Aktualisiert: 2026-07-16
Der früheste erste Sommertag seit Bestehen der Messreihe wurde am 6. April 2024 registriert. An jenem Tag kletterte das Thermometer in Frankfurt/Main auf mindestens 25 °C – der meteorologische Sommerbeginn, wie er im Kenntag-System des DWD definiert ist. Noch nie seit 1975 war ein erstes Überschreiten dieser Schwelle so früh im Jahr. Der späteste Termin lag dagegen am 18. Mai 1975. Zwischen diesen beiden Extremen klafft eine Spanne von rund sechs Wochen – und das ist kein Zufall, sondern das deutlichste Signal für die Verschiebung der warmen Jahreszeit.
Für Frankfurt hat der Deutsche Wetterdienst den durchschnittlichen ersten Sommertag (Tageshöchsttemperatur ≥ 25 °C) über die Jahre 1975 bis 2024 berechnet. Das Ergebnis: Im Mittel fällt der erste Sommertag auf den 4. Mai – genauer gesagt auf den 124. Tag des Jahres.
Der früheste Termin (6. April 2024) liegt fast einen Monat vor diesem Mittel, der späteste (18. Mai 1975) rund zwei Wochen danach. Die wärmende Tendenz ist unübersehbar: Vier der fünf frühesten ersten Sommertage seit 1975 stammen aus den Jahren nach 2000.
Die Dauer des Winters lässt sich an den Frosttagen ablesen – also an Tagen, an denen die Tiefsttemperatur unter 0 °C sinkt. Über den gesamten Messzeitraum 1975–2024 ergibt sich ein durchschnittlicher Wert von 66,7 Frosttagen pro Jahr. Das entspricht gut zwei Monaten mit Nachtfrost.
Doch die Schwankung ist enorm: Im frostreichsten Jahr gab es 105 Frosttage – fast dreieinhalb Monate lang lag das Thermometer nachts unter null. Im mildesten Winter dagegen waren es nur 35 Frosttage, also gut einen Monat. Auch hier zeigt sich: Die Extreme verschieben sich in Richtung kürzerer Winter.
Die durchschnittliche Jahrestemperatur an der Station Frankfurt/Main liegt in einem langen Aufwärtstrend. War das Jahr 1940 mit 7,9 °C noch eines der kühlsten der Reihe, erreichte 2023 mit 12,5 °C den höchsten Wert – zusammen mit 2018 und 2022. Das Jahr 1945 sticht mit einem extrem niedrigen Wert von −0,3 °C heraus, eine Anomalie, die auf die besonderen Umstände des Kriegsendes und mögliche Datenlücken zurückgeht.
Der Anstieg ist besonders ab den 1990er Jahren deutlich: Während in den 1950er und 1960er Jahren Werte um 9–10 °C die Regel waren, liegen die Jahrestemperaturen seit der Jahrtausendwende fast durchgängig über 11 °C.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Jahresmitteltemperatur (°C) |
|---|---|
| 1945 | −0.3 |
| 2014 | 12.1 |
| 2018 | 12.5 |
| 2020 | 12.1 |
| 2022 | 12.5 |
| 2023 | 12.5 |
| 2024 | 12.2 |
Die Tabelle zeigt: Die Jahresmitteltemperatur in Frankfurt ist im langfristigen Mittel von rund 9,5 °C (1940–1970) auf über 11,5 °C (2010–2024) gestiegen – ein Zuwachs von rund 2 °C. Besonders auffällig sind die sprunghaften Anstiege seit den 1990er Jahren.
Ein erster Sommertag bereits Anfang April statt Mitte Mai: Das sind gut fünf Wochen zusätzliche Wärme. Wer in Frankfurt einen Garten hat, erlebt, wie die Frühblüher immer früher kommen und die Heizsaison kürzer wird. Und 35 Frosttage im mildesten Winter – das sind nur etwa fünf Wochen Nachtfrost – zeigen, dass die Winter hier längst nicht mehr so streng sind wie in den 1970er Jahren, als noch 105 Frosttage die Regel waren.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center. Ausgewertet wurden die täglichen Aufzeichnungen der Station Frankfurt/Main (Kennung 01420) für den Zeitraum 1935–2026. Die Kenntage (erster Sommertag, Frosttage) wurden über das Referenzintervall 1975–2024 berechnet. Die Jahresmitteltemperaturen basieren auf der vollständigen digitalen Reihe ab 1935. Lizenz: GeoNutzV.
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