Aktualisiert: 2026-08-03
Die landwirtschaftlich relevante Frostsaison in Berlin erstreckt sich in einem typischen Jahr von Ende September bis Anfang Mai. Die Monatsdaten der DWD-Station Berlin Brandenburg (1957–2026) zeigen: Im September liegt die mittlere Anzahl an Frosttagen bei 0,0 Tagen, im Oktober beginnt es mit durchschnittlich 2,5 Frosttagen spürbar zu werden. Im Frühjahr klingt die Frostphase im April auf 5,3 Tage ab, und der Mai bringt im Mittel nur noch 0,4 Frosttage – danach ist die Frostsaison für die Landwirtschaft praktisch beendet.
Für den Garten- und Ackerbau bedeutet das konkret: Die frostfreie Zeit in Berlin liegt normalerweise zwischen Ende Mai und Ende September. In besonders kalten Jahren kann der letzte Frost aber deutlich später auftreten – und der extremste Kälteeinbruch der gesamten Messreihe zeigt, wie tief die Temperaturen in Berlin fallen können.
-25,3°C
Absolute Tiefsttemperatur an der Station Berlin Brandenburg, gemessen am 14. Januar 1987
Dieser Wert ist der Kälterekord der gesamten Messreihe seit 1957. An diesem Januar-Tag fielen die Temperaturen so tief, dass selbst die stärksten Winter in den Vergleichsjahren dahinter zurückbleiben. Für die Landwirtschaft war dieser Tag eine Zäsur – derart extreme Fröste treten in Berlin nur einmal in mehreren Jahrzehnten auf.
Die fünf kältesten Tage der Messperiode zeigen, wie extrem die Frostsaison in Berlin werden kann:
| Datum | Temperaturminimum |
|---|---|
| 14.01.1987 | -25,3°C |
| 21.12.1969 | -24,0°C |
| 20.01.1963 | -23,2°C |
| 31.01.1963 | -22,6°C |
| 11.01.1987 | -22,3°C |
Besonders auffällig: Die extremsten Kälteereignisse konzentrieren sich auf die Monate Januar und Dezember. Der Januar 1987 sticht mit zwei der fünf kältesten Tage heraus – der Winter 1986/87 war einer der härtesten der gesamten Messreihe.
Die folgende Tabelle zeigt, wie viele Frosttage (Tiefsttemperatur unter 0°C) und starke Frosttage (unter -3°C) im Durchschnitt pro Monat auftreten. Für die Landwirtschaft ist der Übergang im Frühjahr entscheidend: Ab Mai sind Frostschäden an empfindlichen Kulturen kaum noch zu befürchten – der Mittelwert für den Mai liegt bei nur noch 0,4 Frosttagen und 0,0 starken Frosttagen.
| Monat | Frosttage im Mittel | Starke Frosttage im Mittel |
|---|---|---|
| Januar | 19,7 | 11,9 |
| Februar | 18,2 | 10,3 |
| März | 14,4 | 5,8 |
| April | 5,3 | 1,0 |
| Mai | 0,4 | 0,0 |
| September | 0,0 | 0,0 |
| Oktober | 2,5 | 0,5 |
| November | 9,2 | 3,1 |
| Dezember | 16,9 | 8,7 |
Diese Monatsmittel beschreiben die typische Frostsaison in Berlin. Der Kernwinter von Dezember bis Februar bringt durchschnittlich zwischen 16,9 und 19,7 Frosttage pro Monat – die Hälfte bis zwei Drittel der Tage sind also frostbelastet. Die Übergangsmonate Oktober und April sind deutlich milder, während der Mai und der September praktisch frostfrei sind.
Die Bandbreite der Berliner Winter seit 1957 ist enorm. Die folgende Übersicht zeigt die zehn bemerkenswertesten Jahre – jeweils die fünf mit der tiefsten Jahrestemperatur sowie die fünf mit der höchsten Tiefsttemperatur im Jahr.
| Jahr | Kältester Tag (°C) | Frosttage gesamt |
|---|---|---|
| 1987 | -25,3 | 101 |
| 1969 | -24,0 | 124 |
| 1963 | -23,2 | 112 |
| 1986 | -22,0 | 85 |
| 1997 | -21,8 | 117 |
| Jahr | Kältester Tag (°C) | Frosttage gesamt |
|---|---|---|
| 2020 | -6,2 | 52 |
| 2019 | -7,1 | 55 |
| 1974 | -8,0 | 55 |
| 1989 | -8,1 | 70 |
| 2015 | -8,2 | 70 |
Die Gegenüberstellung ist bemerkenswert: Der Unterschied zwischen den extremsten Jahren beträgt fast 20 Grad beim Jahresminimum. Während der Winter 1986/87 mit -25,3°C und der Winter 1968/69 mit -24,0°C in die Geschichte eingingen, fiel das Thermometer im milden Jahr 2020 nie unter -6,2°C – und die Zahl der Frosttage lag mit 52 deutlich unter den 124 Frosttagen von 1969.
Die Frostsaison in Berlin ist kein starres Datum, sondern ein Zeitfenster mit deutlichen Schwankungen. Im Mittel gilt: Letzte Fröste im Mai sind selten (0,4 Tage im Durchschnitt), aber möglich. Erste Fröste im September kommen praktisch nicht vor – der Mittelwert liegt bei 0,0 Tagen, und erst ab Oktober beginnt die Frostgefahr mit durchschnittlich 2,5 Tagen spürbar zu steigen.
Für empfindliche Kulturen wie Obstbäume, Wein oder Frühkartoffeln heißt das: Der sicherste Pflanztermin ist nach Mitte Mai, die Ernte sollte vor Ende September eingebracht sein. In milden Jahren wie 2020 mit gerade einmal 52 Frosttagen ist die frostfreie Periode deutlich länger – in extremen Winterjahren wie 1969 mit 124 Frosttagen müssen Landwirte mit einer langen und intensiven Frostperiode rechnen.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Station Berlin Brandenburg · Zeitraum 1957–2026
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