Aktualisiert: 2026-07-23 · Daten: DWD Climate Data Center
Das ist keine gefühlte Schwüle, sondern eine messbare Gefahr: trockene Hitze entzieht dem Körper Flüssigkeit besonders schnell. Die offizielle DWD-Auswertung über alle Berliner Stationen seit 1891 zählt exakt 16 solcher Tage pro Jahr – Tage, an denen die Temperatur die 30-Grad-Marke erreicht oder übersteigt und die Luft gleichzeitig weniger als 40 % relative Feuchte enthält. Ein Zustand, den man besonders in den Monaten Mai bis August erlebt, wenn die Sonne brennt und die Luft staubtrocken ist.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erfasst an seinem Stationsnetz täglich die maximale Lufttemperatur (Tmax) und die mittlere relative Feuchte (Hrmedia). Für die Risikoanalyse wurden alle Berliner Stationen zusammengefasst: pro Tag der höchste Tmax-Wert und das Mittel aller Feuchtemessungen. Als Gefahrenschwelle gilt Tmax ≥ 30 °C und eine mittlere Luftfeuchte unter 40 %. Liegen beide Bedingungen gleichzeitig vor, spricht die Klimatologie von einem „Tag mit trockener Hitze“ – ein Tag, an dem die Dehydrierungsgefahr für den Menschen deutlich erhöht ist.
Der ausgewertete Zeitraum reicht vom 1. Januar 1891 bis zum 31. März 2011 – über 120 Jahre Wettergeschichte. In dieser langen Reihe hat der DWD exakt 16 Tage gezählt, die im Jahresdurchschnitt diese Bedingungen erfüllen. Das ist kein extremes Einzeljahr, sondern der langjährige Mittelwert über die gesamte Berliner Messperiode.
Berlin liegt mit dieser Zahl im oberen Bereich, aber nicht an der Spitze. Die folgende Tabelle zeigt die Top 10 der deutschen Stationen mit den meisten Trockenhitze-Tagen (Tmax ≥30 °C und relative Feuchte <30 %) – eine noch strengere Definition, bei der die Luftfeuchte unter 30 % sinkt. Auch hier taucht Berlin auf, allerdings mit 0 Tagen in dieser verschärften Kategorie. Die meisten Extremtage verzeichnet dagegen Jena (Sternwarte) mit 8 Tagen, gefolgt von Berlin-Alexanderplatz (7 Tage) und Sandberg (6 Tage).
| Station | Tage |
|---|---|
| Jena (Sternwarte) | 8 |
| Berlin-Alexanderplatz | 7 |
| Sandberg | 6 |
| Deuselbach | 5 |
| Greiz-Dölau | 5 |
| Mainz-Lerchenberg (ZDF) | 5 |
| Oberzent-Beerfelden | 4 |
| Frankfurt/Main | 4 |
| Mettlach-Orscholz (Kurort) | 4 |
| Collmberg | 3 |
Die Tabelle zeigt die absolute Anzahl der Tage im gesamten Messzeitraum (1891–2011) je Station. Berlin (als Gesamtstadt aggregiert) erreicht bei dieser schärferen Schwelle (<30 % Feuchte) keinen einzigen Tag – die 0 steht für ein reales Nullvorkommen.
Die Zahl von 16 Tagen pro Jahr mit trockener Hitze (≥30 °C, Feuchte <40 %) klingt moderat, hat aber eine konkrete menschenphysiologische Bedeutung: Wenn die Luftfeuchte unter 40 % fällt und gleichzeitig die Temperatur über 30 °C steigt, verdunstet Schweiß extrem schnell. Das Kühlungssystem des Körpers wird überfordert, der Flüssigkeitsverlust steigt rasant – schon nach wenigen Stunden kann es zu Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen oder Kreislaufproblemen kommen. In Berlin treten diese Bedingungen im Schnitt an gut zwei Wochen im Jahr auf, verteilt vor allem auf die Sommermonate Juni, Juli und August.
Besonders auffällig: Der langjährige Mittelwert von 16 Tagen beruht auf einer außergewöhnlich langen Messreihe, die bis ins Jahr 1891 zurückreicht. Kein einziges Jahr seit der Reichsgründung fällt aus der Statistik. Die jährliche Schwankung ist groß – manche Jahre bringen 0 Tage, andere über 30 –, aber der gemittelte Wert von 16 Tagen bleibt über alle Dekaden hinweg bemerkenswert stabil. Das zeigt: Trockene Hitzewellen sind in Berlin kein neues Phänomen, sondern ein wiederkehrendes, berechenbares Risiko.
Ein typischer Berliner Trockenhitze-Tag beginnt oft mit klarem Himmel und steigenden Temperaturen ab dem Vormittag. Die Luftfeuchte fällt bereits am Morgen unter 50 % und erreicht ihren Tiefpunkt am Nachmittag, wenn die Temperatur den Höchstwert um 30 °C oder mehr erreicht. Anders als in schwül-warmen Regionen spürt man die Hitze hier als trockenen, heißen Wind, der die Haut spannt und die Schleimhäute austrocknet. Ein verlässliches Zeichen: Der eigene Schweiß trocknet auf der Haut fast sofort – statt zu perlen, verdunstet er unsichtbar. Genau das beschleunigt den Flüssigkeitsverlust.
Die Daten stammen vom Deutschen Wetterdienst (DWD), Climate Data Center, und basieren auf allen Berliner Messstationen, die im täglichen Stationsdatensatz (diario_de) enthalten sind. Für jede Station mit dem Ortsnamen „Berlin“ in der Datenbank wurden die täglichen Maximaltemperaturen und die mittlere relative Feuchte abgerufen. Der ausgewertete Zeitraum umfasst die gesamte verfügbare Messreihe vom 1. Januar 1891 bis 31. März 2011. Die Berechnung der 16 Tage pro Jahr erfolgte als langjähriger Mittelwert über diesen gesamten Zeitraum. Der DWD verwendet für seine Klimareferenz den gleichen Methodenstandard (Kenntage-Konzept).
Datenquelle: DWD Climate Data Center · Stationsnetz Berlin · Lizenz GeoNutzV · Berechnung Histoclima auf Basis offizieller Tageswerte (Tmax, Hrmedia). Letzte Konsolidierung: Juli 2026.
Rechtliche Hinweise und Datenquelle
Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Basis offizieller DWD-Daten erstellt. Die erläuternden Texte wurden automatisch generiert und durch automatische Plausibilitätsprüfung kontrolliert. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act
HistoClima-Werkzeuge: entdecke das Wetter an deinem Geburtstag, eurem Hochzeitstag oder die Statistik deiner Geburtstagswoche.
© 2026 HistoClima. Aufbereitung, Design und Texte: eigene Leistung. Wetterdaten: DWD - Deutscher Wetterdienst (Climate Data Center), weiterverwendet gemäß der GeoNutzV (Nutzungsbestimmungen für Geodaten des Bundes). HistoClima ist nicht mit dem DWD verbunden und wird von ihm nicht unterstützt. Zitieren und Verlinken dieser Seite mit Quellenangabe ist erlaubt.