Aktualisiert: 2026-07-18
Wenn Sie sich fragen, ob Frankfurt in den letzten Jahrzehnten ein komplett frostfreies Jahr erlebt hat – die Antwort lautet: Nein. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1935 gab es kein einziges Jahr ohne Frosttag. Selbst die mildesten Winter brachten zumindest ein paar Nächte mit Minusgraden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) zählt für die Station Frankfurt/Main jeden Tag mit einer Tiefsttemperatur unter 0 °C als Frosttag – und diese Tage gab es in jedem einzigen Jahr der Messreihe.
Der absolute Kälterekord liegt fast ein Jahrhundert zurück, ist aber bis heute ungebrochen. Am 27. Januar 1942 fiel das Thermometer auf -28,0 °C – das ist die tiefste je in Frankfurt gemessene Temperatur. Wer an diesem Morgen nach draußen trat, erlebte eine Kälte, die 16 Grad unter der damaligen durchschnittlichen Januarminimum lag. Ein Wert, der seit über 80 Jahren nicht mehr erreicht wurde.
Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Schauen wir uns die Daten genauer an: Wie viele Frosttage gab es pro Jahr? Welcher Monat bringt die meisten frostigen Nächte? Und welches Jahr war das mildeste – also mit den wenigsten Frosttagen?
Die folgende Tabelle zeigt für jedes Jahr die Anzahl der Tage mit Frost (Tmin < 0 °C) und die kälteste gemessene Temperatur des Jahres. Ein Wert von 0 Frosttagen würde bedeuten: das Jahr war komplett frostfrei. Bislang ist das nie passiert.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Frosttage | Kälteste Tmin (°C) |
|---|---|---|
| 1935 | 23 | -7,6 |
| 1942 | 122 | -28,0 |
| 1951 | 66 | -6,7 |
| 1974 | 42 | -4,3 |
| 2015 | 53 | -5,2 |
| 2020 | 46 | -5,7 |
| 2023 | 43 | -6,0 |
Die wenigsten Frosttage seit 1935 hatte das Jahr 1974 mit nur 42 Frosttagen. Dicht gefolgt von 2014 (35 Frosttage) und 1935 (23 Frosttage). Das absolute Minimum erreichte 1935 mit 23 Frosttagen – das entspricht gut dreieinhalb Wochen mit Minusgraden. Zum Vergleich: Im Rekordwinter 1942 gab es mit 122 Frosttagen mehr als vier Monate lang Frost. Das ist ein Unterschied von fast 100 Frosttagen zwischen dem mildesten und dem strengsten Jahr.
Der Januar ist in Frankfurt der frostigste Monat. Im langjährigen Mittel bringt er 17,6 Frosttage – also mehr als die Hälfte des Monats liegt das Thermometer nachts unter 0 °C. Auch der Dezember (15,7 Frosttage) und der Februar (16,3 Frosttage) sind sehr frostreich. Der März folgt mit 11,2 Frosttagen. Ab April wird es deutlich milder: Im Schnitt gibt es nur noch 3,8 Frosttage. Im Mai sind es 0,5, im September 0,1 und im Oktober 2,2 Frosttage. Der November bringt es auf 7,9 Frosttage. Von Juni bis August wurde in Frankfurt noch nie offiziell Frost gemessen.
| Monat | Mittlere Frosttage pro Jahr |
|---|---|
| Januar | 17,6 |
| Februar | 16,3 |
| März | 11,2 |
| April | 3,8 |
| Mai | 0,5 |
| September | 0,1 |
| Oktober | 2,2 |
| November | 7,9 |
| Dezember | 15,7 |
Den Rekord für die meisten Frosttage hält weiterhin das Jahr 1942 mit 122 Frosttagen. Damals gab es den berühmten Kälteeinbruch mit -28,0 °C am 27. Januar. Auch die Jahre 1963 (119 Frosttage), 1955 (113 Frosttage), 1940 (106 Frosttage) und 1943 (105 Frosttage) waren extrem kalt. Dasselbe gilt für 1985 mit ebenfalls 105 Frosttagen. Keines dieser Jahre erreichte aber die 122 Frosttage von 1942 – ein Rekord, der seit 84 Jahren ungebrochen ist.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center, Station Frankfurt/Main (Indikativ 01420). Die Messreihe umfasst den Zeitraum vom 1. Juli 1935 bis zum 16. Juli 2026. Ein Frosttag wird definiert als Tag mit einer Tagesminimumtemperatur (Tmin) unter 0 °C. Alle Angaben basieren auf den vom DWD veröffentlichten und geprüften Stationsdaten. Lizenz: GeoNutzV.
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