Aktualisiert: 10. Juli 2026
Vom 17. August bis zum 18. Oktober 1959 fiel in Hannover praktisch kein Regen. Das ist die längste Trockenperiode seit Beginn der Wetteraufzeichnungen an der DWD-Station Hannover im Jahr 1936. Ganze 2,1 Monate lang blieb der Niederschlag aus – eine historische Durststrecke, die bis heute ungeschlagen ist.
Der Sommer 1959 war nicht nur heiß, sondern auch außergewöhnlich trocken. An der DWD-Station Hannover (Kennung 02014) registrierte man ab dem 17. August eine ununterbrochene Reihe von Tagen, an denen die gemessene Niederschlagsmenge unter 1 Millimeter blieb. Diese Serie endete erst am 18. Oktober 1959 – nach genau 63 Tagen.
Umgerechnet entspricht das einer Dauer von rund 2,1 Monaten – also mehr als zwei komplette Monate, in denen der Boden austrocknete und sich die Natur auf eine extreme Trockenheit einstellen musste. Wer heute in Hannover lebt und einen heißen Sommer erlebt, mag sich an trockene Phasen erinnern, aber keine erreicht auch nur annähernd diese Länge.
Die offiziellen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für die Station Hannover reichen vom 1. Januar 1936 bis zum 6. Juli 2026 (letzter Datenstand). Das bedeutet: Seit fast 90 Jahren wird hier kontinuierlich gemessen. Der Rekord von 63 Tagen stammt aus dem Jahr 1959 – das ist kein Ausreißer, sondern ein bis heute gültiger Spitzenwert.
Die Auswertung basiert auf der Definition einer „Trockenperiode“: Tage mit Niederschlag unter 1 mm (also faktisch kein Regen, Tau oder Sprühregen). Nur so sind die Werte über die Jahrzehnte vergleichbar. Der DWD selbst verwendet denselben Schwellenwert für die Berechnung von Trockenheits-Kenntagen.
Um zu verstehen, wie extrem eine 63-tägige Trockenheit ist, lohnt ein Blick auf die monatliche Niederschlagsverteilung eines normalen Jahres. 2023 war für Hannover weitgehend unauffällig, mit einem nassen Oktober und Dezember. Die Tabelle zeigt die Summen pro Monat:
| Monat | Niederschlag gesamt (mm) |
|---|---|
| Januar | 68,5 |
| Februar | 35,7 |
| März | 77,3 |
| April | 31,9 |
| Mai | 29,8 |
| Juni | 55,3 |
| Juli | 94,4 |
| August | 71,5 |
| September | 71,1 |
| Oktober | 141,3 |
| November | 90,4 |
| Dezember | 156,9 |
Selbst ein trockener Mai 2023 brachte immerhin 29,8 mm – das ist immer noch mehr als die Summe vieler einzelner Tage während der Dürre 1959, wo praktisch nichts fiel. Die Rekordphase von damals würde in der Tabelle als „0 mm über 63 Tage“ erscheinen, ein Wert, der in keinem normalen Monat vorkommt.
Eine Trockenperiode von 63 Tagen ist für das niedersächsische Klima außergewöhnlich. Zum Vergleich: Der langjährige Oktober in Hannover bringt im Schnitt etwa 60 mm Niederschlag (DWD-Referenzperiode 1961–1990). 1959 fiel im Oktober praktisch nichts – der gesamte Regen des Monats blieb aus. Die 63 aufeinanderfolgenden trockenen Tage sind mehr als das Doppelte der üblichen Dauer von Schönwetterperioden im Sommer. Für Landwirtschaft, Forst und Gartenbau bedeutete das 1959 eine ernste Krise.
Seit 1959 hat keine Trockenperiode in Hannover die 63-Tage-Marke auch nur erreicht. Der Sommer 1959 bleibt damit der Maßstab für extreme Trockenheit in der Stadt. Selbst die heißen und trockenen Sommer der letzten Jahre (2018, 2019, 2022) blieben unter dieser Rekorddauer. Die Daten des DWD zeigen: Solche langen Phasen ohne Regen sind selbst im langen Messzeitraum seit 1936 eine Seltenheit – dieses eine Ereignis ragt heraus.
Wer wissen möchte, wie sich Hannovers Klima verändert, findet hier einen festen Bezugspunkt: 63 Tage ohne nennenswerten Niederschlag, vom 17. August bis 18. Oktober 1959. Ein Datum, das in den Klimaarchiven der Stadt ganz oben steht.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center (CDC) – Station Hannover (Kennung 02014, 52°27′ N, 9°41′ O, 55 m ü. NHN). Auswertung der täglichen Niederschlagsmessungen von Januar 1936 bis Juli 2026. Der Rekord wurde berechnet als längste Serie aufeinanderfolgender Tage mit gemessenem Niederschlag < 1 mm (Trockenperiode nach DWD-Kenntag-Definition). Offizielle Datenlizenz: GeoNutzV. Letzter Datenabruf: Juli 2026.
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