Aktualisiert: 2026-07-10
Wer in Berlin lebt, kennt die wechselhaften Sommer und die regenreichen Winter. Doch wie lange kann es in der Hauptstadt wirklich trocken bleiben? Die offiziellen Aufzeichnungen der Station Berlin-Tempelhof gehen bis zum 1. Januar 1948 zurück und liefern eine klare Antwort – mit einem Rekord, der seit fast acht Jahrzehnten ungebrochen ist.
Vom 20. September bis zum 20. Oktober 1949 fiel an der Station Berlin-Tempelhof an keinem einzigen Tag messbarer Niederschlag. Die Trockenperiode hielt 31 Tage an – das ist die längste Dürrephase seit Beginn der Messreihe im Jahr 1948. Vom Spätsommer bis weit in den Herbst blieb der Himmel über Berlin-Airport trocken.
31 Tage Rekord-Trockenperiode (1949)
Um die Dimension dieser Zahl greifbar zu machen: 31 Tage sind ein kompletter Kalendermonat, mehr als vier zusammenhängende Wochen. Vom 20. September bis zum 20. Oktober 1949 hatte Berlin also einen ganzen Herbstmonat ohne nennenswerten Regen – außergewöhnlich für das mitteleuropäische Klima, in dem selbst in trockenen Jahren üblicherweise alle paar Tage ein Schauer fällt.
Interessanterweise stammt der Rekord aus den ersten Jahren der Messung. Er ist mittlerweile 76 Jahre alt. Immer wieder gab es in den folgenden Jahrzehnten ernsthafte Anläufe, diese Marke zu knacken, doch keine Trockenperiode erreichte auch nur die 30-Tage-Grenze – geschweige denn die 31-Tage-Marke von 1949. Auch der Klimawandel mit zunehmenden Sommertrockenphasen hat diesen alten Rekord bisher nicht überboten.
Ein Blick auf die Top 5 zeigt, wie beständig der Spitzenwert aus dem Jahr 1949 ist. Die folgenden fünf Rekorde stammen aus unterschiedlichen Jahreszeiten – ein Zeichen dafür, dass extreme Trockenheit in Berlin grundsätzlich in jedem Monat auftreten kann.
| Beginn | Ende | Tage ohne Regen |
|---|---|---|
| 20.09.1949 | 20.10.1949 | 31 |
| 12.02.2011 | 12.03.2011 | 29 |
| 08.01.1996 | 02.02.1996 | 26 |
| 09.06.1986 | 04.07.1986 | 26 |
| 18.05.2008 | 11.06.2008 | 25 |
Der zweite Platz gehört einem Winter-Frühling-Ereignis: Vom 12. Februar bis 12. März 2011 hielt die Trockenheit 29 Tage an, nur zwei Tage kürzer als der Rekord. Ebenso markant sind die beiden 26-tägigen Perioden im Januar/Februar 1996 und im Juni/Juli 1986. Der Mai/Juni 2008 komplettiert die Liste mit 25 trockenen Tagen.
Beachten Sie: Die Tabelle enthält ausschließlich Zeiträume, in denen an der Station Berlin-Tempelhof an aufeinanderfolgenden Tagen kein Niederschlag (0,0 mm oder fehlender Wert) registriert wurde. Spitzenwerte unter 25 Tagen sind hier nicht aufgeführt, wenngleich sie ebenfalls meteorologisch relevant sind.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erfasst an seiner Klimastation Berlin-Tempelhof (Indikativ 00433) täglich die Niederschlagsmenge. Die hier gezeigten Daten stammen vom DWD Climate Data Center und umfassen die gesamte verfügbare digitale Messreihe vom 1. Januar 1948 bis zum 6. Juli 2026. Die Berechnung der längsten Trockenperiode erfolgt über eine SQL-Analyse der Tagesdaten, bei der alle aufeinanderfolgenden Tage mit Niederschlag gleich null oder fehlend als eine zusammenhängende Trockenperiode gezählt werden. Der oben genannte Rekord ist das Ergebnis dieser Analyse – datenbasiert, nachvollziehbar und offiziell.
Eine 31-tägige Trockenperiode ist für das Berliner Stadtklima ein außergewöhnliches Ereignis. In einem durchschnittlichen Jahr fallen in Berlin etwa 570 Millimeter Niederschlag, verteilt über rund 180 Regentage. Dass einmal ein ganzer Monat komplett ohne messbaren Regen auskommt, unterstreicht die natürliche Klimavariabilität, die auch in Mitteleuropa zu solchen Extremen führen kann. Der Dürresommer 2018 etwa brachte zwar viel Trockenheit, aber keine zusammenhängende Rekordperiode – der Rekord von 1949 hält bis heute.
Für alle, die sich mit dem Berliner Klima beschäftigen – ob aus privatem Interesse, für Reiseplanung oder berufliche Entscheidungen – liefern diese Daten offizielle, verlässliche Fakten aus erster Hand.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center. Station Berlin-Tempelhof (Indikativ 00433). Messzeitraum 01.01.1948 – 06.07.2026. Lizenz GeoNutzV.
Letzte Aktualisierung: 10. Juli 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.
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