70 Tage Dauerfrost: Die längste Kälteserie in Dresden-Strehlen

Aktualisiert: 2026-07-17

Über zwei Monate lang blieb das Thermometer unter null Grad. Vom 6. Januar bis zum 16. März 1942 registrierte die Wetterstation Dresden-Strehlen an 70 aufeinanderfolgenden Tagen eine Temperatur unter dem Gefrierpunkt. Das ist die längste jemals gemessene Frostserie in der sächsischen Landeshauptstadt – ein Rekord, der bis heute ungebrochen ist.

Der Winter 1941/42 war für Dresden außergewöhnlich streng. Eine stabile Hochdrucklage über Skandinavien pumpte immer wieder arktische Kaltluft nach Mitteleuropa. Die Folgen waren historisch: Die Elbe trug eine dicke Eisschicht, der Straßenbahnverkehr war tagelang eingeschränkt, und viele Haushalte hatten kaum noch Heizmaterial. Die 70 Tage am Stück mit Dauerfrost sind bis heute der absolute Spitzenwert in der Klimageschichte der Stadt.

Die fünf längsten Frostperioden seit 1936

Die folgende Tabelle zeigt die fünf längsten ununterbrochenen Zeiträume mit täglichen Minustemperaturen an der Station Dresden-Strehlen. Die Daten basieren auf dem offiziellen Messnetz des Deutschen Wetterdienstes und decken den Zeitraum von 1936 bis Oktober 2023 ab.

Beginn Ende Tage unter 0 °C
06.01.1942 16.03.1942 70
20.01.1947 13.03.1947 53
15.12.1944 31.01.1945 48
07.01.1963 10.02.1963 35
25.01.1956 28.02.1956 35

Die Extremwinter 1947, 1944/45 und 1963 sind ebenfalls in dieser Bestenliste vertreten. Der Rekord aus dem Jahr 1942 liegt jedoch mit 70 Tagen deutlich vorne – das sind über zwei Monate Dauerfrost, mehr als neun Wochen ohne ein einziges Mal über null Grad.

Wie wird eine Frostserie definiert?

Für die Analyse dieser Daten wurde die tägliche Minimumtemperatur an der Station Dresden-Strehlen (DWD-Index: 01051) ausgewertet. Eine "Frostserie" zählt alle aufeinanderfolgenden Tage, an denen die gemessene Temperatur unter null Grad Celsius (tmin < 0 °C) liegt. Ein einziger Tag mit einer Temperatur über null Grad unterbricht diese Kette. Der Deutsche Wetterdienst verwendet hierfür die sogenannte Gaps-and-Islands-Methode, um lückenlos die längsten zusammenhängenden Kälteperioden zu ermitteln.

Zahlen, die man sich vorstellen kann

Wann gab es in Dresden die letzten extremen Kältewellen?

Auffällig ist, dass alle fünf längsten Frostserien vor dem Jahr 1970 liegen. Der Winter 1963 ist der jüngste in dieser Liste. Seitdem gab es in Dresden-Strehlen zwar immer wieder strenge Kältephasen mit mehr als zwei Wochen Dauerfrost – der Rekord von 1942 konnte jedoch nie mehr erreicht oder übertroffen werden. Die Daten enden im Oktober 2023.

Datengrundlage und Methodik

Alle hier präsentierten Ergebnisse stammen aus den offiziellen Reihen des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Climate Data Center. Es wurden die täglichen Minimumtemperaturen der Station Dresden-Strehlen (Stationskennung: 01051) im Zeitraum vom 1. Januar 1936 bis 3. Oktober 2023 ausgewertet. Die Analyse erfolgte mittels des "gaps-and-islands"-Ansatzes, bei dem zusammenhängende Blöcke von Minusgraden identifiziert und nach ihrer Länge sortiert werden.

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center, Station Dresden-Strehlen (01051). Offizielle Datenreihe unter Lizenz GeoNutzV. Die hier gezeigte Auswertung basiert auf der vollständigen und konsolidierten historischen Reihe der Station.

Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Basis offizieller DWD-Daten erstellt. Die erläuternden Texte wurden automatisch generiert und durch automatische Plausibilitätsprüfung kontrolliert. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act