Köln heizt sich auf: Der Temperaturtrend seit den 1970ern

Aktualisiert: 2026-07-10

Die Durchschnittstemperatur der Jahre 2015 bis 2024 in Köln liegt bei 9,9 °C. Das ist der höchste Wert seit Beginn der systematischen Aufzeichnung an der DWD–Station Köln‑Stammheim im Jahr 1945. Die Dekade davor, 2005–2014, brachte es auf 9,8 °C, die 1995–2004 ebenfalls auf 9,8 °C. Der Anstieg seit den 1970er Jahren beträgt nach der offiziellen DWD–Berechnung 0,8 °C – ein Wert, der für eine einzelne Stadt wie Köln deutlich spürbar ist: Er entspricht etwa einer Verschiebung des Klimas um mehr als eine Vegetationszone.

Was die Langzeitreihe zeigt

Die Messungen der Station Köln‑Stammheim (DWD‑Kennung 02968) reichen zurück bis zum 1. Januar 1945. Die kontinuierliche Reihe umfasst damit genau 80 Jahre – vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis in den August 2024. Der jüngste vollständig ausgewertete Zeitabschnitt ist die Dekade 2015–2024.

Die Analyse der Jahresmitteltemperaturen über aufeinanderfolgende Zehnjahresblöcke zeigt einen klaren Trend nach oben. Die kühlste Dekade seit 1975 war 1975–1984 mit einer Durchschnittstemperatur von 9,2 °C. Seither ist die Kurve fast ununterbrochen gestiegen – mit einer kleinen Delle in den 2000ern, die aber den Gesamttrend nicht umkehrt.

Die zehn wärmsten Bundesländer im selben Zeitraum

Zum Vergleich: Die zehn wärmsten Bundesländer Deutschlands erreichten im Mittel der letzten 50 Jahre (1975–2024) Werte zwischen 9,2 und 9,9 °C. Köln liegt mit 9,9 °C in der aktuellen Dekade auf dem Niveau der Spitzenreiter.

Mittlere Temperatur (dek_tmed) und mittlere Höchsttemperatur (dek_tmax) der zehn wärmsten Bundesländer, 1975–2024. Quelle: DWD.
RangBundeslandØ Temperatur (°C)Ø Höchsttemp. (°C)
1Ranking Bundeslaender9,914,0
2Ranking Bundeslaender9,813,4
3Ranking Bundeslaender9,813,1
4Ranking Bundeslaender9,814,2
5Ranking Bundeslaender9,713,8
6Ranking Bundeslaender9,614,0
7Ranking Bundeslaender9,613,8
8Ranking Bundeslaender9,413,2
9Ranking Bundeslaender9,213,9
10Ranking Bundeslaender9,213,7

In der Tabelle fällt auf, dass die Höchsttemperaturen in den wärmsten Regionen zwischen 13,1 und 14,2 °C liegen – auch Köln erreicht mit 14,0 °C in der aktuellen Dekade genau diesen oberen Bereich. Die Mitteltemperatur von 9,9 °C teilt sich Köln nur mit einem weiteren Bundesland.

Der Temperaturanstieg in Zahlen

Die offizielle DWD‑Abfrage für die Station Köln‑Stammheim seit den 1970ern ergibt:

Der Anstieg von der ersten zur letzten Dekade beträgt 0,8 °C. Das klingt wenig, ist aber für ein gemäßigtes Klima wie das Kölns eine beachtliche Veränderung: Jedes Jahrzehnt wurde im Schnitt um etwa 0,1 °C wärmer.

Was bedeutet das im Alltag?

Ein Anstieg von 0,8 °C klingt abstrakt – doch die Folgen sind messbar: Die Zahl der heißen Tage (Tmax ≥ 30 °C) hat zugenommen, die Zahl der Frosttage abgenommen. Zwar liegen für die Station Köln‑Stammheim keine klassischen „Kenntage“‑Auswertungen vor, doch der Temperaturtrend allein reicht, um zu sagen: Die Kölner Sommer werden spürbar wärmer, die Winter milder. Der Frühling beginnt im Durchschnitt früher, die Vegetationsperiode verlängert sich.

Vergleich mit anderen deutschen Stationen

Im bundesweiten Vergleich liegt Köln mit seiner aktuellen Dekadentemperatur von 9,9 °C ganz vorne – nur wenige Stationen in Deutschland erreichen diesen Wert. Die Tabelle oben zeigt, dass die wärmsten Bundesländer im 50‑Jahres‑Mittel zwischen 9,2 und 9,9 °C liegen. Köln gehört also zu den wärmsten Ecken Deutschlands – und heizt sich weiter auf.

Zum Vergleich: Die kühlste Dekade der Kölner Reihe (1975–1984 mit 9,2 °C) lag noch auf dem Niveau der heute kühleren Bundesländer. Das zeigt: Was früher in Köln „normal“ war, ist heute bereits die Untergrenze dessen, was in den wärmsten Regionen Deutschlands gemessen wird.

Datenbasis und Methode

Alle hier genannten Werte stammen aus dem offiziellen Datenbestand des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Climate Data Center. Die Station Köln‑Stammheim (02968) liefert eine der längsten und lückenlosesten städtischen Reihen Nordrhein‑Westfalens. Die Dekadenwerte wurden vom DWD selbst berechnet: aus den vollständigen Jahresmitteltemperaturen (Tmed) der Jahre 1975 bis 2024, gruppiert in Zehnjahresblöcke. Der Anstieg von 0,8 °C ist die einfache Differenz der Mittelwerte der ersten und der letzten Dekade.

Die Messreihe reicht zurück bis zum 1. Januar 1945 und endet mit dem 31. August 2024. Die Daten sind unter der Lizenz GeoNutzV frei zugänglich.

Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center. Station Köln‑Stammheim (02968). Datenstand: August 2024. Abgerufen über histoclima.com.

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