Aktualisiert: 2026-08-10
Wer Dresden im Dezember erlebt, kennt das Gefühl: Die Luft ist schwer, fast greifbar, und der Nebel hängt oft bis zum Mittag in den Elbhängen. Die Messdaten bestätigen diesen Eindruck eindeutig. Der Dezember ist mit einer mittleren relativen Luftfeuchtigkeit von 84,2 % der feuchteste Monat des Jahres an der Station Dresden-Klotzsche. Das ist der höchste Monatswert im gesamten Jahresverlauf – und gleichzeitig der Kontrastpunkt zum Juli, der mit 68,1 % die trockenste Luft des Jahres aufweist.
Die Daten stammen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) und decken einen Zeitraum von Januar 1934 bis August 2026 ab. Über diese Zeitspanne hinweg zeigt sich: Die Luftfeuchtigkeit in Dresden folgt einem klaren saisonalen Muster, das im Winter seinen Höhepunkt erreicht und im Hochsommer auf den niedrigsten Stand sinkt.
Die relative Luftfeuchtigkeit ist ein Maß dafür, wie viel Wasserdampf die Luft im Verhältnis zu ihrer maximal möglichen Aufnahmefähigkeit enthält. Kalte Winterluft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen als warme Sommerluft – doch die tatsächlichen Messwerte zeigen, dass die Luft in Dresden im Winter trotz ihrer geringeren Aufnahmekapazität näher am Sättigungspunkt liegt. Das bedeutet: Die gefühlte Nässe im Dezember ist keine subjektive Wahrnehmung, sondern messbar.
Der November folgt mit 83,3 % dicht auf den Dezember. Gemeinsam bilden diese beiden Monate die feuchteste Phase des Jahres. Der Januar erreicht mit 82,9 % ebenfalls hohe Werte, bleibt aber knapp hinter dem November zurück. Erst mit dem Frühjahr beginnt die Luft spürbar trockener zu werden: Der März fällt auf 75,0 %, der April auf 69,8 %.
Die folgende Tabelle zeigt die mittlere relative Luftfeuchtigkeit für jeden Monat, berechnet aus allen verfügbaren Messungen der Station Dresden-Klotzsche im Zeitraum von 1934 bis 2026. Ein klarer V-förmiger Verlauf ist erkennbar – höchste Werte im Winter, tiefste im Hochsommer.
| Monat | Mittlere Luftfeuchtigkeit (%) |
|---|---|
| Januar | 82,9 |
| Februar | 80,5 |
| März | 75,0 |
| April | 69,8 |
| Mai | 68,8 |
| Juni | 68,9 |
| Juli | 68,1 |
| August | 69,5 |
| September | 75,3 |
| Oktober | 79,7 |
| November | 83,3 |
| Dezember | 84,2 |
Mit 68,1 % mittlerer Luftfeuchtigkeit ist der Juli der trockenste Monat in Dresden. Interessant ist dabei: Der Mai (68,8 %) und der Juni (68,9 %) liegen nur minimal darüber. Die drei Sommermonate bilden also ein nahezu gleichmäßig trockenes Plateau, bevor der September mit 75,3 % wieder deutlich ansteigt. Dieser Sprung um 5,8 Prozentpunkte zwischen August und September ist der größte Anstieg im gesamten Jahresverlauf und markiert den Beginn der feuchteren Herbstphase.
Für Besucher, die die angenehmste Luft in Dresden suchen, ist der Hochsommer also die beste Wahl – nicht nur wegen der Temperaturen, sondern auch wegen der geringeren Luftfeuchtigkeit, die das Wärmeempfinden spürbar beeinflusst.
Während die relative Luftfeuchtigkeit im Winter hoch ist, wird sie im Sommer erst bei hohen Temperaturen zur Belastung. Die DWD-Daten erfassen dafür eigene Werte: Tage, an denen die Höchsttemperatur mindestens 28 °C erreicht und zugleich die Luftfeuchtigkeit im Mittel über 60 % liegt – sogenannte Schwüle-Tage. In Dresden treten diese ausschließlich in den Monaten Mai bis September auf.
Der August führt mit durchschnittlich 2,3 Schwüle-Tagen pro Jahr, dicht gefolgt vom Juli mit 2,2 Tagen. Der Juni bringt es auf 1,4 Tage. Deutlich seltener sind Schwüle-Tage im Mai (0,1) und im September (0,6). Bemerkenswert ist, dass die schwülen Tage also nicht mit dem trockensten Monat zusammenfallen – im Juli und August sorgt die Kombination aus hoher Temperatur und ausreichender Luftfeuchtigkeit für das drückende Gefühl, das viele Dresdner aus heißen Sommernächten kennen.
Die hohe relative Luftfeuchtigkeit im Winter hat praktische Konsequenzen: Bei 84,2 % im Dezember bildet sich an kalten Oberflächen schnell Kondenswasser, und die gefühlte Temperatur liegt oft niedriger, als das Thermometer anzeigt. Gleichzeitig ist die Luft bei 68,1 % im Juli deutlich angenehmer für körperliche Aktivitäten, da der Schweiß besser verdunsten kann und der Kühleffekt stärker wirkt.
Für Allergiker und Menschen mit empfindlichen Atemwegen sind die feuchten Wintermonate in Dresden eine bekannte Herausforderung – die Werte bestätigen diese Erfahrung mit objektiven Messdaten über neun Jahrzehnte hinweg.
Die hier vorgestellten Werte basieren auf den offiziellen Messdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD), erhoben an der Klimastation Dresden-Klotzsche. Der ausgewertete Zeitraum erstreckt sich vom 1. Januar 1934 bis zum 8. August 2026. Die mittlere relative Luftfeuchtigkeit wurde aus allen verfügbaren Tagesmessungen in diesem Zeitraum berechnet – insgesamt eine Datengrundlage, die sich über mehr als 92 Jahre erstreckt und damit ein verlässliches Bild des lokalen Klimas in Dresden liefert.
Die hier vorgestellten Werte zeigen: Dresden hat ein kontinentales Klima mit ausgeprägten jahreszeitlichen Unterschieden in der Luftfeuchtigkeit. Wer die feuchteste Zeit meiden möchte, wählt am besten einen Besuch zwischen Mai und August – wer die typische, neblig-feuchte Atmosphäre der sächsischen Hauptstadt erleben möchte, kommt am ehesten im November oder Dezember.
Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Station Dresden-Klotzsche (1934–2026)
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