Landwirtschaftliche Frosttage in Berlin (1957–2026)

Aktualisiert: 2026-07-18

-25,3 °C
AM 14. JANUAR 1987 – der absolute Kälterekord an der Station Berlin Brandenburg. In jener Nacht fiel die Quecksilbersäule so tief wie in keiner anderen Nacht seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1957. Es war die Geburtsstunde eines ewigen Frostmeilensteins – und für Obstbauern bedeutete sie den Totalausfall der Blüten in vielen Lagen.

Die Berliner Landwirtschaft – von den Obstanlagen rund um Werder bis zu den Getreidefeldern im Barnim – hat mit Frost zu kämpfen. Besonders Spätfröste im April und Mai gefährden die Blüte, während Starkfröste unter –3 °C selbst tiefere Bodenschichten erreichen und mehrjährige Kulturen schädigen. Die offiziellen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) aus der Station Berlin Brandenburg (Indikativ 00427) geben ein präzises Bild: Seit 1957 wurden jeden Monat die Tage mit einer Tiefsttemperatur unter 0 °C (Frosttag) und unter –3 °C (Starkfrosttag) gezählt. Wir zeigen die Mittelwerte – und die extremen Jahre.

Monatsübersicht: Frost und Starkfrost im langjährigen Mittel

Der frostigste Monat ist der Januar mit durchschnittlich 19,7 Frosttagen, davon 11,9 Starkfrosttage. Selbst der Mai bringt im Mittel noch 0,4 Frosttage – für die Landwirtschaft ein kritisches Fenster. Juni, Juli, August und September sind praktisch frostfrei.

Monat Ø Frosttage (Tmin < 0 °C) Ø Starkfrosttage (Tmin < –3 °C)
Januar19,711,9
Februar18,210,3
März14,45,8
April5,31,0
Mai0,40,0
Juni0,00,0
Juli0,00,0
August0,00,0
September0,00,0
Oktober2,50,5
November9,23,1
Dezember16,98,7

Die frostigen Monate von November bis März liefern zusammen durchschnittlich knapp 79 Frosttage – das entspricht mehr als zwei Monaten ununterbrochener Kälte. Die Starkfrosttage konzentrieren sich auf Januar und Februar, mit je über 10 Tagen im Mittel. Für Baumschulen und Weinberge ist das der Zeitraum, in dem Winterschutz unverzichtbar ist.

Die fünf kältesten Nächte aller Zeiten

Diese fünf Daten markieren die extremen Tiefpunkte der Berliner Klimageschichte seit 1957. Jeder einzelne war ein landwirtschaftlicher Einschnitt.

DatumTiefsttemperatur (°C)
14. Januar 1987-25,3
21. Dezember 1969-24,0
20. Januar 1963-23,2
31. Januar 1963-22,6
11. Januar 1987-22,3

Vier dieser fünf Extreme fallen in den Januar, einer in den Dezember. Der Rekord vom 14. Januar 1987 steht bis heute ungebrochen. In der Landwirtschaft bedeuteten solche Fröste das Absterben von Obstbäumen bis in die Wurzel – besonders in den milderen Vierteln, wo die Vegetation ungeschützt war.

Jahresübersicht: Frosttage pro Jahr (1957–2026)

Die Tabelle zeigt für jedes Jahr die Anzahl der Frosttage (Tmin unter 0 °C) und die kälteste gemessene Temperatur. Das Maximum wurde im Jahr 1996 mit 132 Frosttagen erreicht – fast vier Monate lang täglich Frost. Das Minimum lag bei 52 Frosttagen in den Jahren 1990 und 2020.

1957-15.61965-19.11973-12.21981-16.01989-8.11997-21.82005-13.62013-13.32021-14.72026-14.1Kälteste Tmin (°C)-6°C-16-25°C
Jahresreihe · Quelle: DWD

Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.

JahrFrosttageKälteste Tmin (°C)
197455-8,0
1987101-25,3
198970-8,1
199052-8,5
201570-8,2
201955-7,1
202052-6,2
Frosttage pro Jahr · 1957–2026 (70 anios) — pasa el raton sobre cada barra

Im Rekordfrostjahr 1996 zählte die Station 132 Frosttage – das sind etwa 4,4 Monate Dauerkälte. Die Kältespitze lag bei -18,8 °C. Im Gegensatz dazu brachte das Jahr 2020 nur 52 Frosttage, die mildeste Winterperiode in der Messreihe. Die Kältespitze lag bei -6,2 °C – für die Landwirtschaft ein glimpfliches Jahr.

Fazit: Was diese Daten für die Landwirtschaft bedeuten

Die Berliner Frostsaison erstreckt sich von Oktober bis Mai. Im Durchschnitt treten in der Hauptfrostperiode (Dezember bis Februar) etwa 55 Frosttage auf, von denen rund 30 als Starkfrosttage gelten. Der April bleibt mit 5,3 Frosttagen im Mittel eine Übergangszeit, in der Spätfröste immer noch möglich sind – besonders in Senken und Tallagen. Für den Obstbau ist der Mai mit 0,4 Frosttagen statistisch das letzte Risiko.

Die Daten zeigen auch eine Tendenz zu milderen Wintern in den letzten Jahrzehnten: Die 1990er- und 2000er-Jahre weisen häufiger Jahre mit unter 60 Frosttagen auf, während die 1960er- und 1970er-Jahre oft über 100 Frosttage brachten. Der Rekord von 1996 (132 Frosttage) fällt jedoch erst spät und zeigt, dass extreme Winter auch in jüngerer Zeit möglich sind.

Quelle: DWD – Climate Data Center, Deutscher Wetterdienst. Daten der Station Berlin Brandenburg (Indikativ 00427, AEMET-Kennung). Zeitraum 1957-01-01 bis 2026-07-16. Alle Angaben basieren auf den offiziellen Tagesmessungen der Temperatur (Tmin). Berechnung der Frost- und Starkfrosttage nach den Kenntage-Definitionen des DWD. Lizenz: GeoNutzV.

Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Basis offizieller DWD-Daten erstellt. Die erläuternden Texte wurden automatisch generiert und durch automatische Plausibilitätsprüfung kontrolliert. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act