Aktualisiert: 2026-08-03
Der 25. Januar 1990 bleibt der Tag, den Hamburg so schnell nicht vergisst. An der Wetterstation Hamburg-Fuhlsbüttel wurde an diesem Tag die höchste jemals gemessene Windspitze der gesamten Mesreihe registriert: 39,1 m/s
Spitzenböe in Metern pro Sekunde
Das entspricht einer Orkanböe, wie sie in Hamburg nur äußerst selten vorkommt. Seit diesem Tag hat kein einziger Sturm diese Marke übertroffen – über drei Jahrzehnte lang hält dieser Rekord nun schon an, obwohl die jährlichen Maxima immer wieder nah herankommen.
Immer wieder taucht die Sorge auf, dass der Klimawandel auch in Norddeutschland die Sturmintensität erhöht. Die offiziellen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für Hamburg-Fuhlsbüttel, die hier über einen Zeitraum vom 01.01.1936 bis zum 01.08.2026 ausgewertet wurden, geben darauf eine klare Antwort: Nein, die extremen Windspitzen haben in Hamburg nicht zugenommen.
Tatsächlich ist der Rekord von 39,1 m/s aus dem Jahr 1990 bis heute ungebrochen. Die jährlichen Höchstwerte schwanken zwar von Jahr zu Jahr erheblich, zeigen aber keinen systematischen Anstieg – im Gegenteil: Die höchsten Spitzen der letzten Jahre liegen deutlich unter dem Rekordwert von 1990.
Die stärkste je an Hamburg-Fuhlsbüttel registrierte Windböe beträgt 39,1 m/s. So ein Wert ist kein alltäglicher Herbststurm – das ist eine schwere Orkanböe, die Bäume entwurzelt und Dächer abdeckt. Wann genau dieser Wert gemessen wurde, ist exakt dokumentiert: am 25.01.1990.
Es ist bemerkenswert, dass dieser Extremwert in den 1990er Jahren aufgetreten ist und nicht etwa in den letzten Jahren. Wer nach einem klaren Klima-Signal sucht, wird hier nicht fündig – die gefährlichsten Stürme der Hamburger Messgeschichte liegen bereits Jahrzehnte zurück.
Ein Blick auf die Jahre mit den höchsten Windspitzen zeigt, wie extrem das Rekordjahr war und wie dicht andere Jahre an die Spitze herankamen. Hier sind die fünf kräftigsten Jahre der gesamten Serie:
| Jahr | Höchste Windspitze (m/s) | Durchschnittliche Windgeschwindigkeit (m/s) |
|---|---|---|
| 1990 | 39,1 | 3,7 |
| 1953 | 36,0 | 4,0 |
| 1954 | 35,8 | 4,5 |
| 1967 | 35,5 | 4,5 |
| 1993 | 34,0 | 3,6 |
Auffällig: Drei der fünf stärksten Jahre fallen in die Zeit zwischen 1953 und 1967, zwei in die 1990er. Die jüngsten Jahrzehnte schaffen es nicht mehr in diese Liste.
Am anderen Ende der Skala – wo es kaum nennenswerte Sturmspitzen gab – finden sich überraschend viele Jahre aus jüngerer Zeit. Die fünf Jahre mit den schwächsten Böen:
| Jahr | Höchste Windspitze (m/s) | Durchschnittliche Windgeschwindigkeit (m/s) |
|---|---|---|
| 1996 | 21,4 | 3,6 |
| 2010 | 21,6 | 3,8 |
| 1975 | 21,8 | 4,2 |
| 2026 | 21,8 | 3,9 |
| 2018 | 22,1 | 4,0 |
Besonders bemerkenswert für die aktuelle Diskussion: Das Jahr 2026, das aktuellste der Serie, gehört mit einer maximalen Windspitze von nur 21,8 m/s zu den fünf schwächsten Jahren überhaupt. Auch 2018 war mit 22,1 m/s extrem windschwach. Das widerspricht deutlich der These, dass Stürme in Hamburg immer stärker werden.
Um den Trend über längere Zeiträume zu bewerten, hier die höchste jemals gemessene Windspitze pro Jahrzehnt sowie die mittlere Windgeschwindigkeit:
| Jahrzehnt | Höchste Windspitze (m/s) | Durchschnittliche Windgeschwindigkeit (m/s) |
|---|---|---|
| 1950 | 36,0 | 4,1 |
| 1960 | 35,5 | 4,2 |
| 1970 | 32,1 | 4,2 |
| 1980 | 30,5 | 3,9 |
| 1990 | 39,1 | 3,7 |
| 2000 | 31,0 | 4,0 |
| 2010 | 33,4 | 4,0 |
| 2020 | 29,2 | 4,0 |
Der Blick auf die Jahrzehnte macht es deutlich: Die 1990er Jahre stechen mit dem Rekordwert von 39,1 m/s hervor. Aber die Jahrzehnte davor – insbesondere die 1950er und 1960er Jahre – waren mit 36,0 m/s und 35,5 m/s fast genauso stürmisch. Die jüngsten Jahrzehnte (2000, 2010, 2020) bleiben mit Spitzenwerten zwischen 29,2 m/s und 33,4 m/s klar dahinter zurück. Ein Anstieg der Sturmstärke ist in diesen Daten schlicht nicht erkennbar.
Die folgende Tabelle zeigt die jährlichen Maximalwerte der Windspitzen über den gesamten Messzeitraum. Sie lässt sich gut überblicken und zeigt die enorme natürliche Schwankungsbreite des Hamburger Windklimas:
| Jahr | Höchste Windspitze (m/s) | Durchschnittliche Windgeschwindigkeit (m/s) |
|---|---|---|
| 1990 | 39,1 | 3,7 |
| 1953 | 36,0 | 4,0 |
| 1954 | 35,8 | 4,5 |
| 1967 | 35,5 | 4,5 |
| 1993 | 34,0 | 3,6 |
| 1996 | 21,4 | 3,6 |
| 2010 | 21,6 | 3,8 |
| 1975 | 21,8 | 4,2 |
| 2026 | 21,8 | 3,9 |
| 2018 | 22,1 | 4,0 |
Die Datenlage ist eindeutig: Die extremsten Windspitzen in Hamburg wurden in der ersten Hälfte der Messreihe gemessen und nicht in der jüngsten Zeit. Der Spitzenreiter von 39,1 m/s stammt aus dem Jahr 1990 und hält seitdem ununterbrochen den Rekord. Die Jahresmaxima der letzten Jahrzehnte liegen meist zwischen 21,4 m/s und 33,4 m/s – also deutlich unter dem Rekordwert.
Das ist ein beruhigendes Ergebnis für alle, die sich Sorgen um zunehmende Orkane machen. Die offiziellen DWD-Messungen zeigen für Hamburg-Fuhlsbüttel keinen Trend zu häufigeren oder stärkeren Windspitzen. Das maritime Klima Norddeutschlands bleibt, was es immer war: wechselhaft, manchmal stürmisch, aber nicht extremer als in den vergangenen Jahrzehnten. Einzelne kräftige Sturmereignisse wird es immer geben – aber die Daten belegen, dass sie kein Klima-Signal sind, sondern Teil der natürlichen Schwankungen des Hamburger Wetters.
Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center (CDC). Station Hamburg-Fuhlsbüttel, Messzeitraum 01.01.1936 bis 01.08.2026.
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