Aktualisiert: 2026-07-30
Die tiefste jemals am Messstandort Berlin Brandenburg verzeichnete Temperatur fiel am 14. Januar 1987 mit -25,3 °C. Dieses Kälteextrem zeigt eindrucksvoll, wie frosthart die Winter in Berlin sein können.
Tiefsttemperatur-Rekord Berlin Brandenburg (1957-2026)Für Gärtner und Pflanzenliebhaber in Berlin ist die Frage entscheidend: Ab wann kann man die Pflanzen tatsächlich nach draußen setzen, ohne dass die Gefahr von Frostschäden besteht? Die langjährige Auswertung der Daten der DWD-Messstation Berlin Brandenburg (1957–2026) gibt hier einen klaren Anhaltspunkt. Die letzte Frostnacht, definiert als ein Tag mit mindestens -0,1 °C oder niedriger, liegt statistisch meist zwischen April und Mai.
Der späteste dokumentierte Frost fand am 27. Mai 1957 statt, mit einer Tiefsttemperatur von -0,3 °C. Das bedeutet, dass selbst Ende Mai noch Bodenfrost auftreten kann, wenn auch sehr selten. Allerdings zeigen die meisten Jahre der Messperiode folgende Tendenz: Die letzte Frostnacht fällt zumeist in die letzten Apriltage oder die ersten Maitage.
Konkret bedeutet dies für die Praxis der Frühjahrsbepflanzung in Berlin: Wer die Pflanzen im Freien anbauen möchte, sollte möglichst erst nach Ende April oder Anfang Mai die empfindlicheren Arten dauerhaft nach draußen stellen. Es empfiehlt sich trotz allem, bei Kaltluftphasen Ende April und Anfang Mai die Wetterlage genau zu beobachten, da einzelne Nächte noch unter null Grad liegen können.
Ein Blick auf die durchschnittliche Anzahl frostiger Nächte pro Monat veranschaulicht die saisonale Verteilung und bestätigt die Frühjahrstendenzen:
| Monat | Durchschnittliche Frosttage |
|---|---|
| Januar | 19,7 |
| Februar | 18,2 |
| März | 14,4 |
| April | 5,3 |
| Mai | 0,4 |
| September | 0,0 |
| Oktober | 2,5 |
| November | 9,2 |
| Dezember | 16,9 |
Wie die Tabelle zeigt, sind im April im Durchschnitt noch 5,3 frostige Tage registriert – deutlich weniger als in den Wintermonaten, aber nicht vernachlässigbar. Im Mai sinkt die durchschnittliche Anzahl auf 0,4 Frosttage ab, was einen Übergang zu frostfreien Nächten markiert. Die Monate September mit 0,0 Frosttagen und der spätere Frühherbst bezeugen, dass Frost erst im Herbst erneut relevant wird.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Letzter Frosttag | Min. Temperatur (°C) |
|---|---|---|
| 1958 | 1958-04-24 | -0,2 |
| 1977 | 1977-04-21 | -0,2 |
| 1982 | 1982-04-29 | -0,1 |
| 1986 | 1986-04-14 | -3,6 |
| 1989 | 1989-04-09 | -0,1 |
| 2009 | 2009-03-31 | -0,1 |
| 2018 | 2018-04-06 | -0,1 |
Die Übersicht zeigt eindrucksvoll die Variabilität der letzten Frosttage über fast siebzig Jahre: Häufig liegen sie im April, mit einzelnen Ausnahmen bis in die erste Maihälfte. Fröste im Mai sind also selten, aber nicht ausgeschlossen. Für empfindliche Jungpflanzen ist daher Vorsicht geboten, selbst wenn sich der Frühling bereits warm anfühlt.
Zusammenfassend lautet die Empfehlung, zumindest nach aktuellem Stand der langfristigen Messwerte des DWD aus Berlin Brandenburg: Pflanzen für den Garten spätestens nach dem 30. April ins Freie zu setzen ist die sicherste Zeit, um Risiken durch Spätfröste zu minimieren. Frühere Termine bergen ein höheres Risiko, da in einzelnen Jahren noch Frostnächte mit Temperaturen unter -1 °C auftreten können.
Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Messstation Berlin Brandenburg, Datenperiode 1957 bis 2026
Rechtliche Hinweise und Datenquelle
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