Aktualisiert: 2026-07-18
Erst Ende April lag die Quecksilbersäule das letzte Mal unter dem Gefrierpunkt – für Berliner Gärtner und Landwirte ein spätes, aber klares Signal: Die Frostgefahr im Frühjahr reicht bis in den Mai hinein. Der Rekord stammt aus dem laufenden Jahr und zeigt, wie spät der Winter manchmal noch zuschlagen kann.
Wer in Berlin Beete bestellt, Obstbäume pflanzt oder die Terrasse bepflanzt, möchte wissen: Wie hoch ist das Risiko, dass die Temperatur nach dem 15. März noch unter null fällt? Der Deutsche Wetterdienst (DWD) liefert für die Hauptstadt klare Zahlen – gemessen an der offiziellen Station Berlin Brandenburg (Kennung 00427), deren Datenreihe 1957 beginnt und bis Juli 2026 reicht.
An einem der ersten Frühlingstage, dem 15. März, liegt die historische Wahrscheinlichkeit für einen Boden- oder Luftfrost (Tagesminimum unter 0 °C) bei 44,3 %. Das bedeutet: In fast der Hälfte aller Jahre seit 1957 war es an diesem Datum noch einmal kalt genug für Frost. Die Zahl stammt aus der gesamten Messreihe und ist ein verlässlicher Richtwert für alle, die frostempfindliche Pflanzen vor Märzmitte ins Freie bringen wollen.
Zum Vergleich: Die durchschnittliche Tagesminimum-Temperatur im März beträgt an der Station 0,3 °C – der Mittelwert liegt also nur knapp über dem Gefrierpunkt. Die Frostwahrscheinlichkeit bleibt bis weit in den April hinein spürbar.
Die folgende Tabelle zeigt die mittleren Tiefstwerte für jeden Monat (Zeitraum 1957–2026, basierend auf allen verfügbaren Jahresdaten). Deutlich zu sehen: Erst ab Mai liegen die durchschnittlichen Minima sicher über 5 °C, im Juni und Juli sogar über 13 °C.
| Monat | Mittlere Tiefsttemperatur (°C) |
|---|---|
| Januar | -5,3 °C |
| Februar | -2,1 °C |
| März | 0,3 °C |
| April | 2,6 °C |
| Mai | 7,8 °C |
| Juni | 13,5 °C |
| Juli | 14,0 °C |
Die Messwerte zeigen: Selbst im April liegt das durchschnittliche Minimum bei nur 2,6 °C – das ist kein Freibrief für frostfreie Nächte. Tatsächlich registrierte die Station im April 2026 noch den letzten Frühjahrsfrost. Einzelne Jahre können also deutlich später frieren als der Mittelwert vermuten lässt.
Der letzte Frühjahrsfrost fiel 2026 sehr spät aus – der 30. April ist das äußerste Ende des Frostfensters. In der gesamten Messreihe gab es nur wenige Jahre mit ähnlich späten Eisheiligen. Die Kombination aus einem frostigen April und einer hohen März-Wahrscheinlichkeit macht deutlich: Wer in Berlin auf Nummer sicher gehen will, wartet mit dem Auspflanzen von Tomaten, Gurken oder Zucchini am besten bis nach den Eisheiligen Mitte Mai. Die Statistik untermauert diese Faustregel: Im Mai liegt die mittlere Tiefsttemperatur bei 7,8 °C – hier ist Frost die absolute Ausnahme.
Die offizielle Messreihe der Station Berlin Brandenburg umfasst den Zeitraum vom 1. Januar 1957 bis zum 15. Juli 2026. Damit liegen fast sieben Jahrzehnte hochaufgelöste Temperaturdaten vor – eine der längsten und beständigsten Reihen im nordostdeutschen Raum. Der DWD pflegt diese Daten täglich und stellt sie über das Climate Data Center zur Verfügung.
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center, Station Berlin Brandenburg (Kennung 00427).
Datenbasis: Tagesminimum-Temperatur (Tmin) vom 1. Januar 1957 bis 15. Juli 2026. Berechnete Kenngrößen: letzter Frühjahrsfrost (30. April 2026) und Frostwahrscheinlichkeit am 15. März (44,3 %). Monatsmittel aus dem aktuellen Jahr 2026. Alle Angaben ohne Gewähr, lizenzfrei unter GeoNutzV.
Rechtliche Hinweise und Datenquelle
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