Berlin und der Rekord ohne Regen: 31 Tage am Stück

Aktualisiert: 2026-07-31

Die längste Trockenperiode in Berlin seit Beginn der DWD-Aufzeichnungen dauerte 31 Tage, von 20. September bis 20. Oktober 1949 an der Station Berlin-Tempelhof. Ein kompletter Herbstmonat ohne messbaren Niederschlag – also kein einziger Tag mit einer Niederschlagsmenge von mehr als 0,0 mm. Zum Vergleich: Die zweitlängste Periode der letzten 78 Jahre brachte es auf 29 Tage im Februar/März 2011.

Das ist die Rekord-Trockenheit – gemessen an der täglichen Niederschlagsmenge an der offiziellen Messstation Berlin-Tempelhof, ausgewertet vom Deutschen Wetterdienst (DWD) für den Zeitraum 1948 bis 2026.

Wer in Berlin lebt, kennt die typischen Regenschauer – doch 1949 blieb der Regen im September und Oktober fast komplett aus. Die 31 aufeinanderfolgenden Tage ohne Niederschlag sind nicht nur ein statistischer Ausreißer; sie zeigen, wie lange der Boden in der Hauptstadt ohne nennenswerte Wasserzufuhr auskommen kann. Im Herbst 1949 fielen zwischen dem 20. September und dem 20. Oktober genau 0,0 Millimeter Regen – an keinem einzigen Tag der Runde wurde auch nur ein Tropfen registriert.

Die fünf längsten Trockenperioden in Berlin-Tempelhof

Der folgende Überblick zeigt die fünf längsten Zeiträume mit Tagesniederschlag von 0,0 mm, basierend auf der offiziellen DWD-Stationsdatei. Die Daten umfassen den gesamten verfügbaren Zeitraum von Januar 1948 bis Juli 2026.

Beginn Ende Dauer (Tage)
1949-09-20 1949-10-20 31
2011-02-12 2011-03-12 29
1996-01-08 1996-02-02 26
1986-06-09 1986-07-04 26
2008-05-18 2008-06-11 25

Besonders bemerkenswert ist, dass der Rekord aus dem Jahr 1949 bis heute – also über 75 Jahre später – immer noch an der Spitze steht. Die Trockenperiode von 2011 kam mit 29 Tagen zwar nah heran (12. Februar bis 12. März), verfehlte den Rekord aber um 2 Tage. Auch die 26-tägigen Phasen im Januar 1996 und im Sommer 1986 (9. Juni bis 4. Juli) zeigen, dass lange Trockenphasen in Berlin immer wieder vorkommen – aber eben keine 31 Tage erreichten. Die jüngste der Top-5-Periode im Mai/Juni 2008 blieb mit 25 Tagen (18.05.–11.06.) deutlich unter dem Rekord.

Jährliche Trockentage in Berlin (1948–2026)

Die folgende Tabelle zeigt, wie viele Tage pro Jahr an der Station Berlin-Tempelhof eine Niederschlagsmenge von exakt 0,0 mm registriert wurde. Summiert wurden alle Kalendertage eines Jahres, an denen die automatische Station keine messbaren Niederschläge meldete. Die Tabelle umfasst den vollen Auswertungszeitraum von 1948 bis 2026 (Stand: 29. Juli 2026).

Die jährliche Übersicht ist in dieser Abfrage nicht verfügbar. Die verfügbaren Rekordjahre sind in der obigen Top-5-Tabelle dargestellt.

Wann treten lange Trockenperioden auf?

Ein Blick auf die Top-5-Liste zeigt, dass keine Jahreszeit absolut ausgenommen ist: Der Rekord lag im Herbst (September–Oktober), die zweitlängste im Winter (Februar–März), gefolgt von zwei Perioden im Sommer (Juni–Juli 1986) und einer im Frühjahr (Mai–Juni 2008). Die 26 Tage im Januar/Februar 1996 zeigen, dass selbst im tiefsten Winter die Trockenheit mehrere Wochen anhalten kann. Während viele Berlinerinnen und Berliner die regenreichen Sommermonate fürchten, ist die klimatologische Realität also vielfältiger – die Daten des DWD belegen seit 1948 immer wieder lange niederschlagsfreie Intervalle.

Ein Monat ohne Regen – die Auswirkungen

Während eine 31-tägige Trockenphase in einem feuchten Jahr 1949 sicherlich die Landwirtschaft vor Herausforderungen stellte, ist aus meteorologischer Sicht vor allem die Einstufung als Extremwert von Bedeutung. Der DWD wertet eine solche Reihe als Kenntag, also als einen Tag, der ein bestimmtes Kriterium erfüllt – hier das Kriterium „trocken" (Niederschlag 0,0 mm). Die Tatsache, dass dieser Rekord seit 1949 ungebrochen ist, unterstreicht die Seltenheit eines kompletten trockenen Monats in Berlin.

Für Privatpersonen, die eine Hochzeit planen oder eine Reise in die Hauptstadt unternehmen, sind solche Daten informativ: Sie zeigen, dass Berlin zwar nicht die regenreichste Stadt Deutschlands ist, aber auch keine langen Dürreperioden üblich sind – der Rekord von 31 Tagen bleibt eine Ausnahme. Die Zahlen basieren auf der täglichen Niederschlagsmessung der DWD-Station Berlin-Tempelhof, die seit 1948 ohne Unterbrechung Daten liefert. Die Auswertung berücksichtigt alle verfügbaren Tage bis zum 29. Juli 2026.

Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center – Station Berlin-Tempelhof, Zeitraum 1948–2026.

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Rechtliche Hinweise und Datenquelle

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