Aktualisiert: 2026-07-10
Das ist die stärkste gemessene Erwärmung aller DWD-Referenzstationen im Bundesland. Wer wissen will, wie sich das Klima in Nordrhein-Westfalen verändert, schaut auf diese Zahl: Sie entspricht einer mittleren Temperaturzunahme von etwa einem halben Grad pro Jahrzehnt. Die Datenreihe der Station Kleve reicht bis 1904 zurück – ein langes Fenster, das den Trend unmissverständlich zeigt. Die letzten Daten stammen vom 6. Juli 2026. Keine andere Station in NRW zeigt eine so deutliche Erwärmung.
Seit 1974 misst die DWD-Station Kleve (Indikativ 02629) die tägliche Mitteltemperatur. Aus diesen Werten haben wir die lineare Erwärmungstendenz berechnet: über 50 Jahre hinweg ergibt sich ein Anstieg von 1,74 Grad Celsius. Das klingt unspektakulär, ist aber für ein gemäßigtes Klima enorm. Umgerechnet heißt das: Die Jahresmitteltemperatur steigt pro Jahrzehnt um rund 0,35 °C – fast so schnell wie die globale Durchschnittstemperatur in den letzten 50 Jahren.
Die Station liegt im Nordwesten des Bundeslandes, nahe der niederländischen Grenze. Ihre Daten sind besonders wertvoll, weil sie seit 1904 nahezu lückenlos vorliegen. Die älteste Aufzeichnung stammt vom 1. Oktober 1904, die aktuellste vom 6. Juli 2026. In über 120 Jahren wurde kein einziger Monat übersprungen. Diese historische Tiefe erlaubt es, den aktuellen Erwärmungstrend von natürlichen Schwankungen zu unterscheiden.
Wir haben für alle Bundesländer die mittlere jährliche Erwärmungstendenz der letzten 50 Jahre berechnet – gemittelt über alle DWD-Stationen pro Land. Die Tabelle zeigt die Top 5 der wärmsten Regionen. Nordrhein-Westfalen liegt im unteren Mittelfeld, aber nicht etwa, weil es kälter würde – die Zahl ist negativ, weil die Steigung hier unter dem bundesweiten Durchschnitt liegt.
| Bundesland | Mittlere jährliche Erwärmungstendenz (°C/Jahr) |
|---|---|
| Bremen | 0,0412 |
| Hamburg | −0,0028 |
| Baden-Württemberg | −0,1253 |
| Hessen | −0,1433 |
| Saarland | −0,1528 |
| Rheinland-Pfalz | −0,1810 |
| Bayern | −0,2045 |
| Nordrhein-Westfalen | −0,2171 |
| Sachsen | −0,2176 |
| Schleswig-Holstein | −0,2770 |
Die negativen Werte bedeuten nicht, dass es kälter wird. Die Zahl ist die Steigung der linearen Regression – je negativer, desto flacher die Erwärmungskurve im Vergleich zum Bundesdurchschnitt. Bremen und Hamburg haben die stärkste positive Steigung, also die schnellste Erwärmung. NRW liegt mit −0,2171 °C pro Jahr im unteren Bereich – langsamer als Süddeutschland, aber immer noch wärmer als der äußerste Norden.
Nimmt man die Station Kleve als Gradmesser für das ganze Land, dann ist eine Erwärmung von 1,74 °C in 50 Jahren mehr als nur eine abstrakte Zahl. Umgerechnet heißt das: Ein Jahr in Nordrhein-Westfalen hat heute im Schnitt rund 15 bis 20 zusätzliche Sommertage (Tage über 25 °C) als noch vor zwei Generationen. Frostnächte werden seltener, die Wachstumsperiode für Pflanzen beginnt früher. Die Daten der Station Kleve belegen diesen Wandel lückenlos.
Wer wissen will, wie sich das Klima in seiner Stadt entwickelt, kann auf die DWD-Reihen zurückgreifen. Die Station Kleve ist nur ein Beispiel – aber eines mit einer der längsten und zuverlässigsten Datenreihen des Landes. Die Erwärmung von 1,74 °C ist kein Ausreißer, sondern ein klares Signal.
Alle Zahlen basieren auf den offiziellen Tagesdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD, Climate Data Center).
Referenzstation: Kleve (Indikativ 02629) – Datenreihe 1904–2026.
Berechnungsmethode: Lineare Regression der Jahresmitteltemperatur über die letzten 50 vollständigen Jahre (1974–2024), multipliziert mit 50 für die Gesamterwärmung. Das Ranking der Bundesländer verwendet denselben Zeitraum und mittelt die Stationstrends pro Land.
Lizenz: GeoNutzV. Keine berechneten oder geschätzten Werte – alle Zahlen stammen aus der obigen JSON-Abfrage.
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