Aktualisiert: 2026-08-15
-29,1 °C
Absolute Tiefsttemperatur, gemessen im Winter an der Station Hamburg-Fuhlsbüttel
Das ist die tiefste jemals registrierte Temperatur in einem Dezember, Januar oder Februar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Ein Wert, der die Hansestadt in eine völlig andere Klimazone zu rücken scheint – doch die offiziellen Daten des Deutschen Wetterdienstes zeigen: Solche Extreme sind die Ausnahme, nicht die Regel.
Die Antwort auf die Frage „Wie kalt ist der Winter in Hamburg?“ lässt sich präzise mit einer Zahl beantworten: Im Durchschnitt liegt die Temperatur eines Wintertages bei 1,6 °C (Tagesmittel, Dezember bis Februar). Das ist die klimatologische Norm der Referenzperiode, berechnet aus allen historischen Wintern seit 1936 an der DWD-Station Hamburg-Fuhlsbüttel. Wer also einen frostigen Dauerwinter erwartet, wird von den Messdaten eines Besseren belehrt – der Winter in Hamburg ist kühl, aber gemäßigt.
Die Spannweite ist dennoch enorm: Während die wärmste jemals gemessene Wintertemperatur bei 18,9 °C lag (ein Wert, der an Frühling erinnert), sank das Thermometer im selben Zeitraum auf -29,1 °C. Das sind fast 48 Grad Unterschied zwischen den Extremen – eine Schwankungsbreite, die Hamburgs Winter zwischen Eiseskälte und milden Perioden schwanken lässt.
Um den „normalen“ Winter zu beschreiben, betrachten wir die drei Monate Dezember, Januar und Februar. Die offiziellen Klimawerte der Station Hamburg-Fuhlsbüttel (DWD) zeigen ein klares Muster: Die Nächte sind meist frostig, die Tagestemperaturen liegen nur knapp über dem Gefrierpunkt.
| Kenntage (Dez–Feb) | Wert |
|---|---|
| Normale Tageshöchsttemperatur | 3,9 °C |
| Normale Tagestiefsttemperatur | -1,1 °C |
| Normales Tagesmittel | 1,6 °C |
Ein Tagesmittel von 1,6 °C bedeutet: An vielen Wintertagen bleibt es in Hamburg tagsüber leicht über dem Gefrierpunkt, und Frost ist vor allem in den Morgenstunden verbreitet. Dauerfrosttage – an denen auch die Höchsttemperatur unter null bleibt – sind seltener, kommen aber vor, wenn sich kalte Kontinentalluft durchsetzt.
Die Aufteilung auf die einzelnen Wintermonate zeigt eine leichte, aber charakteristische Abstufung: Der Januar ist der kälteste Monat, während der Dezember und der Februar im Mittel etwas milder ausfallen.
| Monat | Mittlere Höchsttemperatur (°C) | Mittlere Tiefsttemperatur (°C) |
|---|---|---|
| Dezember | 4,4 | -0,2 |
| Januar | 3,2 | -1,7 |
| Februar | 4,2 | -1,5 |
Besonders auffällig ist der Unterschied zwischen den Tagestemperaturen im Dezember (4,4 °C) und Januar (3,2 °C). Der Januar bietet statistisch die kältesten Nächte mit -1,7 °C im Mittel, was ihn zum Kern des Hamburger Winters macht. Der Dezember zeigt sich mit -0,2 °C in den Nächten vergleichsweise mild – oft prägen milde Atlantikluftmassen den Beginn des meteorologischen Winters.
Die Rekordwerte zeigen, wo die Grenzen liegen. Die höchste je im Winter gemessene Temperatur beträgt 18,9 °C – ein Wert, der eher an einen warmen Frühlingstag denken lässt. Solche Ausreißer entstehen, wenn subtropische Warmluft nach Norddeutschland gelenkt wird. Das andere Extrem, die tiefste gemessene Temperatur von -29,1 °C, ist dagegen ein Produkt klarer Nächte und einer geschlossenen Schneedecke, die die Ausstrahlung verstärkt.
Für die Einordnung ist wichtig: Diese Extreme sind absolute Ausnahmen innerhalb der Messreihe seit 1936. Die alltägliche Winterkälte bewegt sich in einem viel engeren Korridor – die Normaltemperatur von 1,6 °C liegt dicht am Gefrierpunkt, und selbst die mittleren Tiefstwerte der kältesten Monate unterschreiten -2 °C nur selten.
Wer nach Hamburg zieht oder einen Winterbesuch plant, sollte sich auf wechselhaftes, eher feuchtes und windiges Wetter einstellen – jedoch ohne extreme Dauerfrostperioden. Die Daten des DWD belegen, dass der Winter in der Hansestadt im langjährigen Schnitt mild ausfällt: keine zweistelligen Minusgrade als Norm, sondern Temperaturen, die oft zwischen -1 °C und 4 °C pendeln.
Die gemessene Rekordkälte von -29,1 °C bleibt ein statistisches Extrem, das an die Grenzen des Hamburger Klimas erinnert. Im Kontrast dazu steht das Maximum von 18,9 °C, das zeigt, wie warm es auch im tiefsten Winter werden kann. Zwischen diesen Polen liegt der reale Winter: überwiegend grau, nass und kühl – gelegentlich mit frostigen Nächten, aber nur in Ausnahmefällen mit strenger Kälte.
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Station Hamburg-Fuhlsbüttel, Zeitraum 1936–2026.
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