Aktualisiert: 2026-07-18
Die kurze Antwort: Nein. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen an der Station Hamburg-Fuhlsbüttel im Jahr 1936 gab es kein einziges Jahr ohne mindestens einen Frosttag. Der absolute Tiefstwert der Messgeschichte liegt bei -29,1 °C, gemessen am 13. Februar 1940. Eine bis heute ungebrochene Kälte-Marke.
Ein „frostfreies Jahr“ – das klingt für viele nach einem Traum vom milden Winter. Doch für Hamburg, mit seiner maritimen Lage an der Nordsee, bleibt dies eine statistische Fiktion. Selbst in den wärmsten Jahren seit 1936 fiel die Temperatur mindestens an 33 Tagen unter den Gefrierpunkt. Dieser Wert markiert das absolute Minimum an Frosttagen in einem Jahr.
Das Jahr mit den wenigsten Frosttagen in Hamburg war 1974. Damals wurden lediglich 35 Tage mit Frost registriert. Die tiefste Temperatur jenes Jahres lag mit -5,4 °C noch im moderaten Bereich. Zum Vergleich: Das entspricht etwas mehr als einem Monat Frost – verteilt auf das gesamte Jahr. In den anderen elf Monaten blieb es durchgehend frostfrei.
Doch die Natur ist unbeständig. Nur zwei Jahre später, 1976, schnellte die Zahl der Frosttage wieder auf 91 hoch. Das zeigt: Eine Trendwende zu wirklich frostfreien Wintern ist in Hamburg nicht in Sicht.
Die durchschnittliche Verteilung der Frosttage über das Jahr zeigt einen klaren Schwerpunkt in den kalten Monaten. Die folgende Tabelle basiert auf der langjährigen Messreihe von 1936 bis 2026 und gibt an, wie viele Frosttage in jedem Monat im langjährigen Mittel zu erwarten sind.
| Monat | Durchschnittliche Frosttage |
|---|---|
| Januar | 16,9 |
| Februar | 15,5 |
| März | 12,7 |
| April | 5,0 |
| Mai | 0,6 |
| Juni | – |
| Juli | – |
| August | – |
| September | 0,1 |
| Oktober | 2,2 |
| November | 7,2 |
| Dezember | 14,0 |
Anmerkung: Die Monate Juni, Juli und August sind in der DWD-Statistik nicht aufgeführt, da dort nie Frost registriert wurde. Auch im September ist Frost eine extreme Seltenheit (0,1 Tage im Mittel).
Während 1974 das mildeste Jahr war, gab es auch Jahre, in denen der Frost über Monate herrschte. Die fünf Jahre mit den meisten Frosttagen:
| Jahr | Frosttage | Tiefsttemperatur |
|---|---|---|
| 1942 | 114 | -21,9 °C |
| 1996 | 114 | -14,1 °C |
| 1940 | 111 | -29,1 °C |
| 1941 | 111 | -17,6 °C |
| 1969 | 112 | -15,0 °C |
114 Frosttage – das ist fast ein Drittel des gesamten Jahres. In den Wintern 1942 und 1996 war der Boden für fast vier Monate durchgehend gefroren. Besonders bemerkenswert: Der Rekord von 1942 mit -21,9 °C zeigt, dass extreme Kälte auch in Kriegszeiten keine Gnade kannte.
Die folgende Tabelle zeigt die jährliche Anzahl der Frosttage und die dazugehörige absolute Mindesttemperatur für jedes Jahr seit 1936. Ein Wert von „0“ würde ein frostfreies Jahr bedeuten – wie die Tabelle zeigt, kam dieser Fall nie vor.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Frosttage | Min. Temperatur (°C) |
|---|---|---|
| 1940 | 111 | -29.1 |
| 1974 | 35 | -5.4 |
| 1977 | 61 | -7.8 |
| 1990 | 33 | -5.1 |
| 2015 | 43 | -6.4 |
| 2019 | 50 | -7.5 |
| 2020 | 37 | -5.1 |
Die Hoffnung auf ein komplett frostfreies Jahr in Hamburg ist eine Illusion. Selbst in Zeiten der Klimaerwärmung, wie man an den milden Jahren 1974 (35 Frosttage) und 2014 (41 Frosttage) sieht, bleibt der Frost ein fester Bestandteil des Hamburger Winters. Der Rekord von -29,1 °C aus dem Jahr 1940 zeigt zudem, dass extreme Kälte immer noch möglich ist – auch wenn sie seltener wird. Wer in Hamburg lebt oder dorthin zieht, sollte sich also weiterhin auf frostige Nächte einstellen.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center. Station: Hamburg-Fuhlsbüttel (Indikativ 01975). Zeitraum: 1936-07-01 bis 2026-07-16. Die Daten sind lizenziert unter der GeoNutzV. Berechnung der Frosttage: Tage mit Tagesminimum unter 0 °C.
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