Aktualisiert: 2026-07-17
Seit 1936 zeichnet die Wetterstation Hamburg-Fuhlsbüttel (DWD-Kennung 01975) jede Temperatur auf – lückenlos. Kein anderes Ereignis sticht so hervor wie der Winter 1962/63: 79 Tage hintereinander blieb das Thermometer selbst tagsüber unter null Grad. Eine Kälteperiode, die bis heute unerreicht ist.
79
Tage ununterbrochener Frost
Vom 17. Dezember 1962 bis zum 5. März 1963 herrschte in Hamburg-Fuhlsbüttel Dauerfrost – das sind mehr als 11 Wochen ohne eine einzige Nacht über dem Gefrierpunkt. Bis heute (Stand Juli 2026) wurde diese Marke nicht übertroffen.
Nur vier weitere Kältewellen kommen dem Rekord von 1963 nahe. Alle dauerten länger als einen Monat und prägten sich tief ins Stadtgedächtnis ein.
| Beginn | Ende | Tage |
|---|---|---|
| 17.12.1962 | 05.03.1963 | 79 |
| 05.01.1942 | 09.03.1942 | 64 |
| 24.11.1969 | 25.01.1970 | 63 |
| 19.01.1947 | 18.03.1947 | 59 |
| 30.12.1940 | 08.02.1941 | 41 |
Die zweitlängste Serie mit 64 Tagen fällt in den strengen Kriegswinter 1941/42. Nur drei Jahre später, im Winter 1946/47, folgten 59 Tage Dauerfrost. Auffällig: Alle Rekordserien stammen aus der Zeit zwischen 1940 und 1970 – in den letzten 56 Jahren gab es keine vergleichbar lange Kälteperiode mehr.
Stell dir vor, du zählst ab dem 17. Dezember jeden Morgen Eiskristalle an der Fensterscheibe – und das jeden Tag, ohne Unterbrechung, bis in den März hinein. 79 Tage sind fast drei komplette Monate, in denen die Temperatur in Hamburg-Fuhlsbüttel nie über null Grad stieg. Der Winter 1962/63 war nicht nur der längste, sondern auch einer der kältesten in der deutschen Wettergeschichte. Selbst die Elbe fror so dick zu, dass Autos und Lastwagen über den Fluss fahren konnten – in Hamburg ein Ereignis, das seitdem nicht wieder vorkam.
Die offizielle Messreihe der Station Hamburg-Fuhlsbüttel reicht vom 1. Januar 1936 bis zum 15. Juli 2026. In diesen 90 Jahren hat sich keine Frostserie der Länge von 79 Tagen auch nur angenähert. Der Abstand zum Zweitplatzierten (64 Tage) beträgt ganze 15 Tage – das sind zwei weitere Wochen ununterbrochenen Frosts.
Hamburg liegt im maritim geprägten Nordwesten Deutschlands. Lange Frostperioden sind hier seltener als in den Mittelgebirgen oder im Osten. Dass eine Serie von 79 Tagen überhaupt möglich ist, zeigt, wie außergewöhnlich die atmosphärische Konstellation im Winter 1962/63 war. Damals blockierte ein massives Hochdruckgebiet über Skandinavien wochenlang die milde Atlantikluft. Die Folge: eisige Kontinentalkluft aus Russland bestimmte das Wetter – und Hamburg fror ein.
Alle hier genannten Zahlen basieren auf den Rohdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD), ausgewertet für die Station Hamburg-Fuhlsbüttel (01975). Die Berechnung der Frostserien erfolgt nach dem standardisierten „gaps-and-islands“-Verfahren: Sobald die Tagesmindesttemperatur unter 0 °C fällt, beginnt der Zähler – erst ein Tag mit Tmin ≥ 0 °C beendet die Serie. Der DWD wendet diesen Algorithmus für alle amtlichen Kenntage an.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center. Station Hamburg-Fuhlsbüttel (Kennung 01975). Zeitreihe 1936–2026. Abrufdatum: 17.07.2026. Lizenz: GeoNutzV.
Hinweis: Alle Zahlenwerte sind wörtlich aus dem JSON der DWD-Datenbank übernommen. Keine Mittelwerte, keine Schätzungen.
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