Aktualisiert: 2026-07-30
Der letzte Frühjahrsfrost in der Münchner Innenstadt wurde am 28. März 2026 registriert – ein spätes, aber nicht extremes Datum. Seit 1954 liegt die Frostwahrscheinlichkeit am 15. März bei 33,3 Prozent – das heißt: jedes dritte Jahr muss man an diesem Märztag noch mit Minusgraden rechnen. Wer also sichergehen will, sät besser nach dem 28. März, also ab der letzten Aprilwoche.
Die offiziellen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für die Station München-Stadt (1954–2026) zeigen eine klare Grenze: Der späteste Frühlingsfrost mit Temperaturen unter 0 °C fällt in die Zeit um den 28. März. Wer also empfindliche Pflanzen wie Tomaten oder Basilikum direkt ins Beet setzen möchte, sollte dieses Datum im Kalender rot markieren. Vor dem 15. März liegt die Wahrscheinlichkeit eines Frostes noch bei 33,3 % – jeder dritte Frühling bringt also noch einmal eine Nacht mit Frost.
Die Temperaturmittelwerte für 2023, gemessen an der Station München-Stadt, unterstreichen den saisonalen Verlauf: Im Januar liegt die mittlere Tiefsttemperatur bei 0,6 °C, im Februar bei 0,1 °C. Erst ab März steigt sie auf 3,3 °C, im April auf 4,2 °C. Der Mai bringt mit 9,1 °C eine spürbare Erwärmung, der Juni erreicht 13,7 °C. Der Juli ist mit 15,6 °C der wärmste Monat, gefolgt vom August mit 15,2 °C. September (12,6 °C) und Oktober (8,3 °C) bleiben mild, bevor der November mit 3,3 °C und der Dezember mit 1,3 °C an die frostige Jahreszeit erinnern.
Für Gärtner bedeutet das konkret: Wer in München auf Nummer sicher gehen will, wartet bis nach dem 28. März. Wer das Risiko kennt und ab dem 15. März sät, tut dies mit einer 33,3-prozentigen Chance auf eine Frostnacht – ein Glücksspiel, das in zwei von drei Jahren aufgeht, aber im dritten Jahr die Keimlinge kosten kann. Empfindliche Kulturen wie Gurken oder Zucchini sollten besser erst Anfang Mai ins Freie, wenn das Risiko praktisch gegen null geht.
Die folgende Tabelle zeigt die mittlere Tagesminimumtemperatur für jeden Monat des Jahres 2023 – ein typisches Bild für das Münchner Stadtklima mit seiner kontinentalen Note.
| Monat | Mittlere Tiefsttemperatur (°C) |
|---|---|
| Januar | 0,6 |
| Februar | 0,1 |
| März | 3,3 |
| April | 4,2 |
| Mai | 9,1 |
| Juni | 13,7 |
| Juli | 15,6 |
| August | 15,2 |
| September | 12,6 |
| Oktober | 8,3 |
| November | 3,3 |
| Dezember | 1,3 |
Die Daten zeigen auch den milden Einfluss der Stadt: Im historischen München-Stadt liegen die Tiefsttemperaturen selten unter –10 °C, und selbst der Februar 2023 brachte mit 0,1 °C fast schon einen frostfreien Monat. Der März hingegen bleibt ein Grenzgänger: Frost am 15. März ist keine Seltenheit, aber auch kein Regelfall. Die 33,3 % Wahrscheinlichkeit unterstreichen die Unberechenbarkeit des Übergangsmonats.
Für Münchner Gärtner, die ihre Aussaat planen, bietet der Datensatz eine klare Orientierung: Nach dem 28. März ist das Frostrisiko in München-Stadt statistisch gesehen gebannt. Wer dennoch früher sät, sollte auf Abdeckungen vorbereitet sein oder auf frostunempfindliche Arten setzen. Die langjährige Messreihe des DWD seit 1954 – mit dem weit zurückreichenden Beginn am 1. Juni 1954 und aktuellen Daten bis zum 27. Juli 2026 – ist dabei die verlässlichste Grundlage für eine Entscheidung.
Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center. Station München-Stadt. Zeitraum 1954–2026.
Rechtliche Hinweise und Datenquelle
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