Längste Frostserie in Dresden (Mitte)

Aktualisiert: 2026-07-17

Der Winter 1829/30 traf Dresden mit einer Härte, die seitdem nie wieder erreicht wurde. Vom 12. November 1829 bis zum 8. Februar 1830 – ganze 89 Tage in Folge – fiel die Temperatur in der Innenstadt von Dresden jeden Morgen unter den Gefrierpunkt. Das sind knapp drei Monate am Stück ohne eine einzige frostfreie Nacht. Dieser Rekord, gemessen an der historischen Wetterstation Dresden-Mitte (DWD-Kennung 01047), steht bis heute ungebrochen.

Die Daten stammen aus der ältesten durchgehenden meteorologischen Reihe der Stadt, die von 1828 bis 1915 an der Station Dresden-Mitte geführt wurde. Die Kenntage – also Frosttage mit einer Tagesminimumtemperatur unter 0 °C – wurden für jeden einzelnen Winter dokumentiert und erlauben einen präzisen Blick auf die längsten zusammenhängenden Kälteperioden der Region.

Die fünf längsten Frostserien im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt die fünf längsten ununterbrochenen Frostserien, die zwischen 1828 und 1915 in Dresden-Mitte gemessen wurden. Sie sind nach ihrer Dauer geordnet. Die längste Periode mit 89 Tagen ist mehr als doppelt so lang wie die zweitlängste.

Beginn Ende Dauer (Tage)
12. November 1829 8. Februar 1830 89
16. Januar 1845 23. März 1845 67
28. Dezember 1837 24. Februar 1838 59
25. Dezember 1847 5. Februar 1848 43
4. Dezember 1840 14. Januar 1841 42

Die Spanne der fünf längsten Frostserien reicht von 42 bis 89 Tagen. Allein die Top-3-Ereignisse – aus den Wintern 1829/30, 1844/45 und 1837/38 – übertreffen mit 67 und 59 Tagen deutlich die Marke von zwei Monaten. Die Serien aus den 1840er Jahren (1847/48 und 1840/41) liegen mit 43 bzw. 42 Tagen recht nah beieinander. Bemerkenswert ist, dass sich drei der fünf längsten Frostserien innerhalb von nur 20 Jahren (1829–1848) ereigneten – ein Hinweis auf eine besonders kalte Phase im 19. Jahrhundert.

Der Rekord aus 1829/30: fast drei Monate Dauerfrost

Die Serie von 89 aufeinanderfolgenden Frosttagen ist der absolute Höchstwert der gesamten Messreihe. Sie begann bereits Mitte November und endete erst Anfang Februar. Umgerechnet sind das fast 13 Wochen oder rund 3 Monate ohne eine einzige Nacht mit einer Temperatur über 0 °C. Der Rekord stammt aus dem Winter 1829/30 und ist damit seit knapp 200 Jahren nicht übertroffen worden. Die Station Dresden-Mitte hat über die gesamte Laufzeit ihrer Messungen (bis 1915) keine längere Frostperiode mehr verzeichnet.

Kontext des Messzeitraums

Die vollständige Datenreihe der Station Dresden-Mitte (DWD-Kennung 01047) umfasst den Zeitraum vom 1. Januar 1828 bis zum 31. Dezember 1915. Innerhalb dieser 88 Jahre wurde die tägliche Minimumtemperatur lückenlos aufgezeichnet. Die Auswertung aller Frosttage ergibt die oben gezeigten Serien. Der Rekord von 89 Tagen ist nicht nur der längste in diesem Zeitraum, sondern auch der einzige, der die 80-Tage-Marke übertrifft.

Was bedeuten 89 Frosttage für den Alltag?

Um sich die Dimension vorzustellen: Ein Winter mit 89 aufeinanderfolgenden Frosttagen bedeutet, dass Wasserleitungen und Flüsse über Wochen zugefroren blieben, die Erde bis in tiefe Schichten durchfror und die Menschen in Dresden über drei Monate lang ohne jede Frostpause auskommen mussten. Die zweitlängste Serie mit 67 Tagen (1845) erreicht immerhin noch gut zwei Monate – eine ebenfalls extreme, aber deutlich kürzere Belastung.

Warum dieser Datensatz besonders ist

Die Wetterstation Dresden-Mitte gehört zu den ältesten kontinuierlich geführten Stationen Deutschlands. Ihre Daten liegen beim Deutschen Wetterdienst (DWD) im Climate Data Center (CDC). Die hier gezeigten Frostserien wurden auf Basis der Rohdaten berechnet: Für jeden Tag wurde geprüft, ob das Tagesminimum unter 0 °C lag. Lücken in der Messung gab es nicht – die Reihe ist vollständig. Der Rekordwert von 89 Tagen basiert auf dieser strengen Methodik und ist durch die Originalaufzeichnungen der Station abgesichert.

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center. Station Dresden-Mitte (Kennung 01047). Datensatz: tägliche Minimumtemperatur, 1828–1915. Die Frostserien wurden nach der Gaps-and-Islands-Methode aus den Originalmesswerten ermittelt. DWD-Lizenz: GeoNutzV.
Letzte Aktualisierung der Quelldaten: 17. Juli 2026.

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