Aktualisiert: 2026-07-20
Der absolute Spitzenwert der Messgeschichte: Am 25. Januar 1990 fegte eine Böe mit 39,1 m/s über Hamburg-Fuhlsbüttel. Das entspricht einem Orkan – und bis heute wurde dieser Wert nicht mehr erreicht oder übertroffen. Seit über 36 Jahren bleibt diese Ziffer der unangefochtene Rekord.
Die Frage, ob Hamburgs Windspitzen zunehmen, können wir mit den DWD-Daten klar beantworten: Die Häufigkeit von Werten über 30 m/s hat seit den 1990er-Jahren nicht zugenommen; der Ausreißer von 1990 bleibt singular. In den 2010er-Jahren lag der höchste Wert bei 33,4 m/s (2013), in den 2020er-Jahren bei 29,2 m/s (2020). Ein Trend zu stärkeren Böen ist nicht erkennbar.
An jenem Donnerstag im Januar 1990 maßen die Instrumente der Wetterstation Hamburg-Fuhlsbüttel eine maximale Böe von 39,1 m/s. Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit an diesem Tag datiert der DWD nicht, aber die Spitze allein spricht Bände: Ein Wert, der in den folgenden 36 Jahren nie wieder geknackt wurde. Die nächsthöchsten jährlichen Spitzenwerte liegen bei 36,0 m/s (1953) und 35,8 m/s (1954). Der Rekord von 1990 steht also nicht isoliert, aber er ist der mit Abstand höchste seit Beginn der digitalen Aufzeichnungen 1936.
Die folgende Tabelle zeigt für jedes Jahr mit vollständigen Daten den höchsten gemessenen Böenwert (in m/s) und die dazugehörige mittlere Windgeschwindigkeit des Jahres. Die Daten beginnen 1951, da ab hier die täglichen Böenwerte lückenlos vorliegen. Die absolute Spitze von 39,1 m/s im Jahr 1990 sticht deutlich hervor. Auffällig: Seit 2011 wurden nur noch in zwei Jahren (2013 mit 33,4 m/s und 2015 mit 29,8 m/s) Werte über 29 m/s erreicht.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Höchste Böe (m/s) | Mittlere Windgeschw. (m/s) |
|---|---|---|
| 1951 | 31,2 | 4,3 |
| 1954 | 35,8 | 4,5 |
| 1967 | 35,5 | 4,5 |
| 1969 | 28,0 | 4,4 |
| 1970 | 22,7 | 4,4 |
| 1974 | 25,0 | 4,4 |
| 1989 | 27,0 | 3,5 |
Betrachtet man die höchsten Böen pro Jahrzehnt, zeigt sich ein ähnliches Bild: Die 1990er-Jahre führen mit 39,1 m/s, gefolgt von den 1950er-Jahren (36,0 m/s) und den 1960er-Jahren (35,5 m/s). Die 2020er-Jahre liegen mit 29,2 m/s (2020) auf dem niedrigsten Niveau. Die mittlere Windgeschwindigkeit schwankt zwischen 3,7 m/s (1990er) und 4,2 m/s (1960er und 1970er) – ein leichter Abwärtstrend, der aber innerhalb der natürlichen Schwankungsbreite bleibt.
| Jahrzehnt | Höchste Böe (m/s) | Mittlere Windgeschw. (m/s) |
|---|---|---|
| 1950–1959 | 36,0 | 4,1 |
| 1960–1969 | 35,5 | 4,2 |
| 1970–1979 | 32,1 | 4,2 |
| 1980–1989 | 30,5 | 3,9 |
| 1990–1999 | 39,1 | 3,7 |
| 2000–2009 | 31,0 | 4,0 |
| 2010–2019 | 33,4 | 4,0 |
| 2020–2026 | 29,2 | 4,0 |
Die Daten der offiziellen DWD-Wetterstation Hamburg-Fuhlsbüttel (Indikativ 01975) erstrecken sich vom 1. Januar 1936 bis zum 17. Juli 2026. Die täglichen Messungen der maximalen Windböe („racha“) und der mittleren Windgeschwindigkeit („velmedia“) sind für die Jahre ab 1951 vollständig und zuverlässig. Der Rekordwert von 39,1 m/s am 25. Januar 1990 ist bis heute nicht übertroffen. In den letzten 35 Jahren gab es keinen einzigen Wert über 34,0 m/s. Die 1950er- und 1960er-Jahre zählten die meisten Orkanböen. Die These einer Zunahme extremer Windspitzen in Hamburg lässt sich aus den gemessenen Daten nicht bestätigen – im Gegenteil, die höchsten Werte treten seltener auf als in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center. Daten der Station Hamburg-Fuhlsbüttel (Indikativ 01975). Aufbereitet und veröffentlicht unter der Datenlizenz Germany – Version 2.0 (GeoNutzV). Abruf: Juli 2026. www.dwd.de
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