Extreme Hitzetage in Berlin: wie oft klettert das Thermometer über 35°C?

Aktualisiert: 2026-07-20 · Datenquelle: DWD Climate Data Center, Station Berlin Brandenburg (ID 00427)

In Berlin sind Tage mit einer Höchsttemperatur von mehr als 35 °C ein seltenes, aber regelmässiges Phänomen. Die offizielle Messreihe des Deutschen Wetterdienstes an der Station Berlin Brandenburg reicht zurück bis Januar 1957 und erfasst jeden einzelnen heissen Tag. Wer nach konkreten Zahlen fragt: im Durchschnitt der Jahrzehnte gab es zwischen 0,1 und 2,1 solcher Tage pro Jahr – aber die Streuung ist gross, und die jüngste Entwicklung zeigt deutlich nach oben.

6 extreme Hitzetage (≥35 °C) im Jahr 2022

Das ist der höchste Jahreswert der gesamten Messreihe 1957–2026. Im selben Jahr erreichte die Station eine Tageshöchsttemperatur von 38,1 °C.

Wie werden extreme Hitzetage definiert?

Als extremer Hitzetag (im DWD-Kontext auch Kenntag) gilt ein Tag, an dem die tägliche Höchsttemperatur (TX) mindestens 35,0 °C beträgt. Das ist eine international gebräuchliche Schwelle, die in Berlin deutlich seltener überschritten wird als in südlichen Regionen. Die hier ausgewerteten Daten stammen von der Referenzstation Berlin Brandenburg (DWD-ID 00427) und umfassen den vollen Zeitraum vom 1. Januar 1957 bis zum 17. Juli 2026.

Jahr für Jahr: die Anzahl der heissen Tage seit 1957

Die folgende Tabelle zeigt für jedes Jahr, wie viele Tage mit einer Höchsttemperatur von mindestens 35 °C registriert wurden. In 26 der 70 Jahre blieb das Thermometer unter dieser Schwelle (0 Tage). In den übrigen Jahren variiert die Zahl zwischen 1 und 6 Tagen. Besonders auffällig sind die 2010er und 2020er Jahre mit mehr jährlichen Ereignissen.

195734.8196531.3197333.1198132.3198935.2199733.1200533.3201334.2202136.5202640.3Höchstwert des Jahres (°C)40°C3530°C
Jahresreihe · Quelle: DWD

Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.

JahrExtreme Hitzetage (≥35 °C)Höchstwert des Jahres (°C)
1959338,3
1993029,8
2015537,8
2018338,0
2019238,4
2022638,1
2026340,3

Zunahme über die Jahrzehnte

Der Trend ist eindeutig: Die durchschnittliche jährliche Anzahl extremer Hitzetage hat sich von den 1960er Jahren (0,1 Tage pro Jahr) bis zu den 2020er Jahren (2,1 Tage pro Jahr) mehr als verzwanzigfacht. Die folgende Übersicht zeigt den Mittelwert pro Jahrzehnt – berechnet aus allen vollständigen Jahren des betreffenden Zeitraums.

JahrzehntØ extreme Hitzetage pro Jahr
1950er*1,0
1960er0,1
1970er0,2
1980er0,4
1990er0,8
2000er0,5
2010er1,5
2020er**2,1

* Die 1950er umfassen nur die Jahre 1957–1959. ** Die 2020er umfassen die Jahre 2020–2026 (Stand Juli 2026).

Besonders die Jahre 2015 (5 Tage), 2018 (3 Tage), 2020 (3 Tage) und 2022 (6 Tage) stechen hervor. Das Jahr 2026 verzeichnete bis Mitte Juli bereits 3 extreme Hitzetage, darunter am 28. Juni mit 40,3 °C den absoluten Höchstwert der gesamten Messreihe. Die Häufung in den letzten anderthalb Jahrzehnten fällt deutlich kräftiger aus als in jeder vergleichbaren Periode seit 1957.

Einordnung im Alltag

Ein Sommer wie 2022 mit 6 heissen Tagen bedeutet für die Hauptstadt: sechs Mal mussten Bewohner und Infrastruktur mit Temperaturen um 35°C oder mehr umgehen. Zum Vergleich: In den gesamten 1960er Jahren gab es in Berlin Brandenburg nur einen einzigen Tag mit über 35°C (1963). Die Zunahme ist kein statistisches Rauschen – sie zeigt sich in den Rohdaten des DWD.

Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center, CDC.
Station: Berlin Brandenburg, Kennung 00427. Zeitreihe 1957-01-01 bis 2026-07-17.
Auswertung: histoclima.com · Kenntage definiert als TX ≥ 35,0 °C.
Lizenz: GeoNutzV (Datenbasis des DWD).

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