Hamburg: Wie lang sind die Jahreszeiten wirklich?

Aktualisiert: 2026-07-16

Der Sommer 2023 kam früh: Der erste Sommertag mit mindestens 25 Grad wurde am 22. Mai 2023 registriert.
Der Winter hingegen zeigt sich durch 14,33 Eistage pro Jahr – das ist die durchschnittliche Zahl an Tagen, an denen es selbst tagsüber nicht über 0 Grad steigt.
Gemittelt über 50 Winter (1973–2023). Ein Wert, der die echte Kälteperiode misst.

Die meteorologischen Jahreszeiten sind starre Dreimonatsblöcke, aber die Natur hält sich nicht an den Kalender. In Hamburg mit seiner norddeutschen Lage verschieben sich die Jahreszeiten: Der Winter bleibt oft länger, der Sommer zögert. Die offizielle Station des Deutschen Wetterdienstes am Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel (Kennung 01975) liefert eine der längsten, ununterbrochenen Klimareihen Norddeutschlands – von 1936 bis heute.

Der erste Sommertag 2023: ein Datum mit Signalwirkung

Ein einziger Tag im Jahr kann die Frage beantworten: "Wann beginnt der Sommer wirklich?" Die DWD-Definition zählt als Sommertag, wenn das Maximum der Lufttemperatur 25 Grad erreicht oder übersteigt. Im Jahr 2023 geschah das erstmals am 22. Mai. Das ist kein Rekord (in manchen Jahren kam der erste Sommertag schon im April), aber es liegt klar im Frühlingsbereich. Wer also im Mai noch auf eine warme Terrasse wartete, hatte ab dem 22. Mai Gewissheit: Der Sommer war da.

Eistage – der harte Kern des Winters

Ein Eistag ist ein Tag, an dem die Höchsttemperatur unter 0 Grad bleibt. Es taut also den ganzen Tag nicht. In Hamburg-Fuhlsbüttel gibt es im langjährigen Schnitt (1973–2023) 14,33 solcher Eistage pro Jahr. Das sind etwa zwei Wochen, in denen die Stadt buchstäblich eingefroren ist. Wer sich vorstellt, dass der Winter in Hamburg "mild" sei: Zwei Wochen Dauerfrost sind die Realität – und in manchen Wintern waren es deutlich mehr.

Die Eistage geben die tatsächliche Winterhärte wieder, nicht die gefühlte. Ein Jahr mit 20 Eistagen bedeutet: fast drei Wochen lang kein Tauwetter. In der Klimareihe seit 1936 schwankt die Zahl stark, aber der Trend zeigt: Die Winter werden im Schnitt etwas milder, die Zahl der Eistage ging zurück – auch wenn einzelne Winter (wie 2010) noch einmal heftig zuschlugen.

Jahresmitteltemperatur seit 1936 – die langsame Verschiebung

Die durchschnittliche Jahrestemperatur der Station Hamburg-Fuhlsbüttel steigt. In den 1940er Jahren lag sie oft unter 8,5 Grad, heute sind Werte über 10 Grad normal. Der wärmste bisher gemessene Jahreswert ist 11,2 Grad im Jahr 2024. Der kälteste in der Reihe: 1940 mit 6,8 Grad. Das ist ein Unterschied von 4,4 Grad – fast so viel wie die Differenz zwischen Hamburg und dem Alpenvorland.

Die Tabelle zeigt die Entwicklung seit dem ersten vollständigen Jahr 1936 bis 2026 (das laufende Jahr nur bis 14. Juli). Jede Zeile ist ein Jahr, jede Zahl die mittlere Jahrestemperatur. Gut zu erkennen: Ab den 1990ern klettern die Werte nach oben, und die 2000er und 2010er bringen fast durchweg Werte über 9,5 Grad.

19368.719478.319588.319698.219807.919919.120029.920139.2202411.220269.1Jahresmitteltemperatur (°C)11°C97°C
Jahresreihe · Quelle: DWD

Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.

JahrJahresmitteltemperatur (°C)
19406,8
201410,8
201810,7
201910,7
202010,8
202310,8
202411,2
Historische Entwicklung · 1936–2026 (91 anios) — pasa el raton sobre cada barra

Was die Zahlen für die echten Jahreszeiten bedeuten

Nehmen wir die 14,33 Eistage: Das ist keine abstrakte Kommazahl. Das bedeutet, dass der Winter in Hamburg im Schnitt etwa zwei Wochen lang die Stadt im Griff hat – mit Dauerfrost, oft mit Eisglätte und festgefrorenen Gräben. Vergleicht man das mit dem Sommerbeginn am 22. Mai 2023, dann zeigt sich: Der Frühling ist kurz, der Winter kann sich bis März ziehen, und der Sommer kommt dann plötzlich. Wer in Hamburg lebt oder eine Reise plant, sollte wissen: Die wärmste Zeit ist Juli/August, aber der erste Sommertag kann schon im Mai kommen – oder erst im Juni, je nach Jahr.

Die Jahrestemperaturreihe zeigt deutlich: Die 1930er und 1940er Jahre waren kälter (8,7 Grad im Schnitt), während die 2010er und 2020er Jahre regelmäßig über 10 Grad liegen. Besonders auffällig: Die fünf wärmsten Jahre seit 1936 sind alle nach 2014: 2024 (11,2), 2014 (10,8), 2020 (10,8), 2023 (10,8), 2018 (10,7). Der Klimawandel ist in Hamburg keine Prognose, sondern eine gemessene Verschiebung der Jahresmitteltemperatur um rund 1,5 bis 2 Grad gegenüber der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center. Station Hamburg-Fuhlsbüttel (Kennung 01975). Auswertung des täglichen Klimadatensatzes (Tmax, Tmin, Tmittel) von 1936 bis 14. Juli 2026. Die Kenntage (Eistage, Sommertag) folgen der offiziellen DWD-Definition. Die Daten sind unter der GeoNutzV-Lizenz verfügbar und werden von histoclima.com aufbereitet. DWD Klimadaten

Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Basis offizieller DWD-Daten erstellt. Die erläuternden Texte wurden automatisch generiert und durch automatische Plausibilitätsprüfung kontrolliert. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act