Aktualisiert: 10. Juli 2026
Wie stark kann das Münchner Klima zwischen den Jahren variieren? Die Antwort liefert die DWD-Station München-Stadt (Indikativ 03379) mit einer ununterbrochenen Datenreihe. Die ältesten Messungen stammen vom 1. Juni 1954, die jüngsten vom 6. Juli 2026 – eine Spanne von über sieben Jahrzehnten. In dieser Zeit zeigen die offiziellen Aufzeichnungen eine enorme Bandbreite, die man hier in München selten so deutlich nebeneinander sieht.
Das extremste Jahr war das mit der niedrigsten Jahresdurchschnittstemperatur: Nur 7,3 °C betrug das Jahresmittel. Das ist fast so kühl wie in einer norddeutschen Küstenstadt – ein Wert, der heute fast unwirklich erscheint, wenn man an die jüngsten milden Winter denkt. Dem gegenüber steht das wärmste Jahr mit einer Mitteltemperatur von 11,6 °C. Die Differenz zwischen dem kältesten und dem wärmsten Jahr liegt bei 4,3 °C – eine Distanz, die den gesamten Unterschied zwischen einer kühlen und einer warmen Klimaepoche ausmacht.
Der absolute Extremwert der Höchsttemperatur liegt bei 37,6 °C. Diese Gluthitze wurde an einem der heißesten Tage Münchens gemessen. Der absolute Tiefstwert der Minima: −25,4 °C – eisige Nächte, wie sie seit der Jahrtausendwende kaum noch vorkamen. Der Rekord vom 12. Februar 1956 (umgerechnet −25,4 °C) ist bis heute ungebrochen.
In München fällt im Durchschnitt rund 800 mm Regen und Schnee pro Jahr. Aber die Einzeljahre weichen heftig ab. Der Datensatz der DWD-Station zeigt eine enorme Spanne: Im trockensten Jahr registrierte der Regenmesser nur 342,2 mm – das entspricht weniger als der Hälfte der üblichen Menge. Ein solches Jahr wäre für die Landwirtschaft und die Grundwasserneubildung eine Zäsur. Im nassesten Jahr dagegen fielen 1298,1 mm, mehr als das Dreifache. Die Differenz zwischen diesen beiden Extremjahren beträgt 955,9 mm – das ist fast die gesamte Niederschlagsmenge eines durchschnittlichen Jahres. Anders gesagt: München kann innerhalb von wenigen Jahren von extremer Trockenheit in eine Phase übergehen, die rechnerisch mehr als eineinhalb Jahresmengen auf einmal liefert.
Um das Innenleben eines Jahres zu verstehen, lohnt der Blick auf die monatliche Aufschlüsselung. Die folgende Tabelle zeigt Temperatur und Niederschlag für das Jahr 2022, das als jüngeres Jahr gut dokumentiert ist und einen Eindruck von der jahreszeitlichen Verteilung gibt:
| Monat | Temperatur (Ø in °C) | Niederschlag (mm) |
|---|---|---|
| Januar | 2,1 | 33,7 |
| Februar | 4,8 | 31,3 |
| März | 6,1 | 16,0 |
| April | 8,4 | 54,1 |
| Mai | 15,9 | 121,8 |
| Juni | 20,0 | 106,1 |
| Juli | 21,2 | 55,0 |
| August | 20,5 | 110,2 |
| September | 13,9 | 91,6 |
| Oktober | 13,7 | 88,2 |
| November | 6,7 | 56,4 |
| Dezember | 2,6 | 65,9 |
Auffällig: Der Mai 2022 war mit 15,9 °C schon sommerlich warm und brachte mit 121,8 mm fast so viel Regen wie der gesamte Januar bis März zusammen. Der Juli erreichte mit 21,2 °C den Höhepunkt der Temperaturkurve, während der März mit nur 16,0 mm extrem trocken ausfiel. Solche Unterschiede innerhalb eines Jahres sind typisch für das Münchner Stadtklima, das von kontinentalem Einfluss und gelegentlichen alpinen Wetterlagen geprägt ist.
Wer in München lebt oder einen Umzug plant, dem hilft der Blick auf die extreme Bandbreite: Es gab Jahre, in denen die Temperatur selten über 30 °C stieg und andere, in denen die Hitzetage (über 30 °C) gehäuft auftraten – der Rekord liegt bei einer Höchsttemperatur von 37,6 °C. Und während die Jahresniederschläge um fast einen Meter variieren können, sollte man sich auf beides einstellen: auf Dürresommer und auf Monate mit Starkregen, wie der Mai 2022 zeigt. Die Daten machen klar: Münchens Klima ist alles andere als gleichförmig – die Spanne zwischen den Extremen ist größer, als mancher denkt.
Alle Zahlen stammen aus dem offiziellen Klimadatenarchiv des Deutschen Wetterdienstes (DWD) – Climate Data Center, Station München-Stadt (Indikativ 03379). Die Messreihe umfasst den Zeitraum vom 1. Juni 1954 bis zum 6. Juli 2026. Für die Jahresdurchschnitte wurde die tägliche Mitteltemperatur (tmed) über das Kalenderjahr gemittelt, die Niederschlagssumme über das Jahr aufaddiert. Absolute Extremwerte basieren auf den Tagesmaxima (tmax) und Tagesminima (tmin). Die monatliche Aufschlüsselung wurde für das Jahr 2022 berechnet, um einen aktuellen Eindruck der jahreszeitlichen Verteilung zu geben.
Daten: DWD – Deutscher Wetterdienst / Climate Data Center, Station München-Stadt (03379). Lizenz: GeoNutzV. Aufbereitet für histoclima.com.
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