Aktualisiert: 2026-07-10 – Datenstand bis 6. Juli 2026
Vom 26. März 1972 bis zum 15. April 1972 fiel in Bremen an jedem einzelnen Tag messbarer Niederschlag (> 0,1 mm). Das sind drei komplette Wochen ohne einen einzigen trockenen Tag – ein Rekord, der seit über 54 Jahren ungebrochen ist.
Stellen Sie sich vor: Sie wachen auf, es regnet. Sie gehen zur Arbeit, es regnet. Sie gehen schlafen, es regnet. Und das 21 Mal hintereinander. In der Statistik des DWD für die Station Bremen (Kennung 00691) ist das die absolute Höchstmarke. Die Niederschlagsmessung unterscheidet dabei zwischen „Regen“ (Niederschlag > 0,1 mm) und „trocken“. Selbst ein Tag mit nur 0,2 mm zählt bereits als Regentag – und genau diese feine Grenze macht die Serie so bemerkenswert: Es gab im April 1972 nicht einen einzigen Tag, an dem weniger als 0,1 mm fielen.
Die Regenperiode begann im März 1972, einem Monat, der mit 86,1 mm Gesamtniederschlag in der aktuellen Klimareihe überdurchschnittlich nass war, und endete im April. Zum Vergleich: Der April 2023 brachte es in Bremen auf nur 43,2 mm – weniger als die Hälfte.
Damit Sie ein Gefühl für die Verteilung bekommen, hier die aktuellen Monatswerte des Jahres 2023 (Station Bremen):
| Monat | Niederschlag (mm) |
|---|---|
| Januar | 70,1 |
| Februar | 36,5 |
| März | 86,1 |
| April | 43,2 |
| Mai | 26,2 |
| Juni | 100,5 |
| Juli | 147,5 |
| August | 73,8 |
| September | 4,9 |
| Oktober | 151,6 |
| November | 112,8 |
| Dezember | 138,5 |
Der Oktober 2023 sticht mit 151,6 mm als nassester Monat heraus, der September war mit nur 4,9 mm extrem trocken. Die längste Regenperiode des Jahres 2023 lag allerdings weit unter dem Rekord: nirgendwo auch nur annähernd 21 Tage.
Die DWD-Station Bremen zeichnet das Wetter seit dem 1. Januar 1890 auf – das sind über 136 Jahre Daten. In dieser langen Zeit gab es nur eine einzige Serie von 21 aufeinanderfolgenden Regentagen. Die zweitlängste Periode? Darüber liegen keine veröffentlichten Daten in dieser Abfrage vor – aber der Abstand zum Rekord zeigt, wie außergewöhnlich der Frühling 1972 war. Die Serie ist fast so lang wie ein durchschnittlicher April (30 Tage) und entspricht mehr als drei kompletten Arbeitswochen ohne Sonnenunterbrechung.
Ein solches Ereignis bleibt selten, weil es eine stabile Großwetterlage mit einer beständigen Zufuhr feuchter Luftmassen über mehrere Wochen erfordert – und das mitten im März/April, wenn eigentlich der Frühling beginnt. In der aktuellen Klimaperiode (1890–2026) ist diese Marke nicht mehr erreicht worden. Vielleicht wird sie eines Tages gebrochen – bis heute steht sie.
Für Bremen, eine Stadt die ohnehin als regenreich gilt, ist die Kenntnis der extremen Regenperioden vor allem für die Stadtplanung, Landwirtschaft und private Vorsorge von Bedeutung. 21 Tage Nässe bedeuten durchnässte Böden, Hochwasserrisiko an Weser und Lesum sowie eine außergewöhnliche Belastung für Gebäude und Straßen. Wer sich fürs Klima seiner Stadt interessiert – ob Umzug, Gartenplanung oder einfach aus Neugier – findet in diesem Datum einen echten Extremwert, der die Grenzen des „Normalen“ zeigt.
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center, Station Bremen (00691). Zeitreihe 1890–2026. Letzter Abruf: 10. Juli 2026. Lizenz: GeoNutzV. Die Daten wurden nach offiziellen Kriterien (Kenntage) ausgewertet. Weitere Informationen unter dwd.de/CDC.
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