Spätfrost und Obstblüte in München

Aktualisiert: 2026-07-17

Der kälteste Tag im April oder Mai seit 1954 – und damit die größte Gefahr für die Obstblüte – ereignete sich am 8. April 1956. Die Quecksilbersäule fiel an der DWD-Station München-Stadt auf -6,0 °C. Ein Frost dieser Stärke, mitten in der Blütezeit von Apfel, Kirsche und Birne, kann ganze Obsternten vernichten. Der Rekord stammt aus einer Zeit, als die Stadt noch deutlich kleiner war – und er ist bis heute ungebrochen.

Zum Vergleich: Im gesamten Beobachtungszeitraum von 1954 bis 2026 (bisher) gab es in München-Stadt keinen April- oder Maitag mit einer niedrigeren Minimumtemperatur. Seit 70 Jahren wartet die Stadt auf einen noch kälteren Spätfrost – ein Zeichen, wie selten solche extremen Kälteeinbrüche in der späten Vegetationsphase sind.

Wie gefährlich ist Spätfrost für die Blüte?

Die meisten Obstsorten blühen in München zwischen Ende März und Mitte Mai. Ein Frost unter -2 °C kann die Blüten schädigen, bei -4 °C oder tiefer sind ganze Ernteausfälle möglich. Der Rekordwert von -6,0 °C am 8. April 1956 liegt weit unter dieser Schwelle. Hätte es 2025 oder 2026 einen ähnlichen Kälteeinbruch gegeben, wäre der Schaden in den Streuobstwiesen und Plantagen rund um München enorm gewesen. Bisher blieb die Stadt in den letzten Jahren von solchen Extremen verschont – die gefährlichste Zeit ist statistisch gesehen in der ersten Aprilhälfte.

Monatliche Durchschnittstemperaturen (Minimum) 2023

Ein Blick auf das Jahr 2023 zeigt, wie mild die Nächte im April und Mai heute im Durchschnitt sind – und warum der Rekord von 1956 so extrem wirkt:

Monat Durchschnittliches Tagesminimum (°C)
Januar0,6
Februar0,1
März3,3
April4,2
Mai9,1
Juni13,7
Juli15,6
August15,2
September12,6
Oktober8,3
November3,3
Dezember1,3

Im April 2023 lag das durchschnittliche Minimum bei 4,2 °C, im Mai sogar bei 9,1 °C – allesamt Werte, die weit über der Frostgrenze liegen. Der Rekord von -6,0 °C im April 1956 ist also nicht nur ein Ausreißer, sondern ein extremer Ausreißer. Er liegt mehr als 10 °C unter dem April-Durchschnitt von 2023.

Der komplette Datenzeitraum

Die DWD-Station München-Stadt (Kennung 03379) liefert Daten vom 1. Juni 1954 bis zum 16. Juli 2026. Das sind über 72 Jahre zuverlässige Wetteraufzeichnungen – genug, um Trends und Extremwerte zu identifizieren. Die Analyse konzentriert sich auf die Monate April und Mai, in denen die Obstblüte stattfindet und Spätfrost den größten Schaden anrichten kann.

Warum dieser Rekord so wichtig ist

Der 8. April 1956 steht nicht nur als Jahreszahl in den Archiven. Er markiert den worst case für jeden Obstbauern im Großraum München. In einer einzigen Nacht fielen die Temperaturen auf -6,0 °C – kalt genug, um die Blüten von tausenden Bäumen erfrieren zu lassen. Dass dieser Rekord seit 70 Jahren nicht gebrochen wurde, bedeutet nicht, dass er nicht wieder auftreten kann. Die Klimaerwärmung mildert zwar die Durchschnittstemperaturen, aber Extremereignisse wie plötzliche Kaltlufteinbrüche aus dem Norden oder Osten können jederzeit wieder auftreten – dann mit verheerenden Folgen für die Blüte.

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center, Station München-Stadt (Kennung 03379). Datenstand: 16. Juli 2026. Alle Werte sind Originalaufzeichnungen der DWD-Referenzstation; für die Beschreibung der Spätfrostgefahr wurden die Tagesminimumtemperaturen der Monate April und Mai ausgewertet. Der Rekordwert stammt aus der Abfrage des kältesten Apriltages seit 1954.

Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Basis offizieller DWD-Daten erstellt. Die erläuternden Texte wurden automatisch generiert und durch automatische Plausibilitätsprüfung kontrolliert. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act