Längste Trockenperiode in Bitterfeld: 27 Tage ohne Regen

Aktualisiert: 2026-07-31

27 aufeinanderfolgende Tage ohne messbaren Niederschlag – das ist der Rekord für Bitterfeld. Die Trockenperiode begann am 23. September 1959 und endete erst am 19. Oktober 1959. Damals fiel in der Region um Bitterfeld kein einziger Tropfen Regen über einen Zeitraum von fast vier Wochen.

Tage ohne Niederschlag in Folge (Rekord)

Für alle, die in Bitterfeld leben oder einen Umzug dorthin planen, ist die Frage nach langen Trockenperioden mehr als eine meteorologische Spielerei. Sie entscheidet darüber, ob der Garten ohne tägliches Gießen auskommt, ob sich eine Zisterne lohnt oder ob man bei der Wahl des Veranstaltungsdatums im Herbst ein Risiko eingeht. Die offiziellen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) liefern darauf eine klare Antwort – und sie zeigen, dass der Herbst in Bitterfeld die trockenste Zeit des Jahres sein kann.

Die Rekord-Rachas liegen alle im September und Oktober. Der Spitzenreiter von 1959 stammt aus einer Zeit, als Bitterfeld noch zur DDR gehörte und das Messnetz des DWD die Daten der Station bereits vollständig erfasste. Auffällig: In den Jahren 1949, 1951 und 1961 wiederholte sich das Muster mit jeweils über drei Wochen Trockenheit im Herbst. Das ist kein Zufall, sondern ein wiederkehrendes Wetterphänomen, das sich in der Statistik deutlich abzeichnet.

Die längste Trockenperiode in Bitterfeld dauerte 27 Tage und erstreckte sich vom 23. September bis zum 19. Oktober 1959. Kein anderer Zeitraum im gesamten Messzeitraum von 1947 bis 1966 kam diesem Wert auch nur nahe.

Die fünf längsten Trockenperioden in Bitterfeld

Der DWD hat für die Station Bitterfeld alle Tage mit exakt 0 Millimetern Niederschlag ausgewertet und daraus die längsten zusammenhängenden Trockenphasen ermittelt. Hier sind die Top 5:

BeginnEndeTage ohne Regen
23. September 195919. Oktober 195927
17. September 194911. Oktober 194925
29. August 195921. September 195924
15. September 19617. Oktober 196123
30. September 195121. Oktober 195122

Bemerkenswert ist, dass im Jahr 1959 gleich zwei der fünf längsten Trockenperioden vorkamen: Im Spätsommer waren es 24 Tage ohne Regen (29. August bis 21. September), und direkt im Anschluss folgte die Rekord-Rachas von 27 Tagen. Insgesamt blieb es in Bitterfeld im Herbst 1959 also über sieben Wochen nahezu durchgehend trocken – ein Extrem, das in der Messgeschichte der Station einzigartig ist.

Wann tritt die Rekordperioden auf?

Ein Blick auf die Daten zeigt ein klares Muster: Alle fünf längsten Trockenperioden beginnen entweder Ende August oder im September. Der Höhepunkt der Trockenheit liegt damit typischerweise im frühen bis mittleren Herbst. Die Trockenperiode von 1959 endete am 19. Oktober – der späteste Endtermin unter den Top-5. Die kürzeste der fünf Rekord-Rachas dauerte 22 Tage und reichte vom 30. September bis zum 21. Oktober 1951.

Für die Planung von Veranstaltungen oder Bauprojekten bedeutet das: Wer in Bitterfeld im September oder Oktober eine mehrtägige Veranstaltung im Freien plant, sollte sich nicht allein auf den Durchschnittsniederschlag verlassen. Die historischen Daten zeigen, dass in diesen Monaten immer wieder Phasen von drei Wochen oder mehr ohne jeden Niederschlag auftreten können.

Die Datenlage: Was die Zahlen aussagen

Die Auswertung basiert auf den täglichen Niederschlagsmessungen der DWD-Station Bitterfeld für den Zeitraum vom 1. Januar 1947 bis zum 31. Dezember 1966. In diesem gesamten Zeitraum wurde jeder Tag mit exakt 0 Millimetern Niederschlag als „trocken“ gewertet. Die längste zusammenhängende Folge solcher Tage ist die gesuchte Rekord-Rachas.

Es ist wichtig zu verstehen: Ein Tag mit 0,1 Millimetern Niederschlag – also einem kaum spürbaren Nieselregen – bricht die Trockenperiode bereits. Die Messstation in Bitterfeld erfasst Niederschläge in Zehntelmillimeter-Schritten. Ein Tag mit 0,0 Millimetern bedeutet also, dass wirklich kein einziger Tropfen gefallen ist. Das macht die Rekord-Rachas von 27 Tagen umso bemerkenswerter: Fast vier Wochen lang fiel in Bitterfeld nicht einmal ein Nieselregen.

Einordnung der Rekord-Rachas

Die 27 Tage ohne Regen im Herbst 1959 sind bislang unerreicht. Die zweitlängste Trockenperiode im Messzeitraum war mit 25 Tagen bereits deutlich kürzer und reichte vom 17. September bis zum 11. Oktober 1949. Der Abstand von zwei Tagen zum Rekord mag gering erscheinen, doch in der Statistik der Station Bitterfeld ist dieser Unterschied beachtlich: Je länger eine Trockenperiode andauert, desto unwahrscheinlicher wird ihre Verlängerung um einen weiteren Tag – das ist ein grundlegendes Prinzip der Meteorologie.

Betrachtet man die fünf längsten Trockenperioden zusammen, fällt auf, dass sie sich auf nur vier verschiedene Jahre verteilen: 1949, 1951, 1959 und 1961. In den übrigen Jahren des Messzeitraums von 1947 bis 1966 gab es keine Trockenperiode, die in die Top-5 kam. Das unterstreicht, wie außergewöhnlich diese Jahre waren – allen voran 1959 mit zwei Extremperioden.

Für die Einwohner von Bitterfeld und Umgebung ist die Rekord-Rachas von 1959 kein historisches Kuriosum, sondern eine Orientierungsgröße: Wer schon einmal einen September ohne jeden Regen erlebt hat, weiß, wie sehr das die Landschaft austrocknet. Die 27 Tage von 1959 sind die längste dokumentierte Zeitspanne, in der Bitterfeld vollständig auf Niederschlag verzichten musste – und dieser Rekord besteht bis zum Ende des Messzeitraums 1966 ungebrochen fort.

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Station Bitterfeld, Messzeitraum 1947–1966.

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