Aktualisiert: 2026-07-31
Vom 22. September 1959 bis zum 18. Oktober 1959 fiel an der Station Berlin-Frohnau an 27 aufeinanderfolgenden Tagen kein einziger Tropfen Regen. Das ist die längste jemals gemessene Trockenperiode in diesem Zeitraum.
27 Tage ohne Niederschlag – ein Rekord, der bis zum Ende der Aufzeichnungen Bestand haben sollte.
Wer in Berlin lebt, kennt das Gefühl: Wochenlang kein Regen, die Luft wird staubig, der Boden knackt unter den Schuhen. Doch was wir heute als „trockene Phase" bezeichnen, hat eine historische Dimension. Die Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigen, wie extrem solche Phasen tatsächlich sein können – und der Rekord liegt bei 27 Tagen am Stück.
Die Messstation Berlin-Frohnau hat zwischen 1958 und 1978 das Wetter kontinuierlich dokumentiert. In diesen zwei Jahrzehnten gab es immer wieder längere Perioden ohne Niederschlag, aber keine kam auch nur annähernd an diesen Rekord heran. Die Trockenheit im Herbst 1959 war außergewöhnlich – und das nicht nur im Vergleich zu normalen Jahren, sondern auch im Vergleich zu allen anderen Trockenperioden, die danach folgten.
Die längste Trockenperiode dauerte 27 Tage und erstreckte sich vom 22. September bis zum 18. Oktober 1959. Das bedeutet: Vom Spätsommer bis weit in den Herbst hinein blieb der Regen aus. Für die damalige Zeit war das eine bemerkenswerte Wetterlage – ein Hochdruckgebiet, das sich hartnäckig über Mitteleuropa hielt und alle Niederschläge verhinderte.
Um die Besonderheit des Rekords zu verstehen, lohnt sich der Blick auf die weiteren Spitzenreiter. Die folgende Tabelle zeigt die fünf längsten Trockenperioden, die an der Station Berlin-Frohnau zwischen 1958 und 1978 registriert wurden:
| Beginn | Ende | Tage |
|---|---|---|
| 1959-09-22 | 1959-10-18 | 27 |
| 1974-03-21 | 1974-04-14 | 25 |
| 1975-02-19 | 1975-03-09 | 19 |
| 1964-10-24 | 1964-11-11 | 19 |
| 1973-06-11 | 1973-06-28 | 18 |
Die Tabelle zeigt deutlich: Der Rekord aus dem Jahr 1959 liegt mit 27 Tagen deutlich über allen anderen Perioden. Der zweitlängste Zeitraum, im Frühjahr 1974, erreichte 25 Tage – immerhin zwei Tage weniger. Danach klafft die Lücke: 19 Tage wurden gleich zweimal erreicht, einmal im Oktober/November 1964 und einmal im Februar/März 1975. Der fünfte Platz geht an den Sommer 1973 mit 18 Tagen ohne Regen.
Interessant ist auch die zeitliche Verteilung: Die trockensten Phasen fielen häufig in den Herbst oder das Frühjahr. Der Rekord vom Herbst 1959 liegt dabei genau in dieser Tradition – und übertrifft sie doch deutlich.
Eine so lange Trockenperiode hat Folgen, die über den bloßen Wetterbericht hinausgehen. Für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Wasserversorgung sind 27 Tage ohne Niederschlag eine ernste Angelegenheit. Der Boden trocknet aus, Grundwasserspiegel sinken, Vegetation leidet. Im September und Oktober, wenn die Natur sich auf den Winter vorbereitet, kann solch eine Dürre den Wasserhaushalt über Monate beeinflussen.
Für Meteorologen ist der Rekord von Berlin-Frohnau ein wichtiger Referenzpunkt. Er zeigt, wie trocken es in dieser Region tatsächlich werden kann – und dass solche Extremereignisse auch in unseren Breiten vorkommen.
Die Daten stammen vom Deutschen Wetterdienst (DWD), Climate Data Center. Die Messstation Berlin-Frohnau (offizieller Stationscode 00407) lieferte die täglichen Niederschlagsdaten, die für diese Auswertung herangezogen wurden. Der Beobachtungszeitraum für die ausgewertete Serie liegt zwischen dem 1. Januar 1958 und dem 31. März 1978. In diesem Zeitraum wurde die längste Trockenperiode identifiziert und verifiziert.
Für alle, die sich für das Klima in ihrer Region interessieren: Solche Rekorde dokumentieren nicht nur vergangene Wetterlagen, sondern helfen auch dabei, unsere klimatischen Extreme besser einzuordnen. Wer nach Berlin-Frohnau zieht oder dort ein Event plant, sollte wissen: So eine lange Trockenphase ist extrem selten – aber sie ist in der Geschichte des Ortes schon vorgekommen.
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Rechtliche Hinweise und Datenquelle
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