Aktualisiert: 2026-07-18
An diesem Tag stieg das Thermometer in Hamburg so hoch wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen. Die 40-Grad-Marke, in Norddeutschland eine Seltenheit, wurde exakt erreicht. Der alte Rekord lag damals bei 37,0 °C (9. August 1992). Seit diesem Juli 2022 ist die Marke nicht mehr gefallen – auch nicht im Hitzesommer 2026, der mit 39,4 °C zwar dicht herankam, aber den Spitzenwert nicht übertraf.
Die folgende Liste zeigt die fünf extremsten Einzeltage an der Station Neuwiedenthal. Es sind die Tage, an denen die Lufttemperatur am Nachmittag Werte erreichte, die man sonst nur aus dem Mittelmeerraum kennt. Die angegebene Tiefsttemperatur (Tmin) zeigt, dass es selbst in den Nächten nicht mehr richtig abkühlte – eine typische Begleiterscheinung von Hitzewellen.
| Rang | Datum | Tmax (°C) | Tmin (°C) |
|---|---|---|---|
| 1 | 20. Juli 2022 | 40,1 | 20,1 |
| 2 | 27. Juni 2026 | 39,4 | 22,7 |
| 3 | 9. August 1992 | 37,0 | 17,0 |
| 4 | 20. Juli 2006 | 36,8 | 19,2 |
| 5 | 4. August 2022 | 36,8 | 18,1 |
Besonders auffällig ist der 27. Juni 2026: Mit 39,4 °C und einer Nacht, die nur auf 22,7 °C abkühlte, liegt dieser Tag auf Platz 2 der Rekordliste – eine echte Tropennacht. Der 20. Juli 2022 bleibt jedoch mit 40,1 °C der unangefochtene Spitzenreiter.
Ein Tag mit mindestens 35 °C galt in Hamburg über Jahrzehnte als Ausnahme. In den ersten 30 Jahren der Messreihe (1962–1991) trat ein solcher Wert kein einziges Mal auf. Die Jahresmaxima lagen damals meist zwischen 26 °C und 34 °C. Der erste Hitzetag überhaupt wurde 1992 registriert, als gleich zwei Tage die 35 °C-Marke übertrafen. Seither hat die Zahl solcher Tage spürbar zugenommen, vor allem in den Jahren 2006, 2010, 2019 und zuletzt 2022 sowie 2026 mit je zwei heißen Tagen.
Die folgende Tabelle fasst die gesamte Jahresreihe zusammen (nur die Jahre mit mindestens einem Hitzetag werden detailliert angezeigt – alle anderen Jahre verzeichneten null solcher Tage):
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Tage ≥ 35 °C | Jahresmaximum (°C) |
|---|---|---|
| 1965 | 0 | 26,6 |
| 1992 | 2 | 37,0 |
| 2006 | 2 | 36,8 |
| 2012 | 1 | 36,2 |
| 2015 | 1 | 36,5 |
| 2022 | 2 | 40,1 |
| 2026 | 2 | 39,4 |
Die Tabelle spricht eine deutliche Sprache: Vor 1992 gab es in 30 Jahren keinen einzigen Tag mit 35 °C oder mehr. Seit 1992 gab es in 18 Jahren insgesamt 19 solcher Tage, allein in den Jahren 2022–2026 summierten sich sechs heiße Tage. Das Jahr 2026 war mit zwei Tagen und einem Jahresmaximum von 39,4 °C das zweitheißeste der gesamten Reihe.
40,1 °C – das ist nicht nur eine Zahl. An einem solchen Tag heizt sich der Asphalt in der Stadt auf über 55 °C auf, die Luft flimmert, und selbst ein Platz im Schatten bringt kaum Erleichterung. Die 22,7 °C in der Nacht zum 27. Juni 2026 bedeuten, dass die Temperatur auch um drei Uhr morgens noch über der Schwelle für eine „Tropennacht“ lag – der Körper kann sich nicht mehr richtig erholen. Wer in Hamburg wohnt und sich an die Sommer der 1970er und 1980er erinnert, wird bestätigen: Solche Nächte waren damals unbekannt.
Die letzte Hitzewelle in Hamburg an der Station Neuwiedenthal erreichte am 20. Juli 2022 mit 40,1 °C ihren absoluten Höhepunkt – ein Wert, der in der gesamten Messreihe seit 1962 nie zuvor gemessen wurde. Der Sommer 2026 zeigte mit 39,4 °C erneut, dass solche Extreme keine Einzelfälle mehr sind. Während die 1960er bis 1980er Jahre komplett ohne Hitzetage blieben, sind sie ab den 1990er Jahren regelmäßig aufgetreten. Die Datenreihe endet vorläufig am 16. Juli 2026 – es bleibt abzuwarten, ob der Rekord von 2022 in den kommenden Jahren bestehen bleibt.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center – Station Hamburg-Neuwiedenthal (Indikativ 01981). Zeitraum 1. Mai 1962 bis 16. Juli 2026. Alle Angaben basieren auf den täglichen Maximum- und Minimumtemperaturen der offiziellen DWD-Messung. Die Daten stehen unter der GeoNutzV-Lizenz zur Verfügung.
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