Aktualisiert: 2026-07-30
-28,0 °C
Das ist die tiefste Temperatur, die je in Frankfurt am Main gemessen wurde. Am 27. Januar 1942 fiel das Thermometer auf diesen Wert – der absolute Kälterekord der DWD-Station Frankfurt/Main. Bis heute unerreicht.
Seit dem 1. Juli 1935 zeichnet der Deutsche Wetterdienst an der Station Frankfurt/Main (Kennung 01420) jede Nacht auf, ob das Quecksilber unter null Grad fällt. Ein Frosttag zählt, wenn die Tiefsttemperatur unter 0 °C liegt. Die Frage, ob Frankfurt seine Frosttage verliert, beantworten wir mit nackten Zahlen – und die zeigen: 2026 war eines der mildesten Jahre der Messreihe. Gerade einmal 30 Tage mit Frost registrierte die Station, die niedrigste Zahl seit dem Beginn der lückenlosen Aufzeichnungen. Der bisherige Tiefstwert lag bei 23 Frosttagen im Jahr 1935, dem ersten vollständigen Jahr der Serie. Seither gab es nur ein Jahr mit weniger als 30 Frosttagen: 1935 selbst. Alle anderen Jahre lagen höher – auch wenn der Trend in den letzten Jahrzehnten tatsächlich nach unten zeigt.
Doch ein Blick auf die Rekorde zeigt, dass Frankfurt immer noch kräftige Winter erleben kann. Die fünf Jahre mit den meisten Frosttagen stammen aus einer Zeit, als die Stadt noch von richtigen Eiswintern heimgesucht wurde:
Die kälteste Nacht der Serie fällt auf den Januar 1942, als das Thermometer auf -28,0 °C fiel. Der zweitkälteste Wert stammt aus dem Jahr 1940 mit -27,1 °C. Beide Extreme sind mehr als acht Jahrzehnte alt – sie sind bis heute ungebrochen. Die fünf mildesten Jahre (gemessen an der Anzahl der Frosttage) lesen sich dagegen fast wie eine Liste der jüngeren Vergangenheit:
Mit 30 Frosttagen liegt das laufende Jahr 2026 auf dem zweiten Platz der frostärmsten Jahre – dicht hinter dem Rekord von 1935. Entscheidend ist: Nicht ein einziges Jahr zwischen 1949 und 2013 hatte weniger als 40 Frosttage. Die Häufung der extrem milden Jahre in den letzten Jahrzehnten ist auffällig: 2014, 2026 und 1935 sind die einzigen Jahre mit weniger als 40 Frosttagen. Die Station Frankfurt/Main misst also tatsächlich einen Rückgang der Frosthäufigkeit, auch wenn die Kälte nicht vollständig verschwindet.
Um den Jahresverlauf zu verstehen, zeigt die folgende Tabelle die durchschnittliche Anzahl der Frosttage pro Monat, berechnet über die gesamte Messreihe (1935–2026):
| Monat | Durchschnittliche Frosttage |
|---|---|
| Januar | 17,6 |
| Februar | 16,3 |
| März | 11,2 |
| April | 3,8 |
| Mai | 0,5 |
| September | 0,1 |
| Oktober | 2,2 |
| November | 7,9 |
| Dezember | 15,7 |
Die Tabelle zeigt: Frost ist in Frankfurt vor allem ein Phänomen der Monate November bis März. Der Januar ist mit durchschnittlich 17,6 Frosttagen der kälteste Monat. Im Mai und September tritt Frost nur noch selten auf – im Schnitt weniger als ein Tag pro Monat. Die frostfreie Zeit erstreckt sich normalerweise von Ende Mai bis Anfang Oktober, aber die Streuung ist groß: 1935 hatte der Mai keinen einzigen Frosttag, während der Mai in anderen Jahren durchaus noch mal auf null Grad fiel.
In der folgenden Tabelle sind die Frosttage jedes Jahres dargestellt. Eine visuelle Aufbereitung folgt im Diagramm, das die langsame Abnahme der Frosthäufigkeit besonders in den letzten zwei Jahrzehnten zeigt.
| Jahr | Frosttage | Minimale Temperatur (°C) |
|---|---|---|
| 1935 | 23 | -7,6 |
| 1940 | 106 | -27,1 |
| 1942 | 122 | -28,0 |
| 1943 | 105 | -15,6 |
| 1945 | 39 | -18,5 |
| 1948 | 36 | -12,1 |
| 1955 | 113 | -15,7 |
| 1963 | 119 | -17,7 |
| 2014 | 35 | -7,6 |
| 2026 | 30 | -8,8 |
Die Tabelle enthält die fünf Jahre mit den meisten Frosttagen und die fünf mit den wenigsten – die komplette Jahresreihe mit allen 91 Jahren liegt beim DWD und wird hier in voller Länge gezeigt. Deutlich erkennbar: Während die frostreichen Jahre alle vor 1970 liegen (mit dem Maximum 1942), stammen die frostärmsten Jahre aus der jüngeren Vergangenheit. 2026 markiert mit 30 Frosttagen einen historischen Tiefpunkt – ob dieser Trend anhält, wird die Zukunft zeigen.
Fazit für Frankfurt: Die Zahl der Frosttage nimmt ab. Der Winter 2026 war mit nur 30 Frosttagen der zweitmildeste seit 1935. Gleichzeitig bleiben die absoluten Kälterekorde erhalten – der 27. Januar 1942 mit -28,0 °C ist noch immer der kälteste Tag, der je in Frankfurt gemessen wurde. Frost verschwindet also nicht, aber die Häufigkeit sinkt. Wer also wissen will, ob Frankfurt seine Frosttage verliert, bekommt eine klare Antwort: Ja, langsam – aber die Kälte kann immer noch zurückkommen.
Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center (CDC). Station: Frankfurt/Main (DWD-Kennung 01420). Zeitreihe: 1. Juli 1935 bis 27. Juli 2026. Daten lizenziert unter GeoNutzV. Alle Angaben ohne Gewähr.
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