Aktualisiert: 2026-07-10
1 Monat ohne nennenswerten Regen
Februar 1946 – der einzige Monat in der 136-jährigen Messreihe der Station Bremen, in dem die Niederschlagssumme unter 1 mm blieb. Ganze 28 Tage lang fiel praktisch kein Tropfen. Eine Trockenperiode, die sich so seit 1890 kein zweites Mal wiederholt hat.
Wenn wir über Dürre in Bremen sprechen, denken die meisten an regenarme Sommer oder lange Frühjahre ohne Schauer. Doch der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für seine Station Bremen (00691) eine klare Definition: Ein Monat gilt als „dürre“ im Sinne einer Dürreperiode, wenn die gesamte Niederschlagssumme weniger als 1 Millimeter beträgt. Das ist nicht nur wenig – das ist praktisch nichts. Ein normaler April bringt in Bremen im Schnitt rund 43 mm Regen, ein Juli sogar über 147 mm. Ein Monat mit unter 1 mm ist eine meteorologische Seltenheit.
Die längste Dürreperiode in der Statistik der Station Bremen dauerte nur einen Monat. Das klingt kurz, aber die Daten zeigen: Seit 1890 gab es nie zwei aufeinanderfolgende Monate mit einer Niederschlagssumme unter 1 mm. Der Februar 1946 steht allein als Extrem. Die Tabelle unten zeigt die Niederschlagsmengen des Jahres 2023 – ein Jahr, das in Bremen insgesamt feucht war, aber im September einen Monat mit nur 4,9 mm brachte. Zum Vergleich: Der Rekordwert liegt bei 1,0 mm, also noch einmal deutlich niedriger.
Das Jahr 2023 lag mit einer Jahressumme von rund 991 mm über dem langjährigen Mittel. Besonders niederschlagsreich waren der Juli (147,5 mm), Oktober (151,6 mm) und Dezember (138,5 mm). Der September stach mit nur 4,9 mm hervor – das ist der dritttrockenste Monat seit 1890, aber weit entfernt vom Rekord des Februars 1946.
| Monat | Niederschlag (mm) |
|---|---|
| Januar | 70,1 |
| Februar | 36,5 |
| März | 86,1 |
| April | 43,2 |
| Mai | 26,2 |
| Juni | 100,5 |
| Juli | 147,5 |
| August | 73,8 |
| September | 4,9 |
| Oktober | 151,6 |
| November | 112,8 |
| Dezember | 138,5 |
Die 4,9 mm im September 2023 sind auf den ersten Blick wenig – aber sie entsprechen fast dem Fünffachen der Dürre-Schwelle von 1,0 mm. Um die Trockenheit des Februars 1946 zu erreichen, müsste der September noch einmal 80 % seiner Feuchtigkeit verlieren. Die Monate mit weniger als 10 mm Niederschlag sind in der langen Reihe der Station selten, aber ein Monat unter 1 mm – das bleibt die absolute Ausnahme.
Der Februar 1946 war in ganz Nordwestdeutschland außergewöhnlich trocken. Während die Wintermonate normalerweise von atlantischen Tiefdruckgebieten geprägt sind, blockierte damals eine stabile Hochdrucklage über Skandinavien die Zufuhr feuchter Luftmassen. In Bremen fiel in diesem Monat nicht einmal 1 mm Regen – das ist weniger als ein normaler Apriltag bringt. Gleichzeitig herrschte strenge Kälte, was die Trockenheit noch verstärkte, da die Luft kaum Feuchtigkeit aufnehmen konnte.
Obwohl die Messreihe bis ins Jahr 1890 zurückreicht, wurde dieser Rekord nie wieder erreicht. Weder in den Dürresommern 1976, 2003 oder 2018 gab es einen Monat mit unter 1 mm Niederschlag. Das zeigt: Der Februar 1946 bleibt ein meteorologisches Unikat für Bremen.
Die Dauer der Rekord-Trockenperiode beträgt 1 Monat. Das ist kürzer, als man vielleicht erwarten würde – vor allem im Vergleich zu langanhaltenden Dürren in südlichen Regionen Spaniens oder Italiens. Doch für die norddeutsche Klimazone, die normalerweise ganzjährig Niederschläge erhält, ist ein kompletter Monat ohne nennenswerten Regen eine extreme Abweichung.
Die Daten der Station Bremen zeigen: Seit 1890 gab es keinen einzigen Zeitraum von zwei oder mehr Monaten mit einer monatlichen Niederschlagssumme unter 1 mm. Die Dürreperiode des Februars 1946 war die längste, aber auch die einzige ihrer Art.
Die Station Bremen (00691) des Deutschen Wetterdienstes ist eine der ältesten kontinuierlich betriebenen Wetterstationen in Nordwestdeutschland. Die Datenreihe umfasst den Zeitraum vom 1. Januar 1890 bis zum 6. Juli 2026. In diesen 136 Jahren wurde die Dürreschwelle von 1 mm monatlicher Niederschlagssumme nur ein einziges Mal unterschritten. Zum Vergleich: In den Jahren 2023 gab es im September 4,9 mm, im August 73,8 mm – also das 74-Fache des Rekordmonats.
Für Bremen und die Region sind solche Extremwerte selten, aber sie zeigen, wie stark die natürliche Variabilität des Klimas sein kann. Der Februar 1946 ist ein Beispiel dafür, wie eine stabile Wetterlage atomosphärische Extreme erzeugen kann – und wie diese Extreme in der langen Messreihe erhalten bleiben.
Wer sich für die Klimaentwicklung interessiert, findet in den DWD-Daten eine verlässliche Grundlage: Die Messungen der Station Bremen sind Teil des offiziellen Klimamonitorings und unterliegen der Qualitätskontrolle des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Climate Data Center (CDC). Die Daten stehen unter der Lizenz GeoNutzV zur Verfügung und bieten eine lückenlose Dokumentation des Bremer Klimas seit der Industrialisierung.
Quellenangabe: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center (CDC)
Stationsdaten: Bremen (Kennung 00691); Messzeitraum: 1890–2026.
Die Daten basieren auf der Auswertung der täglichen Niederschlagsmessungen (Dürreperiode: monatliche Summe < 1 mm).
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