Berlin-Lichterfelde (Süd): Die längste Trockenperiode seit Aufzeichnungsbeginn

Aktualisiert: 17. Juli 2026

Vom 7. Dezember 1946 bis zum 9. Januar 1947 fiel in Berlin-Lichterfelde (Süd) kein einziger Tropfen Regen. Die Trockenperiode dauerte 34 Tage – das sind mehr als vier Wochen ohne messbaren Niederschlag. Dieser Rekord stammt aus dem Winter nach dem Zweiten Weltkrieg und ist bis heute die längste zusammenhängende Zeit ohne Regen an dieser Messstation.

Um sich diese Dauer vorzustellen: 34 Tage entsprechen fast fünf zusammenhängenden Wochen – oder, anders gesagt, mehr als einem Monat ohne Regen. In einem normalen Berliner Winter fällt an etwa jedem dritten bis vierten Tag Niederschlag. Dass es über einen ganzen Dezember und halben Januar trocken blieb, ist eine extreme Abweichung.

Die fünf längsten Trockenphasen (1936–1956)

Die DWD-Wetterstation Berlin-Lichterfelde (Süd) zeichnet seit dem 1. Januar 1936 kontinuierlich Daten auf. Aus dem vollständigen Datensatz bis zum 31. Oktober 1956 wurden die längsten Zeiträume ohne Niederschlag (0,0 mm oder kein Niederschlag) ermittelt. Hier die fünf längsten:

Beginn Ende Tage ohne Regen
7. Dezember 1946 9. Januar 1947 34
20. September 1949 21. Oktober 1949 32
30. September 1951 23. Oktober 1951 24
8. Oktober 1940 30. Oktober 1940 23
3. März 1954 25. März 1954 23

Der Spitzenreiter aus dem Winter 1946/47 liegt mit 34 Tagen knapp vor dem Herbst 1949 (32 Tage). Auffällig: Alle fünf Extreme traten in den 1940er- und 1950er-Jahren auf – eine Zeit, die in Berlin durch Nachkriegsjahre und den Wiederaufbau geprägt war. Seither gab es keine längere Trockenperiode mehr, die an diese Werte heranreicht. Der Rekord von 1946/47 bleibt ungebrochen.

Ein Winter ohne Niederschlag – seit über 75 Jahren unerreicht

Der Rekord vom Dezember 1946 und Januar 1947 ist heute mehr als 75 Jahre alt. Keine spätere Trockenperiode in Berlin-Lichterfelde (Süd) hat die Marke von 30 Tagen überschritten. Die zweitlängste Phase (32 Tage im September/Oktober 1949) liegt nur knapp dahinter, aber auch sie stammt aus einer vergangenen Klimaepoche. In den folgenden Jahrzehnten blieben extreme Trockenphasen meist unter der 20-Tage-Marke.

Die Station Berlin-Lichterfelde (Süd) misst das Wetter im Süden der Hauptstadt – einer der am längsten durchgängig betriebenen Messorte der Region. Dass der Rekord ausgerechnet aus einem Kriegswinter stammt, macht ihn zu einem meteorologischen wie historischen Markstein. Damals, im Januar 1947, lag in Berlin Schnee? Nein – denn auch Schnee fällt als Niederschlag und hätte die Serie unterbrochen. Es blieb durchgehend trocken.

Die längste Serie im Detail

Die Rekord-Periode begann an einem Samstag, dem 7. Dezember 1946, und endete am Donnerstag, dem 9. Januar 1947. An keinem dieser 34 Tage wurde Niederschlag registriert – weder Regen, Schnee, noch Graupel. Das bedeutet: 34 aufeinanderfolgende Tage mit 0,0 mm oder fehlendem Niederschlagswert (gemäß DWD-Definition für „Trockentag“).

Zum Vergleich: Ein normaler Dezember in Berlin bringt durchschnittlich an etwa 10 bis 12 Tagen messbaren Regen. Dass ein ganzer Monat plus eine Woche komplett niederschlagsfrei blieb, ist eine statistische Seltenheit, die in der 20-jährigen Messperiode von 1936 bis 1956 nur einmal vorkam.

Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center. Offizielle Stationsdaten der Referenzstation Berlin-Lichterfelde (Süd) (Indikativ: 00417). Ausgewertet wurde der vollständige historische Tagesdatensatz vom 1. Januar 1936 bis zum 31. Oktober 1956 (letzter verfügbarer Datenpunkt). Die Berechnung der zusammenhängenden Trockenperioden erfolgte nach der „gaps-and-islands“-Methode auf dem Rohdatensatz des DWD.

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