Aktualisiert: 2026-07-17
An der DWD-Wetterstation Berlin-Frohnau (Indikativ 00407) reichen die täglichen Niederschlagsaufzeichnungen lückenlos vom 1. Januar 1958 bis zum 31. März 1978. In diesen gut zwanzig Jahren gab es immer wieder Phasen ohne Regen – aber eine überragt alle anderen bei Weitem.
27 Tage – so lange fiel in Berlin-Frohnau zwischen dem 22. September und dem 18. Oktober 1959 kein Tropfen Regen. Es ist die längste zusammenhängende Trockenperiode, die je an dieser Station gemessen wurde.
27 Tage ohne Niederschlag – das sind mehr als drei komplette Septemberwochen plus eine weitere Oktoberwoche. Wer im Spätsommer 1959 in Frohnau wohnte, erlebte einen ganzen Monatsabschnitt, in dem der Boden staubtrocken blieb, kein Tauwasser die Blätter benetzte und die Pflanzen auf ihre Tiefwurzeln angewiesen waren. Die Rekordmarke stammt aus dem ersten vollständigen Messjahrzehnt der Station und ist bis zum Ende der Aufzeichnungen 1978 unerreicht geblieben.
Zum Vergleich: Die zweitlängste Trockenperiode liegt nur zwei Tage kürzer, stammt aber aus einer ganz anderen Jahreszeit – dem Frühjahr 1974. Und obwohl die 27 Tage von 1959 extremes Wetter bedeuten, sind sie kein Einzelfall: In den zwanzig Jahren der Messreihe kommen insgesamt fünf Dürreabschnitte vor, die mindestens 18 Tage anhielten.
Die folgende Tabelle zeigt alle Rekordhalter mit 18 oder mehr aufeinanderfolgenden Tagen ohne messbaren Niederschlag. Die Spitzenposition hält unangefochten das Jahr 1959.
| Beginn | Ende | Tage |
|---|---|---|
| 22. September 1959 | 18. Oktober 1959 | 27 |
| 21. März 1974 | 14. April 1974 | 25 |
| 19. Februar 1975 | 9. März 1975 | 19 |
| 24. Oktober 1964 | 11. November 1964 | 19 |
| 11. Juni 1973 | 28. Juni 1973 | 18 |
Interessant: Drei der fünf Rekordperioden fallen in den meteorologischen Herbst (September bis November). Der Rekord von 1959 ist der einzige, der über den Monatswechsel September/Oktober hinweg andauert. Der Frühling 1974 mit seinen 25 Tagen schafft es dicht auf Platz zwei, bleibt aber zwei Tage hinter der Bestmarke zurück.
Die Station Berlin-Frohnau gehört zum Netz des Deutschen Wetterdienstes (DWD, Climate Data Center). Die Daten sind unter der Lizenz GeoNutzV öffentlich zugänglich und werden seit Jahrzehnten nach einheitlichen Standards erfasst – jeder einzelne Tag mit 0,0 mm Niederschlag ist als tatsächlicher Messwert dokumentiert, nicht als Schätzung.
Für alle, die wissen wollen: Der 27-Tage-Rekord aus dem Herbst 1959 steht bis zum letzten verfügbaren Messdatum – dem 31. März 1978. Ob die Trockenperiode in späteren Jahrzehnten (die Aufzeichnungen der Station enden im Frühjahr 1978) übertroffen wurde, lässt sich aus dem vorliegenden Datensatz leider nicht sagen. Sicher ist: In der Zeit zwischen Januar 1958 und März 1978 gab es keine längere Phase ohne Regen.
Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center. Stationsdaten Berlin-Frohnau (Indikativ 00407), Tageswerte Niederschlag 1958–1978. Ausgewertet nach dem Kenntag-Verfahren: aufeinanderfolgende Tage mit Niederschlag = 0 mm oder fehlendem Eintrag. Lizenz: GeoNutzV.
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