Aktualisiert: 2026-09-19
Selbst das mildeste Jahr der 90-jährigen Aufzeichnung kam nicht ohne Frost aus. Ein Jahr ganz ohne Frosttag gab es in Hamburg zwischen 1936 und 2026 kein einziges Mal.
Wer sich fragt, ob Hamburg mittlerweile ganz ohne Frost durch das Jahr kommt, findet in den Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) eine eindeutige Antwort. In keinem der 90 ausgewerteten Jahre gab es ein Jahr ohne Frosttag. Selbst im mildesten Jahr der Aufzeichnung, 1990, wurden an der Station Hamburg-Fuhlsbüttel noch 33 Tage mit einer Tiefsttemperatur unter 0 °C registriert.
Das bedeutet: Die Vorstellung eines vollständig frostfreien Jahres in Hamburg bleibt bislang ein theoretisches Szenario. Zwar zeigt die Tendenz der vergangenen Jahrzehnte deutlich weniger Frosttage als in der Mitte des 20. Jahrhunderts, doch eine vollständige Abwesenheit von Frost ist im Zeitraum von 1936 bis 2026 nicht ein einziges Mal eingetreten.
Die höchsten Frosttagzahlen der Messreihe stammen aus einer Zeit, in der die Winter in Norddeutschland ungleich härter ausfielen. Die folgende Tabelle zeigt die fünf Jahre mit den meisten Frosttagen an der Station Hamburg-Fuhlsbüttel:
| Jahr | Frosttage | Tiefsttemperatur (°C) |
|---|---|---|
| 1942 | 114 | -21,9 |
| 1996 | 114 | -14,1 |
| 1969 | 112 | -15,0 |
| 1940 | 111 | -29,1 |
| 1941 | 111 | -17,6 |
Besonders bemerkenswert ist das Jahr 1940: Mit 111 Frosttagen und der absolut niedrigsten gemessenen Temperatur von -29,1 °C markiert es den kältesten Winter der Hamburger Wettergeschichte. Das Jahr 1996 zeigt hingegen, dass auch in der jüngeren Vergangenheit noch Spitzenwerte von 114 Frosttagen möglich waren.
Am anderen Ende der Skala stehen Jahre, die nur knapp unter der Schwelle zu einem frostfreien Jahr lagen. Die fünf Jahre mit den wenigsten Frosttagen an der Station Hamburg-Fuhlsbüttel sind:
| Jahr | Frosttage | Tiefsttemperatur (°C) |
|---|---|---|
| 2007 | 37 | -8,4 |
| 2020 | 37 | -5,1 |
| 1974 | 35 | -5,4 |
| 2024 | 35 | -9,1 |
| 1990 | 33 | -5,1 |
Das Jahr 1990 hält mit 33 Frosttagen den Rekord für die geringste Anzahl. Die Tiefsttemperatur lag damals bei -5,1 °C. Auch das Jahr 2024 mit 35 Frosttagen und einer Tiefsttemperatur von -9,1 °C zeigt, dass selbst in jüngster Zeit noch Werte erreicht werden, die weit von einem frostfreien Jahr entfernt sind.
Die durchschnittliche Verteilung der Frosttage über das Jahr zeigt, dass der Winter in Hamburg nicht nur aus den Monaten Dezember bis Februar besteht. Die folgende Tabelle gibt die mittlere Anzahl der Frosttage pro Monat an der Station Hamburg-Fuhlsbüttel wieder:
| Monat | Mittlere Frosttage |
|---|---|
| Januar | 16,9 |
| Februar | 15,5 |
| März | 12,7 |
| April | 5,0 |
| Mai | 0,6 |
| Juni | 0,0 |
| Juli | 0,0 |
| August | 0,0 |
| September | 0,1 |
| Oktober | 2,2 |
| November | 7,2 |
| Dezember | 14,0 |
Klimatologische Mittelwerte der Frosttage je Kalendermonat an der DWD-Station Hamburg-Fuhlsbüttel, berechnet über den Zeitraum 1936–2026 (DWD, Climate Data Center). Die Werte sind Monatsmittel der gesamten Reihe und keine Einzeljahreswerte; Monate mit 0,0 weisen im langjährigen Mittel keine Frosttage auf.
Es zeigt sich, dass Frost in Hamburg fast das gesamte Jahr über möglich ist. Die Monate Juni, Juli und August weisen im langjährigen Mittel keine Frosttage auf (0,0). Bereits im September liegt der Mittelwert bei 0,1 Frosttagen, was bedeutet, dass in den meisten Jahren kein Frost auftritt, aber extreme Einzelfälle möglich sind. Der Oktober bringt bereits durchschnittlich 2,2 Frosttage, der November 7,2. Der Höhepunkt wird im Januar mit 16,9 Frosttagen erreicht.
Die folgende Tabelle zeigt die vollständige Jahresreihe der Frosttage an der Station Hamburg-Fuhlsbüttel von 1936 bis 2026. Sie ermöglicht es, die langfristige Entwicklung nachzuvollziehen und einzelne Jahre mit besonders hohen oder niedrigen Werten zu identifizieren.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Frosttage | Tiefsttemperatur (°C) |
|---|---|---|
| 1940 | 111 | -29,1 |
| 1974 | 35 | -5,4 |
| 1977 | 61 | -7,8 |
| 1990 | 33 | -5,1 |
| 2015 | 43 | -6,4 |
| 2019 | 50 | -7,5 |
| 2020 | 37 | -5,1 |
Die Daten des DWD für die Station Hamburg-Fuhlsbüttel sind eindeutig: In keinem der 90 ausgewerteten Jahre von 1936 bis 2026 gab es ein Jahr ohne Frosttag. Der minimale Wert lag bei 33 Frosttagen im Jahr 1990. Die höchsten Werte wurden mit 114 Frosttagen in den Jahren 1942 und 1996 erreicht. Der absolute Kälterekord von -29,1 °C stammt vom 13. Februar 1940 und ist bis heute ungebrochen.
Für die Bewohner und Besucher Hamburgs bedeutet das: Frost ist ein fester Bestandteil des Hamburger Klimas. Auch wenn die Anzahl der Frosttage in den vergangenen Jahrzehnten tendenziell zurückgegangen ist, bleibt ein vollständig frostfreies Jahr bislang aus. Wer also empfindliche Pflanzen im Garten hat oder eine Veranstaltung im Winterhalbjahr plant, sollte weiterhin mit Frost rechnen.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center, Station Hamburg-Fuhlsbüttel. Zeitraum: 1936–2026.
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