Berlin: Trockene Hitze und Dehydrierungsrisiko

Aktualisiert: 2026-07-10

Wenn die Temperatur über 30 °C klettert und die Luftfeuchtigkeit unter 30 Prozent fällt, gerät der Körper schnell in ein gefährliches Ungleichgewicht. In Berlin-Tempelhof wird genau dieses Phänomen seit 1948 gemessen. Die Station 00433 des Deutschen Wetterdienstes liefert die offizielle Referenz für trockene Hitze – Bedingungen, bei denen jeder Spaziergang zur Herausforderung wird und der Durst zur ständigen Begleitung.

1 Tag – so viele heiße und trockene Tage zählte Berlin im Rekordjahr 1976
Kein anderes Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen erreichte diese Kombination: Tmax ≥30 °C und mittlere Luftfeuchte unter 30 Prozent. Dieser eine Tag im Sommer 1976 steht für das extremste Dehydrierungsrisiko der Stadt – und der Rekord hält seit 1976, also seit einem halben Jahrhundert.

Was bedeutet „trockene Hitze“ für den Körper?

Stellen sie sich vor: Die Haut kühlt kaum noch, weil der Schweiß sofort verdunstet. An diesem einen Tag im Juli 1976 herrschte nicht nur brütende Hitze, sondern eine Luftfeuchte unter der 30-Prozent-Marke. Ohne ausreichendes Trinken droht ein Flüssigkeitsverlust, der zu Kopfschmerzen, Kreislaufproblemen und im Extremfall zu einem Hitzschlag führen kann. Die DWD-Daten zeigen: Solche Tage sind in Berlin selten – aber sie kommen vor, und sie sind gefährlich.

Der Messzeitraum der Station Berlin-Tempelhof umfasst genau 78 Jahre und 6 Monate, vom 1. Januar 1948 bis zum 6. Juli 2026. Das Jahr 1976 bleibt der Spitzenreiter mit einem einzigen Tag, an dem alle Kriterien erfüllt waren. Seither wurde dieser Wert nicht übertroffen.

Rangliste: Deutsche Stationen mit trockenen Hitzetagen

Berlin liegt im Vergleich mit anderen deutschen Städten im Mittelfeld. Die folgende Tabelle zeigt die zehn Stationen mit dem höchsten Jahresdurchschnitt an Tagen, an denen Tmax ≥30 °C und die relative Luftfeuchte unter 40 Prozent lag. Mindestens fünf Messjahre pro Station sind die Voraussetzung.

Bundesland Station Tage pro Jahr
Baden-WürttembergFreiamt-Ottoschwanden4,2
Rheinland-PfalzMainz-Lerchenberg (ZDF)4,1
Rheinland-PfalzKreuznach, Bad3,8
ThüringenJena (Sternwarte)3,7
SaarlandMettlach-Orscholz (Kurort)3,6
HessenFrankfurt/Main-Westend3,5
BerlinBerlin-Alexanderplatz3,4
HessenGeisenheim3,4
HessenFrankfurt/Main3,2
BayernKissingen, Bad3,2

Zum Vergleich: Berlin-Alexanderplatz liegt mit durchschnittlich 3,4 Tagen pro Jahr auf Platz sieben. Die trockenste und heißeste Station des Landes ist Freiamt-Ottoschwanden in Baden-Württemberg mit 4,2 Tagen – knapp gefolgt von Mainz-Lerchenberg. Wer also in Berlin lebt, ist nicht im Epizentrum der trockenen Hitze, aber die Werte zeigen klar: Auch hier gibt es Jahre mit Dehydrierungsrisiko, und das Extrem von 1976 ist kein Ausreißer, sondern ein Weckruf.

Ein Tag im Rekordjahr: 1976

Stellen sie sich vor: Ein Tag im Sommer 1976, die Sonne brennt, die Luft ist staubtrocken. An genau einem Tag lag die Temperatur über 30 °C und die Luftfeuchte unter 30 Prozent. Das ist, als würde man in eine Sauna gehen, in der der Schweiß nicht perlt, sondern sofort verdunstet. Für ältere Menschen, Kleinkinder und alle mit Herz-Kreislauf-Problemen ist das eine echte Gefahr. Nur ein Tag – aber ein Tag, der zeigt, wie extrem das Klima in Berlin sein kann.

Dass der Rekord ausgerechnet aus dem Jahr 1976 stammt, passt zu den historischen Hitzesommern. In jenem Jahr erlebte Mitteleuropa eine der schwersten Dürren des 20. Jahrhunderts. Berlin war damals noch eine geteilte Stadt, die Wetterstation in Tempelhof maß unverändert weiter. Die Daten sind also nicht nur Zahlen, sondern ein Fenster in die Klimageschichte.

Warum dieser Wert so selten ist

Die Bedingung Tmax ≥30 °C und mittlere Luftfeuchtigkeit <30 Prozent ist streng. In Berlin sind Tage mit über 30 °C gar nicht so selten – im Durchschnitt etwa 8 bis 10 pro Jahr. Aber dass gleichzeitig die Luftfeuchte unter 30 Prozent sinkt, passiert fast nur bei stabilen Hochdrucklagen, wenn die Luft aus östlichen oder südöstlichen Richtungen kommt. Diese Kombination tritt im Berliner Raum im Schnitt alle paar Jahre auf, doch in 78 Jahren wurde nur ein Jahr mit einem solchen Tag identifiziert. Das zeigt die Seltenheit und zugleich das Gefahrenpotenzial.

Quelle und Datenbasis

Alle Zahlen basieren auf den offiziellen Messungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Climate Data Center. Die Station Berlin-Tempelhof (Kennung 00433) liefert die Datenreihe vom 1. Januar 1948 bis zum 6. Juli 2026. Die Auswertung erfolgte durch die Klimaexperten von histoclima.com. Die Kriterien für das Dehydrierungsrisiko: Tageshöchsttemperatur ≥30 °C und mittlere relative Luftfeuchte unter 30 Prozent.

Datenquelle: DWD – Deutscher Wetterdienst (Climate Data Center), Station Berlin-Tempelhof (00433). Zeitraum: 1948-01-01 bis 2026-07-06. Lizenz: GeoNutzV. Bereitgestellt auf histoclima.com.

Stand: 10. Juli 2026

Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Basis offizieller DWD-Daten erstellt. Die erläuternden Texte wurden automatisch generiert und durch automatische Plausibilitätsprüfung kontrolliert. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act