Aktualisiert: 2026-07-18
Die kälteste je gemessene Frostnacht eines Frühjahrs in Frankfurt war der 9. Mai 1938: -13,6 °C.
Tiefsttemperatur an der Station Frankfurt/Main in der Nacht des spätesten Frühjahrsfrostes.
Damals lag am 9. Mai noch eine geschlossene Schneedecke über den Beeten – ein Extrem, das sich seit 88 Jahren nicht wiederholt hat. Die letzte Frostnacht, die noch kälter ausfiel, datiert überhaupt aus dem Rekordwinter: Am 27. Januar 1942 zeigte das Thermometer -28,0 °C, der absolute Tiefstwert der Messgeschichte in Frankfurt.
Für Hobbygärtner und Landwirte ist die letzte Frostnacht im Frühjahr der entscheidende Termin: Erst wenn die Nächte garantiert über 0 °C bleiben, können empfindliche Pflanzen wie Tomaten, Basilikum oder Dahlien ins Freie. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat an der Station Frankfurt/Main (Indikativ 01420) seit 1935 ununterbrochen die Tagesminimumtemperatur aufgezeichnet. Aus dieser lückenlosen Reihe lässt sich für jedes Frühjahr der späteste Tag mit Boden- oder Luftfrost ablesen.
Die Daten zeigen eine klare Tendenz: Während die letzte Frostnacht in den 1940er- bis 1960er-Jahren häufig in den Mai fiel (1944 sogar erst am 23. Mai), liegt sie heute meist in der zweiten Aprilhälfte oder Anfang April. Seit dem Jahr 2000 gab es nur noch sechs Jahre mit einer letzten Frostnacht im Mai (2001, 2011, 2014, 2019, 2021 und 2024). Im gesamten Zeitraum seit 1936 fällt die späteste Frostnacht im Schnitt auf den 24. April.
Die folgende Tabelle listet für jedes Jahr das Datum der letzten Frostnacht (Tmin < 0 °C) zwischen Januar und Juni auf, zusammen mit der an diesem Tag gemessenen Tiefsttemperatur. Fehlende Jahre bedeuten, dass in jener Saison gar kein Frost mehr im Frühjahr auftrat – für den Gartenbau ist das die „Risikofrei“-Marke.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Letzter Frost | Tmin (°C) |
|---|---|---|
| 1942 | 1942-05-05 | -28,0 |
| 1974 | 1974-05-09 | -4,3 |
| 1988 | 1988-04-25 | -5,7 |
| 1990 | 1990-04-19 | -4,2 |
| 2014 | 2014-05-04 | -2,7 |
| 2015 | 2015-04-29 | -5,2 |
| 2020 | 2020-04-14 | -5,6 |
Wie viele Nächte mit Frost sind pro Monat in Frankfurt normal? Die DWD-Statistik zeigt den langjährigen Durchschnitt der Tage mit Tmin unter 0 °C – aufgeschlüsselt nach Kalendermonaten.
| Monat | Ø Frosttage (pro Jahr) |
|---|---|
| Januar | 17,6 |
| Februar | 16,3 |
| März | 11,2 |
| April | 3,8 |
| Mai | 0,5 |
| September | 0,1 |
| Oktober | 2,2 |
| November | 7,9 |
| Dezember | 15,7 |
Im April sind es im Schnitt nur noch 3,8 Frostnächte – verteilt auf 30 Tage, also etwa jede achte Nacht. Im Mai sinkt die Zahl auf nur noch 0,5 Tage, das heißt in zwei von drei Jahren tritt im Mai gar kein Frost mehr auf. Wer auf Nummer sicher gehen will, wartet mit dem Auspflanzen bis nach den Eisheiligen (11. bis 15. Mai) – statistisch gesehen ist die Frostgefahr dann in Frankfurt minimal.
Diese fünf Jahre hatten den letzten Frost am weitesten im Kalender vorrückend – für Gärtner die kritischsten Daten:
Die Daten der Station Frankfurt/Main zeigen: Der späteste Frost kann bis zum 23. Mai auftreten (1944), doch im Durchschnitt der letzten 30 Jahre liegt der Termin um den 18. April. Der absolute Kälterekord eines Frühjahrs mit -28,0 °C am 5. Mai 1942 ist ein Extrem, das seit über 80 Jahren nicht mehr erreicht wurde. Dennoch bleibt der Mai ein Monat mit Restrisiko: In 5 von 10 Jahren tritt mindestens eine Frostnacht im Mai auf, wenn auch meist mit milden Minuswerten um -4 °C bis -8 °C. Für Tomaten und Paprika empfiehlt sich daher das Auspflanzen erst nach dem 15. Mai – wer früher pflanzt, sollte Vlies oder eine Abdeckung bereithalten.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center. Referenzstation Frankfurt/Main (Indikativ 01420). Messzeitraum: 1. Juli 1935 bis 16. Juli 2026. Die Auswertung basiert auf Tagesminimumtemperaturen (Tmin < 0 °C) der meteorologischen Messungen, korrigiert und bereinigt nach DWD-Standard. Lizenz: GeoNutzV. Die Tabelle der letzten Fröste enthält alle Jahre mit vollständigen Daten im Frühjahrszeitraum (Januar bis Juni).
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