Frostfreie Jahre in Berlin: Eine neue Normalität?

Aktualisiert: 2026-07-18

Am 14. Januar 1987 zeigte das Thermometer an der Station Berlin Brandenburg den tiefsten je gemessenen Wert: -25,3 °C. Ein Rekord, der bis heute ungebrochen ist – und der in einer Zeit fällt, in der Frosttage in Berlin spürbar seltener werden.

Die DWD-Station Berlin Brandenburg (Indikativ 00427) zeichnet seit dem 1. Januar 1957 lückenlos die täglichen Minimumtemperaturen auf. Unser Datensatz umfasst die Jahre 1957 bis in den Juli 2026. Ein Blick auf die Entwicklung der Frosttage (Tage mit tmin unter 0 °C) zeigt einen deutlichen Trend: Die Winter werden milder, die frostfreien Perioden länger.

Der absolute Kälterekord

Der kälteste Tag seit Messbeginn war der 14. Januar 1987 mit einer Minimumtemperatur von -25,3 °C. Dieser Wert wurde in den folgenden Jahrzehnten nicht mehr erreicht – auch nicht in den strengen Wintern 1996, 2003 oder 2010. Der Rekord hält nun seit 39 Jahren.

Die frostärmsten Jahre seit 1957

Während in den 1960er und 1970er Jahren Berlin regelmäßig über 100 Frosttage pro Jahr erlebte (Spitzenreiter: 1969 mit 124 Tagen, 1996 mit 132 Tagen), sind die Werte in den letzten Jahren deutlich gesunken. Die fünf Jahre mit den wenigsten Frosttagen im gesamten Zeitraum sind:

Das Jahr 2020 teilt sich mit 1990 den Rekord der wenigsten Frosttage – nur 52 Tage lang fiel die Temperatur unter null. Das entspricht etwa 7,5 Wochen eines Jahres, also rund 14 % des Kalenderjahres.

Entwicklung der Frosttage seit 1957 – Jahresübersicht

Die folgende Tabelle zeigt die Anzahl der Frosttage (dias_helada) und die jeweils kälteste gemessene Temperatur (tmin_min) pro Jahr. Werte ab 2025 sind vorläufig und basieren auf dem bisherigen Jahresverlauf.

1957-15.61965-19.11973-12.21981-16.01989-8.11997-21.82005-13.62013-13.32021-14.72026-14.1Kältester Wert (°C)-6°C-16-25°C
Jahresreihe · Quelle: DWD

Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.

Jahr Frosttage Kältester Wert (°C)
197455-8,0
1987101-25,3
198970-8,1
199052-8,5
201570-8,2
201955-7,1
202052-6,2

Monatliche Verteilung der Frosttage

Die mittlere Anzahl von Frosttagen pro Monat (über alle Jahre gemittelt) zeigt, wann die größte Frostgefahr in Berlin besteht:

Monat Mittlere Frosttage
Januar19,7
Februar18,2
März14,4
April5,3
Mai0,4
September0,0
Oktober2,5
November9,2
Dezember16,9

Die frostfreie Zeit erstreckt sich normalerweise von Mai bis September, wobei der Mai mit durchschnittlich 0,4 Frosttagen und der September mit 0,0 Frosttagen praktisch immer frostfrei sind. Im Januar treten im Mittel 19,7 Frosttage auf – das sind mehr als zwei Drittel aller Januartage.

Einordnung: Was bedeuten diese Zahlen?

Das Jahr 2020 mit nur 52 Frosttagen lag weit unter dem langjährigen Durchschnitt. In den 1960er Jahren waren Werte zwischen 90 und 124 Frosttagen die Regel. Der Trend zu weniger Frosttagen ist eindeutig: Seit dem Jahr 2000 gab es nur fünf Jahre mit mehr als 100 Frosttagen, während 16 Jahre unter 70 Frosttage blieben. Zum Vergleich: In den 1960er Jahren hatten 8 von 13 Jahren über 90 Frosttage, und keines fiel unter 63.

Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center (CDC). Messstation: Berlin Brandenburg (Indikativ 00427). Zeitraum: 1957-01-01 bis 2026-07-16. Kenntage: Frosttag (tmin < 0 °C). Lizenz: GeoNutzV. Letzte Aktualisierung der Quelldaten: Juli 2026.

Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Basis offizieller DWD-Daten erstellt. Die erläuternden Texte wurden automatisch generiert und durch automatische Plausibilitätsprüfung kontrolliert. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act