leipzig konkret plant, sollte also die kurzfristige Wettervorhersage nutzen – die historische Klimatologie liefert mit diesen Zahlen aber eine fundierte Grundlage für alle, die langfristig denken oder statistische Sicherheiten suchen. Die Daten der Station Leipzig-Holzhausen gehören zu den verlässlichsten und am längsten geführten Messreihen in Mitteldeutschland.
Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Station Leipzig-Holzhausen, Zeitraum 1759–2026.
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